Frankfurt am Main: 500 Jahre Bücherkonfiskation durch Johannes Pfefferkorn
Pressemeldung vom 5. November, 2009, 6:02 pm
Frankfurt am Main. Am Sonntag ist LernNacht 2009 im Jüdischen Museum
Das Jüdische Museum (Untermainkai) lädt am Sonntag, 8. November, zur “LernNacht 2009″ ein. Thema: “Der Angriff auf die Jüdischen Bücher – 500 Jahre Bücherkonfiskation durch Johannes Pfefferkorn”. Ab 17 Uhr sprechen Fritz Backhaus, Johannes Heil und Mona Körte. Kulturdezernent Felix Semmelroth wird die Teilnehmer der LernNacht begrüßen. Der Eintritt ist frei.
Im September 1509 tauchte Johannes Pfefferkorn in Frankfurt mit dem Befehl Kaiser Maximilians auf, alle hebräischen Bücher in der Judengasse zu beschlagnahmen. Er war wenig Jahre zuvor zum Christentum konvertiert und behauptete, die Bücher der Juden enthielten christenfeindliche Beschimpfungen und verhinderten ihren Übertritt zum Christentum. Dieser spektakuläre Angriff auf das Zentrum jüdischer Identität löste nicht nur den berühmten Streit zwischen Humanismus und mittelalterlicher Scholastik aus, er machte auch sichtbar, was die jüdische Existenz in Europa prägte: das Misstrauen gegenüber hebräischen Büchern und jüdischem Geist.
Was geschah aber in Frankfurt tatsächlich vor 500 Jahren und wie sah die Reaktion der Jüdischen Gemeinde aus? Welche Vorstellungen standen hinter dem Angriff auf die hebräischen Bücher und dem Versuch, sie zu verbrennen? Warum werden Bücher bis heute als bedrohlich eingeschätzt? Setzen die Bücherbrände der Moderne die mittelalterlichen Scheiterhaufen fort?
Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Pressestelle
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