Energiewechsel

Frankfurt am Main: Paulinchen als Superwoman

Pressemeldung vom 2. Juli 2009, 16:27 Uhr

Der erst 25 Jahre alte Benedikt Rugar gestaltete die Plakate für den „Heinrich Hoffmann Sommer 2009“

Frankfurt am Main. Seine Zeichnungen von Struwwelpeter, Paulinchen und Co. sieht man derzeit in ganz Frankfurt – der 25-jährige Benedikt Rugar hat die Plakate für den diesjährigen Heinrich Hoffmann Sommer entworfen und gezeichnet.

Einem Comic entsprungen
Schwarze lange Haare, knallgrünes Cape, eine 50-er Jahre Brille und in der Hand eine glühende Flamme – Heinrich Hoffmanns Paulinchen erinnert auf Benedikt Rugars Plakaten an Superwoman, die gerade einem Comic entsprungen ist. Neben Paulinchen und Struwwelpeter sind mittlerweile auch die bösen Buben und der fliegende Robert in Frankfurt zu sehen, schmücken Litfasssäulen und U-Bahnstationen. Vor einem Jahr bekam der Student an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach den Auftrag, die Plakate für die Veranstaltung zu realisieren. Das gerade er Struwwelpeter, Paulinchen und dem Daumenlutscher ein neues Gesicht geben sollte, war reiner Zufall. Eigentlich sollte der Illustrationskurs der Hochschule die P lakate entwerfen – einen Tag vor der Präsentation fielen den Machern jedoch einige Skizzen von Rugar in die Hände und gefielen auf ganzer Linie. „Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn zum ersten Mal außerhalb der Universität eigene Illustrationen überzeugen und die Menschen damit etwas anfangen können“, beschreibt Rugar das Gefühl, als er die Zusage für den Auftrag bekam. Es ist sein erster Auftrag in dieser Größenordnung.

Herz schlägt im kreativen Bereich
Seit 2005 studiert Rugar an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach mit den Schwerpunkten Illustration und Gestaltung. Schon als Kind bastelte und malte er sich seine eigenen Actionhelden, jedoch nie mit dem Gedanken, diese Kreativität mit seinem späteren Beruf zu verbinden. Erst in der zehnten Klasse bemerkte seine Kunstlehrerin das gestalterische Talent: „Sie war die erste, die mich ernst genommen hat und dann habe auch ich angefangen, mich selber ernst zu nehmen“, erzählt Rugar. Dennoch führte ihn sein Weg erst über zwei Semester Sozialarbeit an der Fachhochschule, bevor er realisierte, dass sein „Herz im kreativen Bereich“ schlägt. Sein Weg führte ihn an die Hochschule für Gesta ltung nach Offenbach. „Ich habe für das Zeichnen eine große Leidenschaft entwickelt, was mir ein großes Glück und eine große Zufriedenheit gibt“, erzählt Rugar.

Mit der Hand gezeichnet
Rugar kennt die Geschichten vom Struwwelpeter und Paulinchen noch aus seiner Kindheit. So besaß der Student schon mit Beginn des Auftrages eine Vorstellung darüber, welche Figuren und Geschichten auf ihn zukommen würden. „Ich habe die Geschichten noch einmal gelesen und die Figuren sind dann meinem Kopf entsprungen“, erklärt Rugar seine Herangehensweise. Alle Figuren sind per Hand mit dem Filzstift gezeichnet, bevor sie am Computer koloriert wurden. „Ich habe aber Wert drauf gelegt, dass der selbst gemalte Charakter durch die Filzstiftränder auf den Plakaten noch zur Geltung kommt“, erzählt Rugar. Acht Plakate mit unterschiedlichen Figuren entstanden auf diese Art und Weise innerhalb eines Jahres. A uch wenn die Figuren leicht und spielerisch wirken: Einem Motiv gingen bis zu 40 Skizzen vorraus. Die Illustrationen verbinden düstere, groteske und humoristische Elemente miteinander. „Ich habe versucht, die Geschichten Heinrich Hoffmanns und die Stimmung seines Buches in die heutige Zeit zu transportieren.“

Zeichnungen regen zu Diskussionen an
Die modernen Zeichnungen Rugars regen schon jetzt zu Diskussionen an – der junge Künstler sieht damit ein Ziel der Kampagne erreicht: „Das zeigt, dass die Plakate wahrgenommen werden und diese Aufmerksamkeit würdigt Heinrich Hoffmann und seine Arbeit.“ So wie Hoffmann mit seinen Zeichnungen mit den romantischen Vorstellungen der Biedermeier Zeit gebrochen hat, so regt auch Rugar zu einer modernen Darstellung der Figuren an. Für den Studenten ist es ein „wahnsinniges Gefühl“, Teil des Heinrich Hoffmann Sommers zu sein.
Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Pressestelle

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