Energiewechsel

Gießen: Aus für Windkraft in Philippstein

Pressemeldung vom 10. Februar 2016, 12:44 Uhr

Regierungspräsidium Gießen lehnt Antrag aus naturschutzfachlicher Sicht ab

Zwei von ursprünglich insgesamt drei in der Gemarkung des Braunfelser Stadtteils Philippstein im Lahn-Dill-Kreis geplanten Windkraftanlagen (WKA) dürfen nicht gebaut werden. Zu diesem Ergebnis kommt das Regierungspräsidium Gießen (RP), das die dafür erforderliche Genehmigung der Firma Wilhelm Jost GmbH aus Weilmünster aus naturschutzfachlicher Sicht nicht erteilen konnte. Der Antrag für eine dritte Windkraftanlage wurde von der Antragstellerin bereits im Laufe des Genehmigungsverfahrens zurückgezogen

Die Anlagenstandorte wurden entlang eines in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Wirtschaftweges in einer Entfernung von rund 540 beziehungsweise 750 Metern zu einem gesicherten Uhu-Brutplatz in einem Steinbruch geplant. Dieser Steinbruch liegt in dem Vogelschutzgebiet (VSG) „Steinbrüche in Mittelhessen“, das einzig für den Uhu ausgewiesen wurde. Da diese Vogelart in der Nähe von Windkraftanlagen als kollisionsgefährdet gilt, ist gemäß den Vorgaben des für Hessen gültigen und der Rechtsprechung anerkannten Leitfadens grundsätzlich ein Mindestabstand von 1000 Metern zwischen Uhubrutplatz und WKA einzuhalten.

Die Antragstellerin versuchte zwar mithilfe von Gutachten zu belegen, dass es trotz der Unterschreitung des 1000-Meter-Abstandes nicht zu einem Verstoß gegen das naturschutzrechtliche Tötungsverbot kommen kann. Diese Einschätzung konnte die Obere Naturschutzbehörde beim RP jedoch nicht teilen. Im Falle eines Betriebes von Windkraftanlagen müsse zudem von einer erheblichen Beeinträchtigung des angrenzenden Vogelschutzgebietes ausgegangen werden, so die Behörde abschließend.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen

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