Heppenheim: Kreis Bergstraße bestätigt acht Fälle der Schweinegrippe

Pressemeldung vom 24. Juli, 2009, 3:23 pm

Nicht verharmlosen, aber vor Panikmache warnen

Heppenheim. Mit der beginnenden Urlaubs- und Reisezeit ist die Schweinegrippe auch im Kreis Bergstraße angekommen.

„Derzeit können wir 8 Fälle der Schweinegrippe bestätigen“, informierte Dr. Alexander Beile, Fachbereichsleiter für Infektions- und Umweltmedizin des Kreises Bergstraße. „Bei den Erkrankten handelt es sich in allen Fällen um junge Menschen im Alter zwischen Neun und Vierzig Jahren. Keiner der Erkrankten wird stationär behandelt. Sie befinden sich alle in häuslicher Quaratäne“ und sind als leichte bis mittelschwere Fälle einzustufen. Sie stehen in ständigem Kontakt mit den jeweiligen Hausärzten und dem „Haus der Gesundheit“.

Die bestätigten Fälle sind alle Urlaubsrückkehrer. Sieben davon kommen aus Spanien, eine Person aus Südafrika.
Von weiteren sieben Verdachtsfällen hat man derzeit Kenntnis erlangt.

Ob sie sich bestätigen bleibt abzuwarten.

Die Dezernenten Gottlieb Ohl (Gefahrenabwehr) und Norbert Golzer (Gesundheit, Veterinärwesen und Verbraucherschutz) sowie Dr. Beile als Fachbereichsleiter für Infektions- und Umweltmedizin möchten die Gefahren der Schweine- oder Mexikogrippe nicht verharmlosen, warnen aber vor Panikmache.

„In Anbetracht der Tatsache dass jährlich zwischen 5000 bis 15000 Menschen in Deutschland an einer normalen Grippe sterben, sind die Todesfälle durch Schweinegrippe im Vergleich schwindend gering“, so Golzer.

Die beiden Dezernenten Ohl und Golzer betonen, dass solange die Chance besteht das Virus in seiner weiteren Verbreitung aufzuhalten, alle Maßnahmen danach ausgerichtet werden, dies zu erreichen.

Erst wenn keine Möglichkeiten mehr gegeben sind, müsse man neue Strategien verfolgen. Alle Bemühungen richten sich bis dahin darauf die Infektionsgefahr für die Menschen möglichst gering zu halten.

Nachdem bei der Vogelgrippe vor zwei Jahren bereits vorbereitende Maßnahmen getroffen und auch die Immunisierung durch Impfungen  in „Impfstraßen“ erprobt und dokumentiert wurden, ist der Kreis Bergstraße gerüstet Impfungen in größerem Stil durchzuführen.

„Ab dem 01. Oktober, sobald der Impfstoff vorliegt“ kann bei uns geimpft werden, ist sich Ohl sicher. Für ihn sind die Planungen der vergangenen Jahre „vorbeugendes Handeln“.

Dabei könnten in sogenannten Impfstraßen bei vier Impfreihen pro halbe Stunde 150 Menschen geimpft werden. Das heißt pro Stunde 300 Menschen. Als mögliche Stationen sind hierfür Einrichtungen des Kreises oder der Kommunen im Odenwald, dem Ried und der Bergstraße angedacht. Vorrangig würden dabei besonders die Personengruppen behandelt werden, die in unmittelbarem Kontakt zu anderen Menschen stehen, wie Hilfsdienste, Feuerwehren Polizei etc.

Des Weiteren wurden für die Bergsträßer Schulen 25 000 Masken für Mund- und Nasenschutz angeschafft. Zudem verfügt der Kreis inzwischen über ausreichend Schutzbekeidung für die Menschen, die infizierte Personen versorgen. .Auch die meisten Gemeinden haben hier schon vorgesorgt.

Die beiden Dezernenten weisen allerdings nochmal ausdrücklich darauf hin, dass absolut kein Grund zur Panik bestehe.

Zur Vorbeugung einer Infektion rät das Gesundheitsamt folgende Ratschläge zu beachten:
Neun Techniken sich und andere zu schützen

1. Hände waschen und vom Gesicht fernhalten

Waschen Sie Ihre Hände mehrmals täglich 20 bis 30 Sekunden mit Seife, auch zwischen den Fingern. Vermeiden Sie es, die Schleimhäute von Mund, Augen und Nase zu berühren. Im Falle einer Grippepandemie werden zusätzlich zwei weitere Techniken für Sie wichtig.

2. Hygienisch husten

Halten Sie beim Husten Abstand zu anderen Personen. Husten Sie am besten in Ihren Ärmel, nicht in die Hand.

3. Krankheit zu Hause auskurieren.

Gehen Sie bei fieberhafter Erkältung, Magen-Darm-Infekt oder Grippe nicht arbeiten, sondern fördern Sie Ihre Gesundung durch Erholung. Mit falschem Ehrgeiz schaden Sie sich, Ihren Kollegen und Ihrem Arbeitgeber.

4. Auf erste Anzeichen achten

Auf eine Grippe weisen plötzliches hohes Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Husten und Gliederschmerzen hin.

5. Gesund werden

Hören Sie auf Ihren Körper. Haben Sie die typischen Anzeichen einer Grippe, dann stimmen Sie das weitere Vorgehen telefonisch mit Ihrem Arzt ab.

6. Familienmitglieder schützen

Verzichten Sie, wenn Sie erkrankt sind, auf Körperkontakt wie Umarmen, Küssen usw. Halten Sie sich nach Möglichkeit in einem separaten Raum auf. Achten Sie auf generelle Sauberkeit Ihrer Wohnung, insbesondere in Küche und Bad.
7. Geschlossene Räume regelmäßig lüften

Lüften Sie geschlossene Räume drei- bis viermal täglich für jeweils zehn Minuten. Die Zahl der Viren in der Luft wird verringert, ein Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute verhindert.

Im Rahmen der Grippepandemie können zwei weitere Techniken für Sie wichtig werden. Achten Sie diesbezüglich auf die aktuellen Empfehlungen der

Gesundheitsbehörden.

8. Abstand halten, Menschenansammlungen meiden

Schützen Sie sich und andere durch besondere Rücksicht und wenn möglich zwei Meter Abstand.  Verzichten Sie auf Händeschütteln. Meiden Sie Menschenansammlungen, wenn dies aktuell empfohlen wird.

9. Über Hygienemasken Bescheid wissen

Über die Wirksamkeit von Hygienemasken während einer Pandemie liegen keine ausreichenden Daten vor.  Sie können unter Umständen ergänzend zu den hier dargestellten Maßnahmen zum Einsatz kommen. Achten Sie in diesem Fall auf die aktuellen Empfehlungen der Gesundheitsbehörden.

Quelle: Stadt Heppenheim – Pressestelle

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