Hersfeld-Rotenburg: Klinikum Bad Hersfeld strebt Verflechtung mit dem Kreiskrankenhaus in Alsfeld an
Pressemeldung vom 12. November, 2009, 12:31 pm
Kreistage Hersfeld-Rotenburg und Vogelsbergkreis müssen noch entscheiden / Starker Verbund mit Vorteilen für alle Patienten
Die Verhandlungen über eine Verflechtung des Klinikums in Bad Hersfeld mit dem Kreiskrankenhaus des Vogelsbergkreises in Alsfeld sind weit vorangeschritten und könnten nach Darstellung von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt zu einem starken Verbund führen, der die Versorgung der Menschen der Region auf hohem medizinischen und therapeutischem Niveau sichert. Die notwendigen Voraussetzungen wurden in den vergangenen Wochen geschaffen: Nach dem Aufsichtsrat der Klinikum Bad Hersfeld GmbH hat jüngst auch der Kreisausschuss in seiner Funktion als Gesellschafterversammlung des Klinikums Bad Hersfeld grundsätzliche Zustimmung signalisiert und beschlossen, die entsprechenden Vertragsentwürfe dem Kreistag vorzulegen, sobald entsprechende Signale aus dem Vogelsbergkreis erfolgen.
Durch die gesellschaftsrechtliche Verflechtung des Klinikums Bad Hersfeld mit dem Kreiskrankenhaus Alsfeld wird eine Stärkung beider Krankenhäuser und eine weitere qualitative und quantitative Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung mit Krankenhaus- und ergänzenden Leistungen angestrebt. Die Kliniken könnten dann im Rahmen ihrer Versorgungsaufträge gemeinsam eine umfassende Versorgung sicherstellen. Sie sollen ihre Angebote und Leistungen aufeinander abstimmen, gegenseitig ergänzen und neue schaffen, so die Konzeption.
Das Kreiskrankenhaus Alsfeld wird dabei seinen Versorgungsauftrag in vollem Umfange weiter erfüllen, während bei Krankheiten, die nach Art und Schwere eine Behandlung auf höherer Versorgungsstufe nötig machen, das Partnerkrankenhaus in Bad Hersfeld genutzt werden kann. Darüber hinaus können in Alsfeld zusätzliche medizinische Leistungen durch Abteilungen des Klinikums Bad Hersfeld geschaffen werden, die bislang nicht zum Leistungsspektrum des Krankenhauses in Alsfeld gehörten. Dadurch ergeben sich für die Patientinnen und Patienten aus dem Raum Alsfeld neue Möglichkeiten einer wohnortnahen Krankenhausbehandlung.
Die Versorgung auf hohem Qualitätsniveau wird sichergestellt, indem die Krankenhäuser ihr jeweiliges Qualitätsmanagement vernetzen und vereinheitlichen. Das Gesundheitswesen be-findet sich in einem tiefgreifenden Wandel; die Krankenhäuser als größter Teilbereich sind davon besonders betroffen. Sie stehen vor einer rasanten Entwicklung in der Medizin und in der Medizintechnik sowie vor den sozialen und demografischen Veränderungen in der Gesell-schaft mit steigendem Kostendruck bei knapper werdenden Ressourcen.
- 2 -
Die Krankenhäuser müssen sich untereinander vernetzen, komplementäre Einrichtungen schaffen und die dazu geeigneten fachlichen und rechtlichen Strukturen entwickeln.
Eine gesellschaftsrechtliche Verflechtung der beiden Krankenhäuser in Alsfeld und Bad Hersfeld eröffnet nach Auffassung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung des Klinikums Bad Hersfeld eine in die Zukunft weisende Perspektive. Wirtschaftlich stabile Krankenhäuser bieten eine entsprechende Arbeitsplatzsicherheit. Dadurch kann die Arbeitsmarktpolitik in der Region positiv beeinflusst werden.
Für den inneren Betrieb der Kliniken steht die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte an erster Stelle. Das gilt derzeit insbesondere für Ärztinnen und Ärzte. Die Betriebe müssen große Anstrengungen unternehmen, um diese Situation beherrschbar zu halten. In beiden Kran-kenhäusern wird die Qualifikation des Personals erhöht: Hinsichtlich des ärztlichen Personals können beide Kliniken künftig an zwei Standorten die Aus- und Weiterbildung im Verbund- oder Rotationssystem organisieren und die Attraktivität der Arbeitsplätze für den ärztlichen Nachwuchs oder auch für gestandenes ärztliches Personal steigern.
Zum Verschmelzungsprozess erklärte Landrat Dr. Schmidt, dass der Vogelsbergkreis einen 94,9-prozentigen Anteil am Kreiskrankenhaus des Vogelsbergkreises in Alsfeld an die Klinikum Bad Hersfeld abtreten und im Gegenzug wird der Vogelsbergkreis einen 30-prozentigen Anteil an der Klinikum Bad Hersfeld GmbH erhalten solle. Wenn die Verschmelzung zustande kommt, dann finden die endgültigen Beschlussfassungen im Kreistag in Hersfeld-Rotenburg statt und im Kreistag des Vogelsbergkreises, der der gesellschaftsrechtlichen Verflechtung noch zustimmen muss.
„Es fließt kein Geld und es wird auch nichts verkauft“, stellt Landrat Dr. Schmidt klar und wies damit entsprechende Äußerungen in der Presse zurecht. Er merkte zudem an, dass der Betriebsrat des Klinikums in die Entwicklung einbezogen war. Die Beschäftigten wurden so über den Stand und die vorgesehene gesellschaftsrechtliche Lösung informiert. Die Geschäftsführung des Klinikums werde, so die Information des Aufsichtsratsvorsitzenden, in wenigen Tagen die Beschäftigten im Rahmen einer Betriebsversammlung über die geplante Klinikverflechtung informieren.
Quelle: Stadt Hersfeld-Rotenburg – Pressestelle (Hersfeld-Rotenburg)
Ähnliche Beiträge:
- Bad Hersfeld-Rotenburg: Landrat für zweite Amtszeit vereidigt – Dr. Schmidt würdigt bisherige gute Zusammenarbeit / Appell an die Kreisgremien, weiter fair und sachlich miteinander umzugehen
- Bad Hersfeld-Rotenburg: Landrat für zweite Amtszeit vereidigt – Dr. Schmidt würdigt bisherige gute Zusammenarbeit / Appell an die Kreisgremien, weiter fair und sachlich miteinander umzugehen
- Hersfeld-Rotenburg: Schweinegrippe-Impftermine
- Hersfeld-Rotenburg: Start der zweiten Amtszeit für Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt
- Hersfeld-Rotenburg: Öffnungszeiten der Impfstellen des Kreises




