Hofheim: Wohnen in der ehemaligen Sektkellerei
Pressemeldung vom 9. Dezember, 2009, 10:41 am
Landrat Gall überreicht Denkmalschutz-Förderungsurkunden
Hofmeister. Von den 15 Hausherrinnen und -herren, die vom Main-Taunus-Kreis Denkmalschutz-Förderungsurkunden erhalten haben, leben fünf in der gleichen Anlage: nämlich in der ehemaligen Sektkellerei Graeger in Hochheim. Dazu gehören frühere Kellereigebäude ebenso wie ein Stadtpalais. „Das Backsteinmauerwerk der Kellereigebäude ist genauso erhaltenswert wie die Neorenaissance-Fassade des Herrschaftshauses“, erläutert Landrat Berthold Gall. Insgesamt erhielten 15 Hauseigentümer aus Bad Soden, Hofheim, Hochheim, Oberliederbach und Eppstein rund 33.000 Euro an Zuschüssen vom MTK.
Wie die Teamleiterin Denkmalschutz, Astrid Heuschen, erläuterte, kann jeder Eigentümer eines denkmalgeschützten Gebäudes einen Förderantrag stellen – vorausgesetzt, das Vorhaben ist mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt. Über die Höhe des Zuschusses entscheidet der Kreisausschuss im Einvernehmen mit dem Denkmalbeirat. Nach den Richtlinien des Kreises können bei privaten Bauvorhaben jeweils zehn Prozent des denkmalpflegerischen Mehraufwands gefördert werden.
Insgesamt hat der Kreis in den vergangenen 30 Jahren mehr als 1000 private Bauvorhaben mit rund 3,3 Millionen Euro unterstützt. Nähere Informationen zum Thema Denkmalschutz sind auf den Internetseiten www.denkmalpflege-hessen.de oder www.mtk.org zu finden.
Die Objekte im Einzelnen:
1. Bad Soden, An der Trinkhalle 6
Das Fachwerkhaus stammt aus der Zeit um 1725. Es ist ein wichtiger Bestandteil des alten Ortskerns in der Nähe des Quellenparks. Die Fachwerkfassade wurde neu gestrichen.
2. Hofheim, Hauptstraße 38
Unter dieser Hausnummer vereinen sich mehrere Bauten unterschiedlicher Entstehungszeit, Nutzung, Geschoss- und Firsthöhe. Ein Teil der Fachwerkfassade
wurde saniert.
3. Oberliederbach, Alt Oberliederbach 44
Die Hofanlage befindet sich im denkmalgeschützten Ortskern von Oberliederbach. Das Dach der Scheune wurde mit Biberschwanzziegeln neu gedeckt.
4. bis 8. Baukomplex der ehemaligen Sektkellerei Graeger:
Die Anlage wurde Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Früher standen an dieser Stelle Hofhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die den Familien von Metternich-Winneburg (Bassenheimer Hof) und von Dahlberg gehörten. Ein alter Inschriftstein und ein Sandsteinkapitell sind davon erhalten. Neben zwei schlichten zweigeschossigen Wohnbauten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, das eine mit Fachwerkobergeschoss, entstand 1891 ein dreigeschossiges Stadtpalais für Carl und Ida Graeger. Die Fassade ist aufwändig im Stil der Neorenaissance gestaltet, die Innenausstattung qualitätvoll. Das Schmiedeeisentor ist reich verziert. Um 1889 wurden die rückwärtigen Kellereigebäude in Backsteinmauerwerk unter Einbeziehung von Weinkellern aus dem 17. und 18. Jahrhundert errichtet.
Die Maßnahmen im Einzelnen:
4. Hochheim Mainzer Str. 23 – Stadtpalais-
Der neue Eigentümer der oberen Etagen des so genannten Stadtpalais hat die Fenster denkmalgerecht erneuert und die Innenräume behutsam saniert. Vorhandene historische Türen und Böden wurden saniert und neue Türen stilgerecht nachgebaut.
5. Hochheim, Mainzer Straße 23 – Stadtpalais-
Die neue Eigentümergemeinschaft hat die Fassade saniert und das Dach mit Schiefer neu eingedeckt. Die Sanierung der Fassade und deren Farbgebung wurden aufgrund restauratorischer Untersuchungen eng mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt.
6. Hochheim Neudorfgasse 7a – ehemaliges Kellereigebäude-
In den ehemaligen Kellereigebäuden aus dem Jahr 1889 entstanden drei Einfamilien-häuser. Im „Kopfbau“ zur Neudorfgasse hin wurden die Fenster denkmalgerecht erneuert.
7. Hochheim, Neudorfgasse 7b – ehemaliges Kellereigebäude-
Im mittleren der drei Wohnhäuser wurden die Fenster erneuert und die Decken saniert beziehungsweise erhalten, auch der Innenausbau war denkmalgerecht. Das Dachgeschoss erhielt, in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden, Gauben. Die Backsteinfassade wurde gereinigt und saniert, Fensterbänke und andere kaputte Sandsteinteile erneuert.
8. Hochheim, Neudorfgasse 7c – ehemaliges Kellereigebäude-
Wie am Haus Neudorfgasse 7b wurde auch am Haus 7c verfahren. Hier befindet sich
zudem der ehemalige Zugang zu den zur Anlage gehörenden Weinkellern. Dieser wurde unverändert erhalten.
9. Eppstein, Hintergasse 7
Die kleine Scheune liegt in der denkmalgeschützten Altstadt von Eppstein. Die Scheune liegt nicht unmittelbar beim Wohnhaus, sondern auf der anderen Straßenseite. Die Scheune war stark sanierungsbedürftig und wurde denkmal-gerecht repariert. Das Scheunendach wurde in Biberschwanz gedeckt.
10. Hochheim, Wintergasse 9
Am Fachwerkhaus wurde die Fassade saniert. Putzschäden wurden ausgebessert, die Fachwerkfassade neu gestrichen, die Fenster bekamen neue Futter.
11. Hofheim-Wallau, Herrnhäuserstraße 3
Das stattliche Gebäude hat eine qualitätvolle Fachwerkfassade. Viele Jahre hat es gastronomischen Zwecken gedient. Nun wird es zu Wohnzwecken genutzt. Dachkonstruktion und Obergeschossdecke waren teilweise reparaturbedürftig und
wurden wieder instandgesetzt.
12. Bad Soden, Am Thermalbad 8
Das Wohnhaus befindet sich in der denkmalgeschützten Gesamtanlage Kronberger
Straße / Kaiserstraße / Am Thermalbad. Die Häuser dieser kleinen Gesamtanlage
entstanden nach 1900, als Bad Soden im Osten des Kurparks erweitert wurde. Das Wohnhaus wurde saniert, erhielt in Anlehnung an alte Vorlagen neue Fenster und eine Dacheindeckung mit Biberschwanz.
13. Hofheim-Marxheim, Eichstraße 9 -
Hier wurden Fenster erneuert.
14. Hofheim – Diedenbergen, Grüne Straße 30
Das eingeschossiges Wohnhaus wird in der Denkmaltopographie des Main-Taunus-Kreises als „Diedenbergener Schneiderhaus“ bezeichnet. Es stammt vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Es wurden Klappläden angebracht, was die Fassade wesentlich aufwertet.
15. Hofheim-Marxheim, Schulstraße 58
Das Fachwerkhaus auf kräftigem Feldsteinsockel liegt im denkmalgeschützten Ortskern von Hofheim-Marxheim. An der Fachwerkkonstruktion wurde unter anderem eine Schwelle erneuert.
Quelle: Stadt Hofheim – Pressestelle (Main-Taunus-Kreis)
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