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Hünfeld: Dr. Fennel – Nicht dem Vergessen preisgeben

Pressemeldung vom 10. Januar 2011, 10:09 Uhr

Stadt Hünfeld stellt kleinen Führer zum Projekt „Stolpersteine“ vor

Hünfeld. Zu dem Projekt „Stolpersteine“, mit dem an die 14 Hünfelder Juden erinnert werden soll, die während der NS-Diktatur ermordet wurden, hat die Stadt Hünfeld jetzt einen kleinen Führer herausgegeben. Wie Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel dazu betont, sollen diese Stolpersteine an jüdische Mitbürger erinnern, die durch ihre Ermordung während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft keine Gräber haben.

Der kleine Führer ist kostenlos im Bürgerbüro sowie im I-Punkt am Bahnhof erhältlich.

Der kleine Führer zeigt die Standorte der Wohnhäuser der früheren jüdischen Familien im Stadtgebiet auf, vor denen im Gehweg in Form von kleinen Messingwürfeln „Stolpersteine“ durch den Künstler Gunter Demnig verlegt worden waren. Die Initiative dazu hatte der junge Hünfelder Bastian Nitzschke ergriffen. Unterstützt wurde er dabei von Elisabeth Sternberg-Siebert aus Burghaun, die sich um die Erforschung des jüdischen Lebens im Hünfelder Land große Verdienste erworben hat, berichtet der Bürgermeister.

Der Flyer erinnert auch an die bewegende Gedenkfeier im Rahmen des 700-jährigen Jubiläums der Stadtrechte Hünfeld, mit der die Gedenksteine seinerzeit der Öffentlichkeit übergeben worden waren. Damals sprach der heute in New York lebende gebürtige Hünfelder Jude Alfred Strauss das Totengebet.

Bürgermeister Dr. Fennel, der gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteher Dietmar Weidenbörner damals zu Ehren der Opfer Rosen an den Stolpersteinen niedergelegt hatte, erklärte seinerzeit, dass man das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen könne. Niemand könne dieses unbeschreibliche, grausame Unrecht an Millionen jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger in Europa wiedergutmachen. „Was wir tun können und tun müssen, ist, all dies nicht in Vergessenheit geraten zu lassen – zur Mahnung und zugleich als Auftrag für Generationen, nie mehr einen Holocaust in Deutschland und darüber hinaus zuzulassen“.

Es sei schmerzvoll, aber wichtig, sich auch dieses Teils der Geschichte zu erinnern. Deshalb würden die Stolpersteine künftig auch bei Stadtführungen in Hünfeld ein Thema sein. Er sei dankbar, dass auch das Konrad-Zuse-Museum mit Stadt- und Kreisgeschichte einen eigenen Ausstellungsbereich dem jüdischen Leben im Hünfelder Land gewidmet habe. Wer diese Ausstellung besuche, werde feststellen, dass mit den Verbrechen in der Nazizeit auch ein Teil des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens der Stadt unwiederbringlich ausgelöscht worden sei. Jüdische Mitbürger hätten über Jahrhunderte auch in Hünfeld Verantwortung in der Gesellschaft übernommen, hätten gelebt, gearbeitet, gefeiert und Kinder groß gezogen. Viele freundschaftliche Kontakte hätten christliche und jüdische Hünfelder Bürger miteinander verbunden. Nur aufgrund der religiösen Unterschiede seien die jüdischen Mitbürger in der Zeit des Dritten Reichs schikaniert, entrechtet, in den Tod getrieben und schließlich ermordet worden. Für ihn sei es ein tief beeindruckendes Erlebnis gewesen, dass trotz dieser Geschichte der gebürtige Hünfelder Jude Alfred Strauss aus tiefer Überzeugung bekannt habe, dass Hünfeld nach wie vor bis heute seine Heimatstadt sei.

Quelle: Magistrat der Stadt Hünfeld

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