Kreis Bergstraße: Keine Zerschneidungsvariante durch den Wald

Pressemeldung vom 10. Mai, 2010, 10:41 am

Regionalversammlung Südhessen bezieht klare Position zur geplanten ICE-Streckenführung

Kreis Bergstraße (kb.) Die Regionalversammlung Südhessen hat einem gemeinsamen Antrag der Fraktionen von CDU und FDP gegen die ICE-Trassenführung durch den Viernheim/Lampertheimer Wald in parteiübergreifender Einstimmigkeit zugestimmt. Landrat Matthias Wilkes, der selbst Mitglied der Regionalversammlung Südhessen ist, zeigte sich hoch erfreut, dass der von ihm initiierte und von Staatsminister Jürgen Banzer (CDU) und Wolfgang Knoll (FDP) gemeinsam eingebrachte Antrag angenommen wurde. Das ist eine sehr deutliche Position der Regionalversammlung, die mit dem Konsens in der Region in Einklang steht, sieht sich Wilkes, der den Antrag in der Regionalversammlung am Freitag, 07.05. selbst erläutert hat, in seinen Bemühungen zur geplanten ICE-Streckenführung der Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim im Sinne der Bergsträßer Bürger gestärkt. Im Beschluss heißt es unter anderem “…Die zusätzliche Trassierung “Mannheim Direkt”, besser bekannt als die “Mark-Variante”, verstößt auf Grund ihrer erheblichen Zerschneidungswirkung gegen das raumordnerische Ziel der Bündelung und bedürfte einer eigenen raumordnerischen Beurteilung innerhalb eines Raumordnungsverfahrens. Im Hinblick auf die Interessenslage des Lorscher Siedlungsraums und den Konsens der Region bezüglich der Streckenführung ist die Neubaustrecke von Lorsch nach Mannheim auf der Westseite gebündelt entlang der Bundesautobahn A67 zu führen…” Landrat Matthias Wilkes hält den Beschluss für ein wirkungsvolles Mittel gegenüber der Deutschen Bahn AG, stellt die Regionalversammlung darin nämlich unmissverständlich fest, dass die Strecke auf der Westseite der Autobahn zu bündeln ist, was insbesondere auch den Interessen der Stadt Lorsch Rechnung trägt, für die sich Landrat Wilkes in seiner Erläuterung besonders eingesetzt hat. Das raumordnerische Ziel der Bündelung wird von der Regionalversammlung parteiübergreifend als von besonders hoher Bedeutung für den Erhalt des zusammenhängenden Waldes und damit des Naherholungsraums der Menschen gesehen. Der Beschluss deckt sich zudem mit dem Ergebnis des Frankfurter Fachanwaltsbüros, dass den von Wilkes ins Leben gerufenen Arbeitskreis “ICE-Trassenführung auf Bergsträßer Gemarkungen” vertritt und in dem neben den betroffenen Städten und Gemeinden auch die Bürgerinitiativen “Lebensraum vor ICE-Trasse” und “Mensch vor Verkehr” vertreten sind, die sich wie Hessen-Forst ebenfalls in dem Beschluss bestätigt fühlen dürften. Ebenso machte sich die Regionalversammlung Südhessen die Forderungen zu eigen, die von den Landräten des Kreises Bergstraße Wilkes und des Odenwaldkreises Kübler vor geraumer Zeit bei einer Pressekonferenz in Darmstadt formuliert wurden, die für Darmstadt geplanten ICE-Züge alle über den Hauptbahnhof in Darmstadt zu führen und auf den “Mondbahnhof” Tann zu verzichten. Nur im Hauptbahnhof können die Fern- und Nahverkehre zusammengeführt und eine direkte Anbindung an den internationalen Flughafen Frankfurt Rhein-Main sichergestellt werden, so Wilkes. Die Verknüpfung der Nahverkehre mit dem Fernverkehr im Darmstädter Hauptbahnhof sei ein wesentlicher Faktor für die Anbindung des Raums Aschaffenburg, des Odenwaldes und letztlich auch der gesamten Bergstraße bis einschließlich der Stadt Heidelberg an das Hochgeschwindigkeitsnetz und damit für die Bürger unverzichtbar.

Quelle: Kreis Bergstraße / Bürgerservice und Presse

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