Odenwaldkreis: Modellprojekt „Avatartheater“ erfolgreich umgesetzt
Pressemeldung vom 8. April, 2010, 4:09 pm
Jugendliche schaffen in den Osterferien in Lützelbach ein besonderes Bühnenstück – Thema: Erste Hilfe
„Eine junge Frau liegt früh am Morgen regungslos auf der Straße. Eine Kellnerin sieht sie und rennt zu ihr, um zu helfen. Sie leistet Erste Hilfe und rettet damit das Leben der Frau.“ Szenenbeschreibung eines Theaterstücks der besonderen Art: Bei dem erstmalig in Hessen ausgeführten Modellprojekt „Avatartheater“ erlebten Jugendliche während der Osterferien, wie Theater und Computerspiel kombiniert und zu einer neuen Form zusammengefügt werden können. Dazu wurde eine eigens von den Jugendlichen entwickelte Geschichte zum Teil durch sie selbst als Schauspielerinnen und Schauspieler real auf der Bühne, zum Teil durch ihre animierten Computerfiguren – so genannte Avatare – auf der Leinwand dargestellt. Im Laufe des Theaterstücks wird immer wieder zwischen den beiden Darstellungsweisen gewechselt.
Das dreitägige Kooperationsprojekt der Kinder- und Jugendförderung Odenwaldkreis und des Instituts für Medienpädagogik und Kommunikation (MuK / Frankfurt am Main) fand in Lützelbach statt und griff bewusst das Thema Erste Hilfe auf: Teilgenommen hatten junge Leute vom Jugend-Rot-Kreuz Lützelbach, die ihr Hobby ganz schnell in den Mittelpunkt des Theaterstücks stellen wollten. Nachdem sie sich mit Hilfe des Computerspiels ihre eigenen virtuellen Charaktere erstellt hatten, konnten erste Szenen der Geschichte mit dem Computer „gedreht“ werden.
Dabei bot sich den Jungregisseuren eine breite Palette an Darstellungsmöglichkeiten. Nicht nur die Handlungsschritte an sich konnten aus einer Reihe vorgegebener Aktionen ausgewählt werden. Auch Drehort, Kamera-Perspektive oder Set-Ausstattung ließen sich nach Belieben anpassen. Die Jugendlichen vertonten die animierten Sequenzen selbst, unterlegten sie mit Musik und kürzten sie an manchen Stellen wieder. Schließlich wurden die realen Szenen geprobt, die die digitalen Ausschnitte ergänzten und die Geschichte vervollständigten.
So entstand in kurzer Zeit ein kleines Theaterstück, das die Möglichkeiten des Mediums Computerspiel für sich nutzt, um Handlungen einzubauen, die auf der Bühne nur schwer oder gar nicht dargestellt werden können. Eine Aufführung des „Avatartheaters“ im kleinen Kreis ist für Mitte Juni geplant.
Die Projektleiter Katrin Fetsch (Kinder- und Jugendförderung), Markus Daum und Katharina Hülse (MUK) zeigten sich mehr als zufrieden mit dem Verlauf des Seminars: „Es ist schon erstaunlich, was man mit dieser kreativen Kombination alles darstellen kann und wie schnell ein Ergebnis zu sehen ist“ – so fassten die drei Pädagogen ihre Erkenntnisse zusammen. Sie denken bereits über eine Wiederholung des Projekt-Angebots zum Ende des Jahres nach. Informationen dazu gibt es bei der Kinder- und Jugendförderung des Odenwaldkreises unter der Rufnummer 06062 703916 oder per E-Mail unter der Adresse k.fetsch@odenwaldkreis.de
Quelle: Odenwaldkreis / Pressestelle
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