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Werra-Meißner-Kreis: Landrat Reuß stellte Masterplan Integration auf Integrationskonferenz des Deutschen Landkreistages vor

Pressemeldung vom 16. Dezember 2016, 12:02 Uhr

Der Deutsche Landkreistag hat in Berlin eine Konferenz zu Fragen der Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum veranstaltet, auf der Landrat Stefan Reuß den Masterplan Integration des Werra-Meißner-Kreises vorgestellt hat. Neben einer Reihe von Landräten und Landesministern hat auch Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière an der Konferenz teilgenommen. Hintergrund ist die aktuelle Studie des Deutschen Landkreistages mit dem Titel „Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen – strategische Leitlinien und Best Practices“, in der auch die Integrationsarbeit im Werra-Meißner-Kreis als „Best Practic-Modell“ vorgestellt wird.

DLT-Präsident Landrat Reinhard Sager formulierte zur Eröffnung der Tagung: „Die Landkreise können die herausfordernde Integration von Flüchtlingen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt meistern. Integration darf nicht scheitern. Gerade die Landkreise haben ein ausgeprägtes Interesse daran und sind der Ort, an dem wesentliche Weichen für eine gelingende Integration gestellt werden. Wir sind uns aber bewusst, dass dafür auch politische, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen von Bund und Ländern gesetzt werden müssen, die diese kommunale Aufgabe bestmöglich unterstützen.“

Landrat Stefan Reuß betonte, wie wichtig ein konzeptionelles Vorgehen, die Einbindung aller relevanten Akteure und eine gute Verzahnung mit dem Ehrenamt und Vereinen ist. Dabei berichtete er von den Erfahrungen im Werra-Meißner-Kreis und dem Weg bis zur Erstellung des Masterplans Integration. „Uns war von Anfang an klar, dass nach der Linderung der akuten Not der Flüchtlinge die Frage der Integration schnell drängend werden würde. Deshalb haben wir nicht auf Land oder Bund gewartet, sondern sofort eigene Maßnahmen ergriffen. An erster Stelle stand und steht für uns der Spracherwerb, Schulbildung, Ausbildung und so schnell wie möglich Integration in Arbeit. Das muss flankiert werden durch die gesellschaftliche Integration, bei der das bürgerschaftliche Engagement und die Vereine eine sehr große Rolle spielen“, skizzierte Landrat Stefan Reuß den Ansatz des Werra-Meißner-Kreises.

Der Landrat betonte aber auch, „dass Integration auch gewollt werden müsse und keine Einbahnstraße ist. Wir fördern und fordern, nur so kann es gelingen, die Menschen zu integrieren und zugleich die Gesellschaft zusammen zu halten.“ In diesem Zusammenhang warnte Reuß auch vor einer Überforderung des Ehrenamtes: „Der Staat muss seiner Verantwortung für eine gelingende Integration nachkommen. Das Ehrenamt kann dies unterstützen und ergänzen, aber darf nicht das Gefühl bekommen staatliches Nichthandeln auffangen zu müssen.“

In diesem Zusammenhang mahnt der Landrat Bund und Land das Integrationspotential der ländlichen Räume einerseits zu erkennen, anderseits aber auch finanzielle und gesetzliche Rahmen zu schaffen, die die Umsetzung auch möglich machen.

Hintergrund: Die DLT-Studie stellt Praxiserfahrungen von 18 Landkreisen in den für die Integration wichtigen Handlungsfeldern Wohnen, Sprache, Arbeit und Ausbildung, Schule und Bildung, Ehrenamt sowie gesellschaftliches Zusammenleben dar und macht diese anhand von guten Beispielen für andere Kommunen nutzbar. Das Projekt zeigt, auf welche Weise Integration gelingen kann. Gemeinsam mit dem beauftragten Beratungsunternehmen Viventure wurden insgesamt 150 Einzelinterviews mit Landräten, Integrations- oder Flüchtlingsbeauftragten sowie mit Verantwortlichen von Integrationsprojekten geführt.

Quelle: Werra-Meißner-Kreis / Presse und Öffentlichkeitsarbeit

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