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Wetteraukreis: Kreis fördert Fahrten zu Gedenkstätten des nationalsozialistischen Terrors

Pressemeldung vom 30. Juni 2016, 14:01 Uhr

„Knapp 1.000 Schülerinnen und Schüler haben seit Januar 2016 eine Gedenkstätte des nationalsozialistischen Terrors besucht“, das teilte Landrat Joachim Arnold mit.

Überwiegend war es die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald, die von rund 880 Schülerinnen und Schülern besucht wurde. Auch die Gedenkstätte in Hadamar war Ziel einer Studienfahrt. Insgesamt 13 Schulen aus der ganzen Wetterau nutzen die Unterstützung, die der Kreistag für die Gedenkstättenfahrten beschlossen hatte. „Ein Drittel der reinen Fahrtkosten werden auf Antrag und ohne großen bürokratischen Aufwand erstattet“, teilte Landrat Joachim Arnold mit, der ungeachtet der Sparbemühungen diesen Haushaltsposten mit den notwendigen Mitteln ausstattet.

„Die Fahrt in eine Gedenkstätte des nationalsozialistischen Terrors ist gerade vor dem Hintergrund des Erstarkens rechter populistischer Parteien dringlicher denn je. Leider gibt es keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme. Wer so etwas verspricht, handelt bestenfalls populistisch, aber nicht ehrlich“, so der Wetterauer Landrat. „Mit der Unterstützung von Studienfahrten zu Gedenkstätten des NS-Terrors wollen wie einen Beitrag zur Immunisierung gegen rechtsradikales Gedankengut leisten“, so Arnold weiter.

„Der Besuch von Gedenkstätten des nationalsozialistischen Terrors ist eine ergreifende, erkenntnisreiche und nachhaltige Erfahrung für den weiteren Lebensweg der Schülerinnen und Schüler“, schreiben die Lehrer Eberhard Kaiser und Christian Beyersdorf, die mit Schülerinnen und Schülern der Limesschule Altenstadt in Buchenwald waren. Cederic Hahn und Tobias Beckers, zwei Schüler der Limesschule, schreiben von einem erschütternden und emotionalen Tag für die gesamte Klasse. Eine Studienreise dorthin sei sehr zu empfehlen, „da es sehr informativ, prägend und Teil der Deutschen und somit auch unserer Geschichte ist“.

In einer Klassenarbeit des Leistungskurses Geschichte des Georg-Büchner-Gymnasiums Bad Vilbel heißt es über einen Besuch in einer Gedenkstätte des nationalsozialistischen Terrors: …“Wir betraten die Überreste der von Menschen geschaffenen Hölle: Schornsteine, Zäune, Ruinen, Gaskammern und Lagerhütten sind die letzten stummen Zeugen der Verbrechen, die sich dort ereigneten und welche man sich heute kaum noch vorstellen kann… Zeugnis eines Massenmordes, welcher in seiner Grausamkeit einzigartig ist und ein Mahnmal an die Menschheit darstellt, welches nicht vergessen werden kann und darf“.

Seit 2015 auch Förderung von Stätten der Erinnerung und Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur

Neben Fahrten zu Gedenkstätten des nationalsozialistischen Terrors unterstützt der Wetteraukreis auch Fahrten zu Stätten der SED-Diktatur mit einem Drittel der reinen Fahrtkosten. Das hat der Kreistag im vergangenen Jahr beschlossen.

„Im vergangenen Jahr hatten wir erst eine Fahrt, die sich mit der SED-Vergangenheit auseinandergesetzt hat. Ich gehe davon aus, dass es in diesem Jahr mehr Anträge geben wird“, erwartet Landrat Joachim Arnold.

Quelle: Wetteraukreis / Fachdienst Kundenservice und Kommunikation

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