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Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar: Mit der ‚Assistierten Ausbildung‘ den zweiten Blick wagen

Pressemeldung vom 24. Juni 2015, 12:58 Uhr

.Neues Instrument zur erfolgreichen Ausbildung benachteiligter Jugendlicher
.Jobcoaches unterstützen Unternehmen und Jugendliche
.Ab Sommer jeweils zwölf Teilnehmerplätze in Lahn-Dill und Limburg-Weilburg

Die Klagen der Betriebe sind nicht neu: Der personelle Aufwand für die Ausbildung werde zunehmend größer, gleichzeitig gehe die Zahl der ausbildungsfähigen Bewerber stetig zurück. Tatsächlich blieben 2014 im Lahn-Dill-Kreis 108 und im Kreis Limburg-Weilburg 68 bei der Arbeitsagentur gemeldete Lehrstellen unbesetzt – auch, weil Betriebe die Risiken als zu hoch bewerteten und trotz zunehmender Fachkräfteknappheit auf die Einstellung eines Auszubildenden verzichteten. Eine kritische Entwicklung, auf die jetzt nach Angaben der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar mit einem neuen arbeitsmarktpolitischen Instrument reagiert worden sei. Mit der neuen „Assistierten Ausbildung“ (AsA) werde Berufsvorbereitung und Ausbildung verknüpft und die reguläre Ausbildung von lernbehinderten oder sozialbenachteiligten Jugendlichen während der gesamten Ausbildungsdauer von Jobcoaches professionell begleitet. Dabei unterstütze der Jobcoach auf Wunsch auch die Unternehmen durch individuelle Hilfen bei der Verwaltung, Organisation und Durchführung der Ausbildung.

Die Jugendlichen können bereits bei der Lehrstellensuche ausbildungsvorbereitende Hilfen, wie berufspraktische Erprobungen und begleitete Vorstellungsgespräche in Anspruch nehmen. Ab Ausbildungsbeginn können sie außerhalb der Arbeitszeit zwischen vier und neun Unterrichtsstunden zum Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten und zur Förderung fachtheoretischer Fertigkeiten erhalten. Die AsA biete zudem auf die jeweils persönliche Situation zugeschnittene individuelle Unterstützung und Begleitung an. Diese kann von der Förderung der IT- und Medienkompetenz über eine intensive Elternarbeit bis hin zur Krisenintervention reichen. Ausbildungsabbrüchen soll so frühzeitig begegnet werden. Der Arbeitgeber trägt die herkömmlichen Ausbildungskosten inklusive der Ausbildungsvergütung. Alle Kosten der Assistierten Ausbildung übernimmt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.

Für die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, Angelika Berbuir, ist die ,AsA‘ wegen der möglichen organisatorischen Unterstützung insbesondere für Unternehmen, die erstmals oder nach längerer Unterbrechung wieder ausbilden wollen, von besonderem Nutzen. Aber auch für andere Ausbildungsbetriebe sei das Angebot vor dem Hintergrund sinkender Schulabgängerzahlen von großem Interesse: „Die Assistierte Ausbildung eröffnet den Betrieben die Möglichkeit, auch den zweiten Blick zu wagen und Jugendlichen eine Chance zu geben, die zwar keine ,Zwei‘ in Deutsch oder Mathe haben, jedoch andere Fertigkeiten mitbringen.“ Dies sei angesichts der demografischen Entwicklung für manche Betriebe die einzige Chance, ihre betriebliche Zukunft zu sichern. Berbuir appelliert an die Unternehmen, sich zukünftig auch neuen Rekrutierungs- und Ausbildungsmethoden öffnen. „Die Assistierte Ausbildung bietet den Betrieben durch die professionelle Begleitung Gelegenheit, andere als die bisher gewohnten Wege zu gehen und so den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs heranzubilden“, ergänzt Berbuir. Für das neue Programm stünden im Lahn-Dill-Kreis und im Landkreis Limburg-Weilburg zum Sommer jeweils zwölf Teilnehmerplätze zur Verfügung. Interessierte Unternehmen können sich unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 4 555 20 beim Arbeitgeberservice informieren.

Quelle: Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar

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