Energiewechsel

Bad Homburg v.d.Höhe: Bad Homburg will weitere Gutachten zu Vorrangflächen in Auftrag geben

Pressemeldung vom 14. Dezember 2016, 16:35 Uhr

Die Stadt Bad Homburg v.d.Höhe wird weitere Gutachten zu zwei geplanten Vorrangflächen für Windkraft in Auftrag geben. Das kündigte Oberbürgermeister Alexander Hetjes in der 3. Sitzung der Verbandskammer des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain an, auf deren Tagesordnung der Beschluss über die erneute Offenlage des Sachlichen Teilplans Erneuerbare Energien stand.

Hetjes erklärte, Bad Homburg lehne die Flächen mit den Nummern 5701 und 5401 ab. Er erwarte auch, dass beide Flächen nach erneuter Prüfung nicht mehr im Sachlichen Teilplan enthalten sein dürften. Die Stadt werde ihre Position mit zusätzlichen Gutachten untermauern. Sollte die Endfassung des Teilplans beide Flächen enthalten, werde er die Vorlage ablehnen müssen, obwohl Bad Homburg den Sachlichen Teilplan Erneuerbare Energien grundsätzlich für sinnvoll halte.

Die Fläche mit der Nummer 5701 liegt auf Friedrichsdorfer Gemarkung zwischen Köppern und der Saalburg, 5401 im westlichsten Zipfel der Bad Homburger Gemarkung in Richtung Großer Feldberg.

Oberbürgermeister Hetjes wies darauf hin, dass vor allem bei der Vorrangfläche auf Friedrichsdorfer Gemarkung ein unverhältnismäßig teurer sowie ökologisch erheblicher Eingriff in den Forst erforderlich sei. Trotz der hohen Investitionen werde eine Windkraftanlage länger wegen Vogelzugs stillstehen müssen. Zudem werde eine Anlage in Sichtweiter der Saalburg liegen. Es gebe zudem kein eigenes Gutachten zur Windhöffigkeit für beide Flächen.

Genauer werde die Stadt auch beim Artenschutz hinsehen. Dabei gehe es um unter anderem um Brutstätten für den Roten Milan und für Fledermäuse. In der direkten Nachbarschaft zur Fläche 5701 gebe es geschützte Fledermausarten. „Alle diese Fragen lassen wir seitens der Stadt Bad Homburg gutachterlich prüfen“, so Hetjes.

Die westlich gelegene Fläche sei darüber hinaus nur fünf Kilometer vom Taunusobservatorium der Goethe-Universität entfernt. Das geophysikalische Observatorium ist Teil einer weltweit angelegten Anlage zur Prüfung seismologischer Aktivitäten. Der Betrieb von Windkraftanlagen stört die Messungen empfindlich, und zwar in einer Entfernung von bis zu zehn Kilometern.

Quelle: Bad Homburg v.d.Höhe

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