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Bad König: Fahrradreparaturen verhelfen Jugendpflege in Bad König zu elementaren Einblicken

Pressemeldung vom 19. September 2016, 15:52 Uhr

Seit Ende August hat die Fahrradwerkstatt im AWO-Jugendtreff der Stadt Bad König ihren Betrieb aufgenommen. Bei seinen intensiven Vorbereitungen hatte Jugendpfleger Lutz Schröder ein Thema nicht ins Kalkül gezogen, das sich am Ende als sehr bedeutend heraustellt. Der Sozialarbeiter wollte in den Sommerferien eine Werkstatt einrichten, um kleine Macken an Fahrrädern zu reparieren, die für die Flüchtlingshilfe als Spende angeboten wurden und um Kindern, Jugendlichen und Schutzsuchenden zu vermitteln, ihre fahrbaren Untersätze selbst zu pflegen und zu reparieren. Dabei sollten positive Nebeneffekte in Gang kommen: Menschen jeglichen Alters und jeglicher Herkunft sollten miteinander arbeiten, sich kennen und gegenseitig schätzen lernen. Die Beteiligten sollten stolz darauf sein, etwas mit ihren eigenen Händen zu schaffen und den Wert ihres Gefährts zukünftig mehr achten. Außerdem gehörte zur Strategie, unbrauchbare Drahtesel auszuschlachten und daraus gewonnene Ersatzteile zu verwenden. Das schont Umwelt und Geldbeutel. Auf diese Weise sollten auch diejenigen in den Genuss eines Fortbewegungsmittels kommen, die es sich finanziell nicht unbedingt leisten können.

Diese Vorhaben wurden mittlerweile mehr oder weniger umgesetzt. Menschen, die sich eben noch fremd waren, kamen über ihre Fahrräder miteindander ins Gespräch, wenn es sein musste in einem Kauderwelsch aus mehreren Sprachen oder mit Händen und Füßen. Nicht wenige verließen glücklich und zufrieden den Jugendtreff. Sie freuten sich, dass der Service wirklich nichts kostet. Dass diese Pläne in Erfüllung gingen, ist Bürgerinnen und Bürgern zu verdanken, die Fahrräder, Ersatzteile und Werkzeuge spendeten. Dazu kommen ehrenamtliche Helfer, allen voran ein Familienvater aus dem vorderen Orient, dessen technisches Geschick und Verständnis wesentlich zum Gelingen des Projekts beiträgt.

Appell an Erziehungsberechtigte und Betreuer/innen Mit einem hatte der Jugendpfleger nicht gerechnet. Seine Klienten fuhren zum Teil mit tollen Bikes vor, die sich bei kritischer Bertrachtung als Klapperkisten entlarvten und ein Quell von Unfall- und Verletzungsgefahren darstellten. Obwohl es auf den ersten Blick nicht zu sehen war, gingen die Bremsen nicht, fiel das Licht aus oder waren Bauteile unsachgemäß montiert. Ein Jugendlicher fuhr beispielsweise seit Tagen ohne Bremsen. Eine Grundschülerin wollte mit Kinderlogik überzeugen: „Du musst nur mein Vorderlicht reparieren! Hinten sehe ich sowieso nichts!“ Vom ersten Tag an hat sich gezeigt, dass das Unterfangen durch Aufklärung und tatkräftige Hilfe einen bedeutenden Beitrag zur Verkehrserziehung und Verkehrssicherheit leistet. Trotz aller Bemühungen lassen sich aber nicht alle Defekte reparieren, weil es z.B. an passenden Teilen oder Spezialwerkzeug fehlt. Allen wird in diesen Fällen ans Herz gelegt, die nötigen Teile zu kaufen und einzubauen oder Fachleute zu konsultieren und ihr Gefährt nur zu nutzen, wenn es verkehrssicher ist. Damit die Warnungen verstanden und dauerhaft beachtet werden richtet Lutz Schröder, AWO-Jugendpfleger der Stadt Bad König, einen dringenden Appell an alle Erziehungsberechtigten und Betreuer/innen: „Bitte schauen Sie, dass die Fahrräder der Kinder, Jugendlichen und Schutzsuchenden verkehrsicher sind! Leisten Sie einen Beitrag zum Schutz vor Unfällen! Suchen Sie im Zweifelsfall eine Fachwerkstatt oder zunächst uns auf!“ Die Fahrradwerkstatt findet jeden Donnerstag ab 17:00 Uhr im AWO-Jugendtreff der Stadt Bad König, Schulstraße 7 statt. Bei gutem Wetter draußen. Bei schlechtem Wetter im Spieleraum im Erdgeschoss. Infos unter l.schroeder@awo-odenwald.de und 06063 951 92 90.

Quelle: Stadt Bad König

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