Energiewechsel

Bad Vilbel: Ab 18. Oktober fliegen Flugzeuge 1.000 Fuß höher

Pressemeldung vom 2. Oktober 2012, 10:30 Uhr

Stadtrat Jörg Frank hat gute Ergebnisse vom Treffen mit Fraport im Gepäck

Am Donnertagabend war Bad Vilbels Erster Stadtrat Jörg Frank zu Gast bei Frankfurts Flughafenbetreiber Fraport. Gemeinsam mit Karbens Bürgermeister Guido Rahn, dem Rendeler Ortsvorsteher und Vertretern der Bürgerinitiativen aus Bad Vilbel und Karben wurde mit Vertretern der Fraport und dem Hessischen Fluglärmschutzbeauftragten Patrick Kirsch über die aktuellen Maßnahmen zur Reduzierung der Überflüge über Bad Vilbel diskutiert. „In einem sehr sachlichen und konstruktiven Dialog wurde unsere Forderungen zur Lärmminimierung erneut angesprochen, mit dem erfreulichen Ergebnis, dass die Mindestflughöhe des Gegenanflugs über der Quellenstadt ab dem 18. Oktober um 1.000 Fuß (von 5.000 auf 6.000 Fuß) von der Deutschen Flugsicherung angehoben wird, was zu einer Verminderung der Geräuschkulisse führen wird. Ein gutes Ergebnis und ein schöner Erfolg für alle Bürgerinnen und Bürger Bad Vilbels“, berichtet Jörg Frank.

Mit der Anhebung des Gegenanflugs um 1.000 Fuß könnten auch die Flugzeuge auf der Abflugroute 07-N (lang) schneller an Höhe gewinnen, da die startenden Maschinen die landenden unterfliegen und mit der Anhebung mehr Platz dafür wäre. „Wir erhalten sozusagen eine neue Freiheit nach oben. Es bleibt nur die Frage, wie wir diese nutzen? Wir haben die Hoffnung, dass damit die Flugzeuge schneller steigen könnten, was mit Sicherheit eine weitere Minimierung der Geräuschkulisse bedeuten würde. Auf dieses konkrete Ziel arbeiten wir weiter hin. Dafür sind allerdings weitere Gespräche mit der Deutschen Flugsicherung zu führen“, berichtet Frank.

Bei dem Gespräch wurden zudem weitere Probleme erörtert: Das große Ärgernis, dass die abfliegenden Flugzeuge die offiziell ausgewiesene Abflugroute 07-N (lang) zu schnell verlassen, in den sogenannten Direktflug eindrehen und damit in Fächerform über die Bad Vilbeler Kernstadt und Massenheim fliegen, soll mit einer strikteren Einhaltung der Flugroute eingedämmt werden. „Wir fordern weiterhin die strikte Einhaltung der Flugroute, die per se auf der Höhe der Bundestraße 521 zwischen Enkheim und Niederdorfelden und damit über weit weniger bewohntem Gebiet verläuft. Zudem entsteht beim Einfächern durch das Steigen der Maschinen in Kurven wegen der Aerodynamik mehr Lärm. Durch das Steigen auf gerader Strecke wäre dies geräuschärmer. Die Einhaltung der Flugroute wäre daher sehr sinnvoll“, so Frank weiter.

Zur Einhaltung dieser Flugroute ist die Deutsche Flugsicherung durch die übergeordnete Behörde des Bundesamts für Flugsicherung verpflichtet, von der nur wenige Abweichungen erlaubt sind. „Die jetzige Handhabung des Nichteinhaltens und der Auffächerung der Flüge über Bad Vilbel könnte daher rechtswidrig sein, weil so durch die Hintertür eine neue Flugroute entstehen könnte. Leider steht uns als Stadt Bad Vilbel keine Klagebefugnis zu. Ob und inwieweit allerdings die Bürgerinitiativen dagegen rechtliche Schritte einklagen können bleibt abzuwarten“, argumentiert Bad Vilbels Erster Stadtrat.

Ein weiterer Gesprächspunkt war die bisher vermutete Verlegung von Maschinen von der Frankfurter Abflugroute 07-N (kurz) auf die Bad Vilbel betreffende 07-N (lang). Diese scheint nach aktuellen Messungen der Fraport nicht stattzufinden. Grund dafür ist, dass nicht weniger Menschen davon betroffen wäre, sondern im Endeffekt mehr. Dazu kommentiert Jörg Frank: „Ein weiterer Erfolg für Bad Vilbel. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie endgültig diese Aussagen sein werden, wir bleiben an der Sache dran.“

Zwar ist ein Erfolg mit der Anhebung der Flugrouten um 1.000 Fuß zu verzeichnen, um den ergänzenden Forderungen aber auch weiterhin mit Nachdruck fortzuführen, ist angedacht, dass sich die Stadt Bad Vilbel gemeinsam mit der Nachbarstadt Karben und den beiden Bürgerinitiativen gemeinsam um einen Sitz im Konvent vom Forum Flughafen und Region bemühen wird. Dies ist ein Gremium, das zur Flugroutenfestsetzung angehört wird und in dem, im Gegensatz zur Fluglärmkommission, neben hauptamtlichen Vertretern der Kommunen auch Bürgerinitiativen zugelassen sind.

„Wir als Stadtverantwortliche kümmern uns kontinuierlich um die Belange der Bürgerinnen und Bürger in Bad Vilbel. In diesem Fall sind wir gemeinsam mit der Bürgerinitiative und der Stadt Karben an den Flughafenbetreiber Fraport herangetreten, um die Forderungen nach einer Lärmreduzierung erneut zu wiederholen. Mit den nun vorliegenden Ergebnissen können wir zufrieden sein, werden aber auch mit Nachdruck versuchen, die weiteren Maßnahmen im Sinne unserer Bürger durchzusetzen“, äußert sich Bad Vilbels Erster Stadtrat Jörg Frank abschließend.

Quelle: Stadt Bad Vilbel

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