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Bad Vilbel: Früherer Bürgermeisteramtssitz kann Raum für Heimatlose bieten

Pressemeldung vom 20. April 2015, 11:05 Uhr

Vereine erhalten adäquate, weiterhin kostenfreie Räumlichkeiten in Dortelweil

Der Raumbedarf für die Unterbringung von Schutz suchenden Flüchtlingen steigt, wie in vielen anderen Städten, auch in Bad Vilbel. Neben weiteren städtischen Liegenschaften erscheint auch die Nutzung der Alten Bürgermeisterei in Dortelweil für die Aufnahme dieser Menschen geboten. Um den bisher dort verkehrenden Vereinen adäquate Möglichkeiten für ihren Raumbedarf zu bieten, lud die Stadtverwaltung jüngst zu einem personenstarken Gesprächstermin. Im Ergebnis ging es um Räume im Obergeschoss, so dass der große Sitzungs- und Veranstaltungsbereich im Erdgeschoss und auch Lagermöglichkeiten unter dem Dach für Vereine erhalten bleiben.

„Beinahe täglich erreichen uns Bilder von Menschen, die aus schierer Verzweiflung aus ihrer angestammten Heimat flüchten müssen und den beschwerlichen Weg in das friedliche Europa auf sich nehmen. Wie schon im vergangenen Jahrhundert, ist unsere Stadt daher gerne sicherer Zufluchtsort für solche Menschen. Aktuell haben 106 Flüchtlinge in den städtischen Liegenschaften in der Frankfurter, Homburger, Friedberger und Rodheimer Straße sowie im „Glück-Haus“ in der Kurt-Moosdorf-Straße Unterkunft gefunden. Weil die weltpolitische Lage nicht einfacher wird und der Wetteraukreis bereits weitere Zuweisungen bestätigt hat, müssen zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten gefunden werden. Eine Möglichkeit dafür ist eben auch die Alte Bürgermeisterei in Alt-Dortelweil“, verdeutlichte Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr zum Beginn des Gesprächs die aktuellen Rahmenbedingungen.

Vertreterinnen und Vertreter von Volkshochschule, Kerbburschen, Naturheilverein, Bildungsforum, Linedance, Verein für Traditionspflege, Bahai-Gemeinde und dem Ortsbeirat sprachen zusammen mit Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr, Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn sowie Mitarbeitern aus dem Bau-, Sozial- und Hauptamt über die alternativen Möglichkeiten. Zuvor wurde der Raumbedarf von den Vereinen und Organisationen an die Stadt Bad Vilbel gemeldet. Weil die Nutzung durch die Vereine nicht sonderlich umfangreich ausfällt – oftmals nur jeweils einmal pro Woche – ist es gelungen, die von den Vereinen mitgeteilten Termine in vollen Umfang im gleichen oder anderen Häusern in Dortelweil zu realisieren. Dies größtenteils durch die Optimierung der Nutzung der Räume im Erdgeschoss der Alten Bürgermeister selbst, denn nur die beiden Obergeschosse in der Bahnhofstraße 46 sollen künftig für 15 Flüchtlinge genutzt werden. Weil Dortelweil selbst auch über zahlreiche öffentliche Gebäude verfügt, sind alternative Nutzungen im Kultur- und Sportforum, im erst kürzlich errichteten Sportlerheim oder auch im Efzet-Forum denkbar, die den Vereinen weiterhin kostenfrei zur Verfügung gestellt werden können. Außerdem wurden Lagermöglichkeiten für Kerbburschen und andere Vereine in Aussicht gestellt. Einzig das in die Jahre gekommene und kaum noch genutzte Fotolabor des Bildungsforums ist noch in der Diskussion, ob tatsächlich hierfür Ersatz gefunden werden muss. Die Vereinsvertreter zeigten sich insgesamt gesehen sehr kompromissbereit.

„Es ist wichtig, den hier buchstäblich bei uns gestrandeten Menschen eine neue Heimat zu geben und sie schnellstmöglich bei uns zu integrieren. Dies gelingt durch das große Engagement der ehrenamtlichen Kräfte aus der Bürgerschaft, die gemeinsam mit der Stadtverwaltung, den Kirchen und eben auch den Vereinen in unserer Stadt diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe stemmen. Zum Erfolgsrezept gehört, dass wir die Flüchtlinge nicht irgendwo am Stadtrand geballt zusammen ansiedeln, so wie es andere Kommunen tun, sondern sie in der Mitte der Stadt und damit auch in der Mitte der Gemeinschaft beherbergen. Und neben der Innenstadt sind eben auch die einzelnen Stadtteile gefordert. Wenn alle gewillt sind dabei mitzuhelfen und sich flexibel auch bei der ein oder anderen lieb gewonnen Gewohnheit zeigen, dann ist eine der großen Herausforderungen der heutigen Zeit auch hier in Bad Vilbel gut zu bewältigen“, erläutert Bad Vilbels Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn.

Quelle: Stadt Bad Vilbel

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