Energiewechsel

Bad Vilbel: Nachhaltiges Ernten nach 10-Jahres-Plan

Pressemeldung vom 23. Februar 2015, 15:01 Uhr

Wie in Bad Vilbels Stadtwald aktuell Holz geerntet wird / Waldwege werden nach Holzeinschlag wieder glattgezogen

Der Bad Vilbeler Wald ist für viele Bürgerinnen und Bürger ein Naherholungsgebiet vor der eigenen Haustür und erfreut sich großer Beliebtheit. „Doch ist der Stadtwald auch Lieferant des nachwachsenden Rohstoffs Holz, was Besucher nicht nur an den Holzstämmen an den Wegesrändern erkennen können“, erläutert Bad Vilbels Feldschütz, Marc Dudda.

In der Herbstsaison wird nach den Vorgaben der hessischen Forstämter für jeden hessischen Wald in öffentlichem Besitz ein Jahresplan zur Holzernte erstellt. Der hiesige Revierförster, Helmut Link, setzt den Plan vom Forstamt Nidda aktuell für die Quellenstadt um und fällt die entsprechenden Bäume.

„Der gesamte Stadtwald ist dabei in 28 unterschiedlich große Parzellen unterteilt und das darin befindliche Holzkontingent wird nach den Vorgaben be- und verwertet. Konkret werden Hölzer dem Wald entnommen und von der Industrie in vielfältiger Art und Weise, zum Beispiel als Funier- oder Brennholz, weiterverarbeitet. Auch private Interessenten können, nach der Vorlage eines gültigen Motorsägenscheins, über den Revierförster in speziell zugewiesenen Bereichen selbst Kamin- und Brennholz für den Eigengebrauch schlagen“, erläutert Feldschütz Dudda.

Oberstes Gebot im Vilbeler Wald ist dabei aber immer das Prinzip der Nachhaltigkeit. Konkret wird dafür unter anderem bei der Verjüngung des Waldes nur selten eingegriffen, wodurch sich der Wald selbst entwickeln kann. Nachwachsendes Gehölz wird besonders geschont, sodass auf Nachpflanzungen größtenteils verzichtet werden kann. Zudem sind prägnante Habitatbäume, die für die Arterhaltung ungemein wichtig sind, geschützt.

Spezialtraktoren bergen die gefällten, mehrere Tonnen schweren Stämme, schneiden sie zurecht und hieven sie an die Rückegassen. Das sind unbefestigte Fahrgassen ausschließlich für den Holzabtransport. An diesen können sie von LKWs mit Kränen aufgeladen und abtransportiert werden. Aber auch Rückepferde kommen vermehrt wieder im Bad Vilbeler Wald zum Einsatz. Die Kaltblüter mit einem Eigengewicht von bis zu 900 kg ziehen die Stämme dann auf Anweisung der Holzrücker an die Gassen. Für den Erhalt des Waldbodens ist dies hilfreich, verdichten sie den Boden deutlich geringerer als die schwereren Großmaschinen und benötigen weniger Rückegassen, sodass diese teilweise wieder geschlossen werden können.

Weil die Produktion in den Sägewerken ganzjährig läuft, die Bäume aber nur in bestimmten Zeiten von Oktober bis Februar gefällt werden, können die Stämme an den Rückegassen auch mal für mehrere Wochen zwischengelagert werden. Die gefällten Holzstämme und auch sonstiges, am Boden liegendes Holz sind verkauft. Darauf weisen die gesprühten Kennzeichen auf den Stämmen hin, die an die Rückewegen zwischengelagert wurden. Aber diese Stämme sind kein Spielplatz! Durch das Besteigen können sie ins Rutschen kommen und zu schweren Verletzungen führen. Wir bitten dies zu beachten. Dadurch entsteht aber in keinster Weise ein Nachteil für den Wald.

„Nach Abschluss der Holzernte bis zum Beginn der Brut- und Setzzeit am 1. März werden die Rückegassen wieder mit Kronenholz, dem übrig gebliebenen Geäst der gefällten Bäume, an den Hauptwegen sichtbar verschlossen. So sollen Spaziergänger und Waldbesucher erkennen, dass dies keine Wege sind. Die in den verschiedenen Waldteilen lebenden Tierarten brauchen diese Ruhezonen. Die für den Einschlag genutzten Waldwege selbst werden von Revierförster Helmut Link ebenfalls nach Beendigung der Arbeiten in der kommenden Kalenderwoche wieder in Ordnung gebracht und so glattgezogen, dass ein Begehen auch ohne stärkeres Sohlenprofil wieder besser möglich ist“, erläutert Marc Dudda.

Die Brut- und Setzzeit dauert in Wäldern, Feldfluren, Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten vom 1. März bis zum 30. September. Unabhängig davon herrscht im gesamten Waldgebiet ganzjährig Leinenzwang für Hunde, gleicher welcher Größe und Rasse. Zudem herrscht vom 1. März bis 31. Oktober im gesamten Wald wegen erhöhter Waldbrandgefahr ein komplettes Rauchverbot, offenes Feuer ist ganzjährig nicht gestattet.

Quelle: Stadt Bad Vilbel

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