Energiewechsel

Beerfelden: Schafschurerlebnis am Reußenkreuz

Pressemeldung vom 30. Juni 2015, 14:38 Uhr

Das Erlebnis Schafschur und der Genuss an Lammgerichten in einem Odenwälder Lammwochen: Schäfer und Wirte zeigen ihr Können
Schäfer, die Schafe züchten und halten, sind mit Herzblut bei der Sache. Drei Männer, die dieser Leidenschaft erliegen, sind Harald Brandel (Hesseneck-Kailbach), Peter Müller (Erbach) und Udo Wüstenhagen (Beerfelden) vom Odenwälder Schäferverein. Kaum haben die 22. Odenwälder Lammwochen begonnen, boten die drei Schafszüchter am Sonntag, 21. Juni 2015, beim Schafschur-Erlebnis- und Genusstag am Waldgasthof Reußenkreuz (Sensbachtal) einem interessierten Publikum einen kleinen Einblick in ihr Handwerk.
Nach gerademal zehn Minuten ist alles schon vorüber, denn beim Schafscheren muss jeder Handgriff sitzen und der Schäfer mit äußerster Konzentration und großem Einfühlungsvermögen vorgehen. Der drei Jahre alte schwarzköpfige Bock verliert dabei vier bis fünf Kilogramm Wolle; ein Naturprodukt, das uns in kuschligen Textilien, wärmenden Schuhfütterungen und in gefüllten Sitzpolstern (Wohnung, Auto, Flugzeug) begegnet. Weitere Verwendungen findet Wolle als Dämm-Material für Wände und Dächer, als Erosionsschutzmatte an Autobahnböschungen und neuerdings auch als organische Dünge-Pellets, welche in einer Beerfelder Gärtnerei zu erwerben sind. Schäfer Peter Müller muss behutsam vorgehen, damit das 130 Kilogramm schwere Tier ruhig sitzen bleibt und nicht verletzt wird. Mit der linken Hand hält er den Bock fest im Griff, ohne ihm dabei weh zu tun. Wie Udo Wüstenhagen geht Peter Müller der Schafszucht in seiner Freizeit nach und züchtet neben dem schwarzköpfigen Fleischschaf Suffolks. In Beerfelden grasen vorwiegend Texelschafe und Rhönschafe, die die beiden Schäfer Udo Wüstenhagen und Klaus Pollmann auch zur Pflege der Wiesenflächen einsetzen, auf denen das Solarkraftwerk errichtet wurde. Überhaupt leisten die beliebten Vierbeiner einen enormen Beitrag zur Landschaftspflege. „Sie werden überall dort eingesetzt, wo Rinder schon ihrer Größe und des Gewichts wegen nicht in Frage kommen: auf Restflächen, auf dicht bewachsenen Streuobstwiesen, entlang von Bahndämmen oder der Ränder eines Golfplatzes und auf Baugelände, aber auch auf der Herbstweide und auf ausgebrannten Südhanglagen finden Schafe noch genügend Nahrung“, listet Harald Brandel die wichtigsten Weideflächen auf. Der leidenschaftliche Schäfer hat sich auf die weiße gehörnte Heidschnucke spezialisiert, eine genügsame extensive Rasse.

Zurück zum Schafschurerlebnis: Die kleine Schafskunde mit einem eigens zu diesem Zweck aufgestellten Gatter hat sich besonders für die zuschauenden Kinder gelohnt. Die geschorene Wolle durften sie mit nach Hause nehmen. Übrigens ist das Odenwälder Weidelamm kein Kostverächter und lässt sich besonders gerne die Wildkräuter und -blüten schmecken, die an den Randlagen wachsen. Und was dies für den Liebhaber von Lammfleisch bedeutet, darauf macht Schäfermeister Udo Wüstenhagen Appetit: „Odenwälder Weidelamm zeichnet sich durch ein zartes, besonders mageres und leicht marmoriertes Fleisch aus.“ Die Vielfalt seiner Zubereitungsmöglichkeiten spiegelt sich auf der Speisekarte des Waldgasthofes Reußenkreuz mit etwa einem Dutzend Lammgerichte wieder. Küchenchef Markus Kroll und Inhaberin Brigitte Rüting empfehlen, sich auf der Terrasse die geschmorte Lammkeule mit Wurzelgemüse und Gratin servieren zu lassen. Nicht minder beliebt sind Lammspieß mit Ratatouille und Olivenpüree, Lammschulter mit Bohnen und Gratin oder Lammleber mit Pilzen, Spätzle und Salat. Den kulinarischen Höhepunkt auf der Speisekarte gibt es noch bis zum Ende der Lammwochen am 5. Juli.

Quelle: Tourist-Information „Beerfelder-Land“

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