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Bensheim: Sanierung des Goethe-Brunnens für 2012 in Aussicht gestellt

Pressemeldung vom 6. Juni 2011, 11:36 Uhr

Neben dem bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im heutigen Fürstenlager angelegten Gesundbrunnen gehört auch der im Eingangsbereich des ehemaligen Marmoritwerkes gelegene so genannte Goethe-Brunnen zur früheren Sommerresidenz der hessischen Fürsten.

Die dem Brunnen speisende eisenhaltige Quelle wurde 1767 entdeckt und wohl auf Betreiben des hessischen Erbprinzen als Goethe-Brunnen 1784 in der heutigen Gestalt angelegt. Der unmittelbar am westlichen Ortseingang von Hochstädten, in einem von Linden bestandenen Gelände gelegene Brunnen wird von einem Eisengeländer eingerahmt, das erst im Zuge einer späteren Instandsetzung von 1961 geschaffenen wurde.

Der Goethe-Brunnen ist von besonderer orts- und kulturgeschichtlicher Bedeutung und geriet aus diesem Grund auch in die Schlagzeilen. Das idyllische Kleinod an der Grenze zwischen Auerbach und Hochstädten liegt in der Zuständigkeit des Landes und sollte ursprünglich im Rahmen der Überarbeitung des Fürstenlagers bereits 2006 saniert werden. Aus Kostengründen wurden die Arbeiten jedoch nicht wie vorgesehen realisiert. Aufgrund einer parlamentarischen Initiative kam das Thema 2008 wieder auf den Tisch und 2009 wurden vom Land 30 000 Euro zur Verfügung gestellt, um in einem ersten Schritt die größten Schäden zu beseitigen und die aufwändige Führung der Entwässerung zu sanieren. Nach jüngsten Informationen aus Wiesbaden besteht nun die Möglichkeit, dass die Instandsetzung des Goethe-Brunnens im kommenden Jahr in Angriff genommen werden könnte.

Dem Magistrat lag in seiner aktuellen Sitzung eine Nachricht vom Hessischen Baumanagement vor, wonach mit der Genehmigung und Bereitstellung der erforderlichen Haushaltsmittel im Haushaltsjahr 2012 gerechnet wird. Planung und Kostenrechnung für die Sanierung seien zwischenzeitlich dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst als zuständigem Ressortministerium zur fachlichen Genehmigung vorgelegt worden.

Damit sich aber bis zu den Sanierungsarbeiten der Zustand der Anlage nicht weiter verschlechtert, werden unabhängig davon mit den beim Hessischen Baumanagement verfügbaren Bauunterhaltungsmitteln notwendige Reparatur- und Reinigungsarbeiten an Goethe-Brunnen vorgenommen. Dazu gehört auch die Klärung des zeitweise wieder aufgetretenen Wasserrückstaus in der Brunnenanlage. Der Magistrat hat versichert, über die Umsetzung oder neue Entwicklungen jeweils zeitnah zu informieren.
In dem von der Landesdenkmalpflege herausgegebenen Band Kulturdenkmäler in Hessen wird der Goethe-Brunnen wie folgt beschrieben:

„Kreisrunde, über zwei Meter ausgehobene Vertiefung mit ebenem Boden und einer Treppenanlage an der Westseite. In der Mitte ein runder Steintisch auf vierseitigem Sockel mit abgefasten Kanten. Gegenüber der Treppe zwei Brunnenstuben mit korbbogig schließenden Türöffnungen, die von zwei geschweiften Wandbrunnen in gelbem Sandstein mit Löwenköpfen in Rotsandstein gerahmt werden. Die Wandbrunnen mit Rocailleornamentik; die Löwen speien Wasser in kleine, ornamental geschmückte Becken. Umlaufend eine steinerne Bank. Im Eingangssturz der Brunnenstuben die Datierung 1784. Neben der Treppe ein Wasserablaß. Es wird vermutet, dass Goethe diesen Brunnen gekannt hat, da in seiner lyrischen Dichtung „Hermann und Dorothea“ eine anschauliche Beschreibung geboten wird..“

Quelle: Pressestelle Stadt Bensheim

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