Energiewechsel

Büdingen: Büdingen soll Mitglied bei der Mittelhessischen Energiegenossenschaft werden

Pressemeldung vom 6. Juni 2011, 14:33 Uhr

In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde der Antrag der Grünen auf Mitgliedschaft bei der Mittelhessischen Energiegenossenschaft in den zuständigen Ausschuss überwiesen. Die Büdinger Energiewirtschaft kann mit dem Beitritt in Kooperation mit anderen Partnern neue Möglichkeiten zur Nutzung regenerativer Energien entdecken und durchführen. Zugleich könnten die Stadtwerke Impulse und Handlungschancen für eine sinnvolle Positionierung am Energiemarkt gewinnen.

Um Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung zu erstellen bedarf es zunächst einer nicht unerheblichen finanziellen Investition. Diese Hürde ist vor allem für Kommunen mit hohem Schuldenstand nicht so einfach, obwohl hier der größte Bedarf an energetischer Sanierung vorliegt und viele geeignete Dachflächen vorhanden sind.

Aus diesem Grund gründete sich die Mittelhessische Energiegenossenschaft (MiEG, Infos unter 06004-2209), die bereits kurz nach ihrer Gründung 123 Mitglieder aufweist. Die MiEG versteht sich als Bürgergenossenschaft auf regionaler Ebene. Windkraft- und Photovoltaikanlagen, Biomassekraftwerke oder intelligente Stromspeicher sollen in Wetterauer Kommunen entstehen – und zwar mit Geld aus der Wetterau. Auch die Energieberatung soll ein Aufgabengebiet werden.

Gründungsmitglieder waren die Bürgermeister von Friedberg, Wölfersheim, Ober-Mörlen, Butzbach, Rockenberg, Reichelsheim und Bad-Nauheim. Die Genossenschaft steht allen Bürgern offen und will ohne Großkonzerne und Großkapital auskommen. Die MiEG plant zunächst jeweils eine Solaranlage in Butzbach und eine in Ober-Mörlen. Bürger können bei der Genossenschaft Einlagen erwerben und somit wird jedem die Teilhabe an den öffentlichen Investitionen ermöglicht; Beteiligung an den Überschüssen inklusiv. Anteile können bereits ab 100 € gezeichnet werden. Weitere Vorteile sind, dass beim Bau von Anlagen lokale Handwerker bevorzugt werden sollen und die Steuereinnahmen ebenfalls lokal fließen. Auch die finanzierenden Banken sollen im lokalen Raum gesucht werden. Die erste Veranstaltung in Ober-Mörlen hat das benötigte Kapital für eine geplante Photovoltaikanlage bereits am ersten Abend vollständig erbracht – es scheint also Bedarf an öffentlicher Beteiligung zu geben.

Da die ersten Projekte und Veranstaltungen die Erwartungen der Initiatoren deutlich übertroffen haben, kann auch an eine spätere Ausweitung der Aktivitäten in den Bereich Energiespeicherung gedacht werden. Nach den Sommerferien wird die Konzeption der Mittelhessischen Energiegenossenschaft in Büdingen öffentlich vorgestellt.

Quelle: Büdingener Geschichtsverein

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