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Erbach: Ausbildung im Verbund – Vorteile für alle Beteiligten

Pressemeldung vom 5. August 2009, 16:25 Uhr

Private Wirtschaft und Verwaltung: Aktueller Erfahrungsaustausch bei Privat-Brauerei Schmucker

Erbach. „Die Verbund-Ausbildung hilft weitere Ausbildungsplätze zu schaffen und bietet vor allem kleineren Betrieben und Gemeindeverwaltungen eine Chance, Auszubildende zu beschäftigen und sie an den Betrieb heranzuführen, ohne dass damit unüberschaubare wirtschaftliche und finanzielle Risiken einhergehen“. Mit diesen Worten beschrieb der Geschäftsführer der Privat-Brauerei Schmucker, Willy Schmidt, die wachsende Bedeutung der Verbund-Ausbildung vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Er war es auch, der am 4. August 2009 in seinem Unternehmen in Ober-Mossau Gerd Hübner, Oberamtsrat bei der Gemeinde Reichelsheim, und die Koordinatorin der Verbund-Ausbildung für das Landratsamt in Erbach, Maria Zeitler, begrüßte. Ihre Gemeinsamkeit: Sie als Hauptverantwortliche geben Stephanie Löbel, einer angehenden Kauffrau für Bürokommunikation, die Chance, nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung in die Berufswelt zu starten.
Die Ausbildung von Stephanie Löbel begann am 1. August 2008. Seitdem war sie neun Monate bei der Gemeinde Reichelsheim und arbeitet nun seit drei Monaten bei Schmucker. Ab September wird die Kreisverwaltung die Ausbildung weiterbetreuen. Aufgrund der wechselnden Abschnitte bietet sich der Nachwuchskraft eine außergewöhnliche Aufgaben-Vielfalt. Mit ihrer Situation ist Stephanie Löbel „rundum zufrieden“, wie sie im Gespräch mit ihren Ausbildern sagte. Sie äußerten sich ihrem Schützling gegenüber gleichfalls anerkennend.
Maria Zeitler sieht in der relativ neuen Form der Berufsvorbereitung ein „Modell für die Zukunft“. Es sei heute nicht mehr üblich, dass man bis zum Ende des beruflichen Werdegangs immer am gleichen Arbeitsplatz bleibe. Der Verbund bringe deutliche Vorteile gegenüber der herkömmlichen Ausbildung. Die Nachwuchskräfte durchlaufen innerhalb ihrer Lehrzeit mehrere Ausbildungsstätten und können so sehr unterschiedliche Erfahrungen sammeln, sei es nun innerhalb einer Behörde oder eines privatwirtschaftlichen Betriebes. Durch die ständigen Wechsel wird die Flexibilität gefördert. Dies verkürzt später im Falle einer Versetzung die Anpassungsphase.
Gerd Hübner sieht in dem neuen Modell nicht nur eine Chance für die Auszubildenden, sondern auch für die öffentliche Verwaltung: „Die Jugendlichen lernen in den privatwirtschaftlich geführten Unternehmen viele betriebswirtschaftliche Elemente kennen, die sie später in der Verwaltung anwenden können“. Die Entwicklung der Behörden hin zu modernen Dienstleistungsunternehmen hat zur Folge, dass viele kaufmännische Aspekte aus der privaten Wirtschaft in die öffentlichen Verwaltungen einfließen. So haben in den zurückliegenden Jahren die Kommunen im Odenwaldkreis die doppelte Buchführung (Doppik) eingeführt. Die Umstellung auf dieses neue System ist in der Regel mit zeitaufwendigen Schulungen des Personals verbunden. Mit dieser neuen Form der Buchführung kommen die Verbund-Auszubildenden schon während ihrer Ausbildungszeit in Kontakt. In Betrieben wie der Privat-Brauerei Schmucker lernen sie damit umzugehen. Von dem engen Informations- und Erfahrungsaustausch erhofft man sich in der öffentlichen Verwaltung einen großen Schritt nach vorn.
Der Stellenwert der Verbund-Ausbildung ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Vor allem kleinere Betriebe und Verwaltungen nutzen die Möglichkeit erste Erfahrungen mit einer Ausbildung zu sammeln. Auch größere Betriebe machen von diesem Modell Gebrauch, um weitere Ausbildungsplätze neben den schon vorhandenen zu schaffen.
Quelle: Stadt Erbach – Pressestelle

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