Energiewechsel

Erbach: Die Streuobstaktion 2009 kann beginnen

Pressemeldung vom 25. August 2009, 13:56 Uhr

Amt für den ländlichen Raum: Im Herbst sollen 1000 junge Bäume gepflanzt werden – Nachhaltige Unterstützung durch den Kreis

Erbach. Es ist so weit: Die inzwischen 22. Streuobstaktion zur Pflanzung von bis zu 1.000 Hochstammobstbäumen im Odenwald kann starten. Ablauf und Bedingungen werden wie in den Vorjahren sein: Bestellung und Antrag beim Amt für den ländlichen Raum (ALR) in Reichelsheim. Wenn die Bäume im Außenbereich zur Ergänzung alter Streuobstbestände oder neu gepflanzt werden, gibt es einen Zuschuss. Ausgabestellen werden voraussichtlich Anfang November wieder auf den Bauhöfen in Bad König und Fränkisch-Crumbach eingerichtet.
Bisher kam der Zuschuss von 10.000 Euro für die jährliche Pflanzaktion vom Regierungspräsidium Darmstadt. Hier wurden Mittel der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgabe verwendet, die als finanzieller Ausgleich für regionale Großbauprojekte eingenommen werden, wenn ein reales Kompensieren des Naturverlustes durch Biotopaufwertung an anderer Stelle nicht erbracht werden konnte. Die Streuobstwiesen im Odenwald zu pflegen und nachhaltig durch Pflanzen neuer Hochstammobstbäume zu erhalten, bedeutet eine Aufwertung der Natur und wurde als besonders effektive Maßnahme regelmäßig gefördert.
Zu Beginn des Jahres 2009 hatte das Regierungspräsidium schon vorsorglich mitgeteilt, dass die Ausgleichsabgabemittel für die Odenwälder Streuobstaktion wegen neuer Prioritäten des Landes nicht mehr zur Verfügung gestellt werden könnten. Auf diese Nachricht, die die Streuobstaktion in Frage stellte, reagierte Landrat Horst Schnur sofort und stimmte mit der Leiterin des ALR Elsbeth Kniß und dem Leiter der Naturschutzbehörde Klaus Bischoff ab, dass wegen der Bedeutung und des Erfolges der alljährlichen Streuobstaktionen deren Fortsetzung auch mit eigenen Mitteln des Odenwaldkreises gesichert werden müsste.
Horst Schnur betonte bereits im Februar in einer Pressemitteilung, dass der Erhalt der landschaftstypischen Streuobstwiesen für den Odenwaldkreis von großer Bedeutung ist. Im ertragsstarken Apfeljahr 2008 hatten die alten Baumbestände unter der Last der reifen Früchte sehr gelitten. Daher soll im kommenden Herbst zu einer verstärkten Pflanzaktion eingeladen werden. Der Landrat bittet alle Grundstückseigentümer, beim Erhalt der Streuobstwiesen mitzuwirken.
Ausgleichsabgabe-Mittel, die vom Odenwaldkreis direkt eingenommen werden, sollten zur Förderung der Aktion herangezogen werden. Es handelt sich dabei jedoch auch um Geld vom Land, das wie im Fall der Mittel des Regierungspräsidiums in Wiesbaden verwaltet wird. Noch im Mai teilte das Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit: „Denken Sie bitte daran, dass es . . . zu massiven Einnahmekürzungen kommen kann . . . , das heißt noch freie Mittel könnten zu einem Teil für übergeordnete Zwecke des Naturschutzes Ihrer Naturschutzbehörde entzogen und zum Beispiel einer Stiftung zugeführt werden“. So blieben die Planungen im Odenwaldkreis und auch die Förderung der Streuobstaktion im Ungewissen.
In diesen Tagen jedoch gab Wiesbaden die Mittel frei und die Aktion kann starten. Antragsformulare für mehr als hundert verschiedene für den Odenwald gut geeignete Apfel,- Birnen- und weitere Obstsorten können bei beim Amt für den ländlichen Raum, Kurt Ester, Telefon 06164 505, angefordert oder auch aus dem Internet – www.streuobstregion.de – heruntergeladen werden. Beim ALR und bei den örtlichen Obstbau-Fachwarten können Interessierte sich auch über die richtige Sortenwahl informieren und beraten lassen.
Streuobstwiesen anzupflanzen und zu pflegen ist eine besondere, Generationen umfassende Kulturleistung. Heute gepflanzte Bäume werden vor allem den nachfolgenden Generationen Ertrag bringen. Die Streuobstaktion als ursprünglich behördliche Förderungsmaßnahme ist auf gutem Weg, durch Unterstützung der Obst- und Gartenbauvereine, Naturschutzgruppen und vieler regelmäßiger Teilnehmer selbst Bestandteil der Odenwälder Streuobstkultur zu werden. Damit nachfolgende Generationen jedoch auch das Wissen über die Obstsorten und die richtige Pflege und Vermehrung theoretisch und vor allem in der praktischen Anwendung überliefert bekommen, ist sie eingebunden in vielfältige Aktivitäten zur Förderung der Streuobstkultur. Dazu zählt die regionale Ausbildung der Obstbau-Fachwarte. Dafür bietet das Amt in Reichelsheim ab Januar 2010 wieder einen Grundlehrgang an. Auch der alljährliche Streuobsttag in der Pudermühle in Bad König/Nieder-Kinzig am Samstag, dem 03. Oktober 2009 (Feiertag Tag der Deutschen Einheit) ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Odenwälder Streuobstkultur, auch dort wird die Vielfalt der Odenwälder Obstsorten aufgezeigt.

Quelle: Stadt Erbach – Pressestelle

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