Energiewechsel

Erbach: Frauenbüro und Volkshochschule laden zu einem literarischen Kultursommer-Abend ein

Pressemeldung vom 27. August 2009, 10:56 Uhr

Erbach. Eine literarische Veranstaltung im Rahmen des Kultursommers Südhessen, die Simone de Beauvoir (1908 – 1988) gewidmet ist, bieten die Akademie für lebenslanges Lernen / Volkshochschule Odenwaldkreis (vhs) und das Frauenbüro des Odenwaldkreises bei freiem Eintritt am Donnerstag, dem 10. September 2009, ab 19.30 Uhr in den Räumen der vhs, Bahnstraße 43, in Erbach an. Suzanne Bohn, gebürtige Französin, literarische Übersetzerin und freie Kulturjournalistin, wird in einer biographischen Erzählung Leben und Werk der berühmten Schriftstellerin, Philosophin, Linksintellektuellen und Existentialistin vorstellen.
Simone de Beauvoir wurde mit ihrem Buch „Das andere Geschlecht“, das vor genau 60 Jahren – 1949 – veröffentlicht wurde, zur Leitfigur einer neuen Frauenbewegung. Mit ihrer Feststellung „Man kommt nicht als Frau auf die Welt, man wird es“ revolutionierte sie die Selbstwahrnehmung der Frauen in der ganzen Welt. Sie war die erste Frau, die in die Männer-Domäne der Philosophie eindrang, die erste französische Philosophin, die zu Weltruhm gelangte. Zusammen mit Sartre gründet sie den Existentialismus, ein Plädoyer für eine Gesellschaftsform ganz im Zeichen der Freiheit, der Selbstbestimmung und der Gleichberechtigung in totaler Abkehr von Kulturklischees und Manipulationen der gutbürgerlichen Gesellschaft.
Die Feministinnen bemächtigen sich weltweit der Gedanken von Simone de Beauvoir und verpassen ihr die Zwangsjacke des Feminismus, obwohl die „grande sartreuse“, wie sie die Franzosen wegen ihrer lebenslangen Abhängigkeit von Jean-Paul Sartre nennen, sich selber nie von der feministischen Bewegung vereinnahmen ließ. Besonders die angelsächsischen Feministinnen taten sich mit der Französin schwer. Emanzipiert zu sein bedeutet nicht unbedingt feministisch zu sein – zumal nicht für eine Französin. Simone de Beauvoir: une femme libre? une rebelle? une femme comblée? Eine freie Frau, eine Rebellin, eine glückliche Frau? Das sind die Attribute, die oft mit ihr assoziiert werden.
Die Referentin wird versuchen, diesen Fragen sowie Fragen nach der erstaunlichen Sartre-Hörigkeit nachzugehen.

Quelle: Stadt Erbach – Pressestelle (Odenwald-Kreis)

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