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Erbach: Geteiltes Leid ist doppelter Gewinn: Vorteile für Auszubildende und Betriebe gleichermaßen

Pressemeldung vom 12. August 2009, 15:54 Uhr

Erbach . „Die öffentliche Hand hat eine soziale Verantwortung gegenüber den Jugendlichen in unserem Kreis. Wir wollen ausbilden, aber leider sind die Ausbildungsplätze in unserer Verwaltung stark begrenzt; das ergibt sich bereits aus unseren räumlichen Kapazitäten“. So umschreibt der Bürgermeister der Gemeinde Brombachtal, Willi Kredel, die aktuelle Situation in seiner Behörde. In einer vergleichbaren Lage befinden sich auch andere Verwaltungen und Betriebe im Odenwald, die zwar gerne mehr junge Erwachsene ausbilden würden, dies aber aufgrund begrenzter finanzieller und räumlicher Gegebenheiten nicht leisten können. Die Wirtschaftskrise hat in den vergangenen Monaten die Aussichten vieler Schulabgänger auf eine Lehrstelle nicht gerade verbessert. „Es ist unsere Pflicht, junge Menschen in die Berufswelt zu integrieren“, beschreibt Willi Kredel die Gesamtverantwortung, die er als Dienstherr trotz klammer Kasse verspürt. Hier setzt der Verbund an und hilft die mit der Ausbildung einhergehenden Lasten auf mehrere Schultern zu verteilen, auch nach der Erkenntnis: „Geteiltes Leid ist halbes Leid.“
Die Gemeinde Brombachtal hat in den Jahren 2007 und 2008 insgesamt drei Verbund-Auszubildende aufgenommen und begleitet diese nun zusammen mit drei weiteren Ausbildungsbetrieben auf dem Weg in den Beruf. Um eine reibungslose Ausbildung zu gewährleisten, hatte Bürgermeister Willi Kredel die Verbund-Partner kürzlich zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Ulrike Fill, Prokuristin der Firma Hans-Albert Fill Bauunternehmung GmbH, Beatrice Heßler, Vertreterin der TKS-Sicherheitsdienste GmbH sowie Maria Zeitler, Koordinatorin der Verbund-Ausbildung für die Kreisverwaltung folgten dieser Einladung, um ihre Erfahrungen mit der Verbund-Ausbildung auszutauschen. Die Beteiligten äußerten sich nicht nur „sehr zufrieden“ über die Fortschritte der Berufseinsteiger, sondern auch über das Modell der Verbund-Ausbildung als solches. Ulrike Fill sieht in dieser Art der Berufsvorbereitung vor allem eine „Chance für kleinere Betriebe“, die eine komplette Ausbildung nicht selbstständig anbieten können. Nach Ansicht von Beatrice Heßler genießen auch die Jugendlichen einen bedeutenden Vorteil: „Sie lernen viele neue Aspekte kennen, sei es nun in den Betrieben oder in der öffentlichen Verwaltung. Mit diesem Wissen können sich die Auszubildenden später besser für eine bestimmte Richtung entscheiden.“
An der lockeren Gesprächsrunde nahmen auch die betroffenen Verbund-Auszubildenden teil, die sich begeistert von diesem Projekt zeigten, da sie „völlig unterschiedliche Erfahrungen in völlig unterschiedlichen Bereichen sammeln können.“ Sandra Usinger hat ihre Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation im August 2008 aufgenommen. Im Verbund teilen sich die Hans-Albert Fill Bauunternehmung GmbH, die Gemeinde Brombachtal und die Kreisverwaltung die Ausbildungszeit von insgesamt drei Jahren. Ebenfalls drei Betriebe (Gemeinde Brombachtal, TKS und das Landratsamt) kümmern sich um Rebecca Rebscher, um auch ihr den Start ins Erwerbsleben als Kauffrau für Bürokommunikation zu ermöglichen. Für Jennifer Windisch zeigen sich sogar vier Verbund-Partner verantwortlich: Wiederum die Gemeinde Brombachtal, die TKS, das Unternehmen Fill sowie die Kreisverwaltung bilden die junge Erwachsene zur Kauffrau für Bürokommunikation aus.
Maria Zeitler, Koordinatorin der Verbund-Ausbildung beim Odenwaldkreis, dankte den teilnehmenden Betrieben und der Verwaltung. Für die Zukunft sollen neue Verbund-Partner angeworben werden. Sie hofft dabei auf die Kooperationsbereitschaft weiterer Betriebe im Kreis, um das 2003 gestartete Projekt noch erfolgreicher zu gestalten. Schließlich geht es um die Zukunft junger Menschen.
Die Verbundausbildung wird durch Fördermittel vom Land Hessen und aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt.
Wer sich über das Thema informieren möchte, kann Kontakt mit Projektleiterin Maria Zeitler, Telefon 06062 70462 oder per E-Mail unter m.zeitler@odenwaldkreis.de aufnehmen. Bei ihr kann auch ein Informationsflyer zur Verbund-Ausbildung angefordert werden. Eine Gesamtübersicht aller mitwirkender Betriebe steht im Internet unter www.verbundausbildung.odenwaldkreis.de zur Verfügung.

Quelle: Stadt Erbach – Pressestelle

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