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Frankfurt am Main: „Allein essen ist wie allein sterben“

Pressemeldung vom 11. August 2009, 16:18 Uhr

Ein Holzlöffel ist das neue „Objekt des Quartals“ im Museum der Weltkulturen

Frankfurt am Main. Das Museum der Weltkulturen stellt am Mittwoch, 12. August, um 19 Uhr sein neues „Objekt des Quartals“ vor. Christine Stelzig, Kustodin der Afrika-Sammlung, hat dieses Mal einen Holzlöffel der Guro (Elfenbeinküste) in die Quartalsvitrine gelegt. Ein westafrikanisches Sprichwort sagt: „Allein essen ist wie allein sterben“. Die Bedeutung gemeinsamer Mahlzeiten spiegelt sich bei vielen afrikanischen Gesellschaften in der liebevollen Gestaltung der Esslöffel.

Seit jeher wird der Löffel zur Zubereitung von Nahrung benutzt – und natürlich auch, um diese dann zu essen. Entsprechend vielfältig zeigt sich seine Geschichte und Verwendung in den verschiedenen Kulturen der Welt. Außerordentliche Vielfalt kennzeichnet auch die künstlerische Gestaltung. Afrikanische Löffel haben oftmals einen großen individuellen Reiz, der von hohen ästhetischen Kriterien geprägt ist: „Ob im Ritus oder im Alltag verwendet, zeugen sie von der Wertschätzung, die diesem Gegenstand von seinen Benutzern entgegengebracht wird und der Meisterschaft des jeweiligen Bildhauers“, beschreibt Christine Stelzig das aktuelle „Objekt des Quartals“ des Museums der Weltkulturen.

Die Vorfahren der Guro wanderten bereits im 16. Jahrhundert aus dem nördlich gelegenen Mali in das heutige Staatsgebiet der Elfenbeinküste ein. Die beiden Klimazonen, die das etwa vierzigtausend Quadratmeter umfassende Habitat der Guro in eine nördliche Waldsavanne und einen südlichen Regenwald teilen, bestimmen den Alltag der zumeist sesshaften Ackerbauern. Im Norden wird vor allem Yams angepflanzt, im Süden Reis, Kochbanane und Maniok. Die Wurzelpflanzen werden gekocht und noch heiß in einem Mörser gestampft. Zur Mahlzeit wird der Teig, zu dem würzige Saucen angeboten werden, in einer großen Schüssel herumgereicht und jeder Anwesende bricht mit den Fingern der rechten Hand ein mundgerechtes Stück heraus. Löffel, heute auch Gabel und Messer, sind dagegen einzig den Gästen eines Hauses vorbehalten – aus Respekt, aber auch, um den eigenen Wohlstand vorzuführen. Schön verzierte Holzlöffel gehörten zum gehüteten Besitz der Familien und wurden oftmals nur zu g anz besonderen Anlässen verwendet.

Die Präenstation findet statt im Museum der Weltkulturen, Haupthaus (Foyer), Schaumainkai 29. Der Eintritt ist frei.
Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Pressestelle

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