Energiewechsel

Frankfurt am Main: Das grüne Bauen geht weiter

Pressemeldung vom 1. Juni 2011, 09:06 Uhr

Gewinner des Green Building Preises arbeiten weiter an der Nachhaltigkeit – Bewerbung für 2011 läuft
(pia) „Green Buildings“ sind Vorbilder für energieeffiziente Gebäudekonzepte, ansprechende Gestaltung und eine nachhaltige Bauweise. Acht Gebäude wurden im Jahr 2009 mit dem Architekturpreis der Stadt Frankfurt für nachhaltiges Bauen ausgezeichnet. Die Gewinner entwickeln das Prinzip des grünen Bauens stetig weiter.

So haben der Erfinder des Minimum Impact Hauses, die Stadt Frankfurt und die KfW bereits weitere Projekte geplant, die die Anforderungen des Architekturpreises konsequent fortführen.

Minihaus IIDas Minihaus I von Drexler Guinand Jauslin Architekten wurde 2009 mit dem Green Building Award ausgezeichnet. In Frankfurt Bockenheim entsteht nun ab Herbst 2011 das Minihaus II. Wie bei seinem Vorbild in der Walter-Kolb-Straße wird auch für das Minihaus II eine Restfläche genutzt, denn das Gebäude entsteht auf einem Kiosk aus den 1940er Jahren. Eine besonders innovative Lösung für die innerstädtische Nachverdichtung, denn die Fläche bliebe ansonsten ungenutzt.

Nicht nur die energieeffiziente Bauweise, sondern auch die Wahl des Standortes wirkt sich auf die Ökobilanz eines Gebäudes aus, denn bei einer zentralen innerstädtischen Lage können viele Besorgungen des täglichen Lebens zu Fuß erledigt werden. Dies reduziert die Verkehrsbelastung und die damit verbundenen Umweltauswirkungen. Die Nutzung von Restflächen in der Stadt verhindert außerdem, dass Felder, Wiesen und Wälder in Bauland verwandelt werden. Die Reduzierung des Flächenverbrauchs ist also ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.
Grundschule Atterberry mit Sporthalle und KindertagestätteAuf dem Gelände der ehemaligen Atterberry Kaserne in Bornheim hat das Hochbauamt der Stadt Frankfurt eine vorbildliche Grundschule mit Sporthalle und Kindertagesstätte im Passivhausstandard errichtet. Die Außenwand ist mit 250 Millimetern Wärmedämmverbundsystem, der Boden gegen das Erdreich mit 160 Millimetern Schaumglas und das Dach mit 400 Millimetern Polystyrol gedämmt. Wie in allen Passivhäusern kommen Fenster mit Dreifachverglasung sowie Lüftungsanlagen zum Einsatz. Die Wärmeversorgung erfolgt über Gas-Brennwert-Kessel. Zusätzlich zum außenliegenden Sonnenschutz wurden einbruchsichere Lüftungsklappen zur Nachtauskühlung im Sommer eingesetzt. Die drei eigenständigen Baukörper erfüllen auch hohe gestalterische Ansprüche, denn sie bilden auf dem relativ beengten Grundstück ein Ensemble mit interessanten Raumbezügen und Durchblicken.
KfW WestarkadeBeim Neubau der Ostarkade setzte die KfW 2002 bereits Maßstäbe bei Energieeffizienz und Umweltschutz. Ein weiterer Meilenstein war die Sanierung des Haupthauses, das in den 1960er Jahren erbaut wurde. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2006 benötigt das Gebäude fast 60 Prozent weniger Energie als vorher.

Mit der Fertigstellung der Westarkade geht die KfW noch einen Schritt weiter: Mit einem Primärenergieverbrauch von 98 Kilowattstunden pro Quadratmeter zählt das Gebäude weltweit zu den Bürogebäuden mit den höchsten Ökostandards. Erreicht wird der niedrige Energieverbrauch durch die zweischichtige Druckringfassade. Bei dieser Konstruktion entsteht an der Gebäudeseite, die dem Wind ausgesetzt ist, Druck und an der windabgewandten Seite ein Sog, so dass die Luft am Gebäude entlang strömt. So können die Büros natürlich belüftet werden und das Gebäude wird gleichzeitig gedämmt. Weitere innovative Lösungen, wie die Temperatur-, die Beleuchtungs- und die Jalousiesteuerung, ermöglichen einen sehr effizienten Umgang mit Energie.
Bewerbung Green Building FrankfurtRheinMain 2011Bis 24. Juni läuft die Bewerbungsphase für den Architekturpreis für nachhaltiges Bauen, der im kommenden November zum zweiten Mal verliehen wird. Neu ist, dass jetzt Planer, Architekten und Bauherren aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet teilnehmen können, denn die Städte Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt sowie der Regionalverband FrankfurtRheinMain loben den Preis gemeinsam aus.

Umweltdezernentin Manuela Rottmann fordert alle Besitzer eines energieeffizienten Gebäudes im Rhein-Main-Gebiet auf, sich für Green Buildung zu bewerben, denn ganz gleich, ob Neubau oder Sanierungsprojekt, ob Wohngebäude oder Bürohaus – allen Gebäudetypen steht der Wettbewerb offen.

Informationen zu den Preisträgern von 2009, zur aktuellen Bewerbung sowie zum Fragebogen sind unter www.greenbuilding-award.de erhältlich. Fragen zum Bewerbungsverfahren beantwortet Wiebke Fiebig, Telefon: 069/212-39433, E-Mail: wiebke.fiebig@stadt-frankfurt.de.

Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Presse- und Informationsamt

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