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Frankfurt am Main: Die Archive und die historische Forschung

Pressemeldung vom 24. Juni 2011, 15:59 Uhr

Podiumsdiskussion im Institut für Stadtgeschichte am Montagvormittag mit Archivaren und Historikern(pia) Am nächsten Montagvormittag, 27. Juni, beleuchten zwei Historiker und zwei Archivare die nicht spannungsfreie Beziehung der beiden Berufe zueinander. „Die Archive und die historische Forschung“ heißt die Veranstaltung im Institut für Stadtgeschichte. Ab 10.30 Uhr diskutieren die beiden Ausschussmitglieder des Historikerverbandes, Professor Christoph Cornelißen vom Historischen Seminar der Universität Kiel und Professor Dirk van Laak vom Historischen Institut der Universität Gießen, mit Clemens Rehm vom Landesarchiv Baden-Württemberg (Erster stellvertretender Vorsitzender des VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare) und dem Präsidenten des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, Professor Wilfried Reininghaus. Die Moderation übernimmt Andreas Pilger vom Landesarchiv Nordrhein-Westfalen; er ist Redakteur des Fachblattes „Archivar“, das der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare herausgibt. Verband, Zeitschrift und das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen haben zu dieser Podumsdiskussion eingeladen.

Im 19. Jahrhundert lagen die Berufsbilder des Historikers und des Archivars eng beieinander. Sie verstanden sich als gleichgesinnte und gleichberechtigte Partner auf der Suche nach der historischen Wahrheit. Beginnend mit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts änderte sich diese Situation. Mittlerweile ist eine Kluft zwischen Archiven und geschichtswissenschaftlicher Forschung entstanden, die bereits mehrfach vermerkt und beklagt worden ist. Geändert hat sich aber bislang wenig. Im Gegenteil: Die fachlich-professionelle Eigendynamik und knappe Ressourcen auf beiden Seiten führen eher zu einer weiteren Entfremdung als zu einer Wiederannäherung von Archiven und historischer Forschung.

Die Podiumsdiskussion will das Gespräch zwischen Historikern und Archivaren neu aufnehmen. Führende Vertreter des deutschen Archivwesens einerseits und des Historikerverbandes andererseits wollen die Entwicklungen der vergangenen Jahre mit Blick auf die fachlichen Methoden sowie die institutionellen Rahmenbedingungen in beiden Aufgabenbereichen analysieren und aufzeigen, welche Gefahren bestehen, wenn die Kluft weiterbesteht oder sich noch vergrößert. Für die Zukunft sollen die gegenseitigen Erwartungen der Archive und der Forschung neu abgesteckt und auf dieser Grundlage Perspektiven einer verbesserten Kooperation entwickelt werden. Das Plenum hat Gelegenheit, sich mit Fragen und eigenen Statements in die Diskussion mit einzubringen.

Die Ergebnisse der Podiumsdiskussion sollen im Spätherbst in Heft 4/2011 der Zeitschrift „Archivar“ veröffentlicht werden. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos; eine Anmeldung an archivar@lav.nrw.de iist erwünscht. Die Podiumsdiskussion beginnt um 10.30 Uhr im Institut für Stadtgeschichte, Münzgasse 9.Fragen bitte an Dr. Andreas Pilger vom Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Telefon 0211/159238-201, E-Mail: archivar@lav.nrw.de

Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Presse- und Informationsamt

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