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Frankfurt am Main: Die Mainmetropole als Kinosaal

Pressemeldung vom 25. September 2009, 10:59 Uhr

Zum zwölften Mal findet das „eDIT Filmmaker’s Festival“ in Frankfurt statt

Frankfurt am Main . Produktion und Postproduktion, Animation, Kreation und Design, kurz, die spannendsten Arbeiten für Kino, TV und Werbung – das sind die Inhalte von „eDIT The Filmmaker’s Festival“ vom 4. bis 6. Oktober in Frankfurt. Das Festival ist dabei nicht nur eine Plattform für Kreative und Cineasten, sondern auch der Beweis für die Attraktivität der Medienstadt am Main.

(pia) Nicht ob Film digital produziert wird, ist heute die Frage, sondern wie sich die immer neuen technischen Möglichkeiten optimal nutzen lassen. Darum kreist das eDIT Filmmaker’s Festival, das vom 4. bis 6. Oktober bereits zum zwölften in Frankfurt stattfindet und sich an Medienschaffende aus allen Bereichen richtet. In Zeiten von 3-D-Filmen und -Kinos bezweifelt keiner mehr, dass die digitale Revolution in der Film- und Medienwelt vollzogen ist. Und doch gibt es für die Experten noch einiges zu grübeln, etwa darüber, wie man es möglich machen kann, Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ auch in 40 Jahren noch auf die Leinwand zu bringen. „Wie lassen sich Kinofilme in hoher Qualität aufheben, ohne dass man etwa ein spezie lles Abspielgerät braucht, das es in ferner Zukunft vielleicht schon gar nicht mehr gibt?“, schildert Festivalchef Sebastian Popp das Problem. Er empfiehlt ein über hundert Jahre altes Format: das Negativ, das auch in fernen Zeiten noch abgespielt werden kann. Ein Beispiel dafür, dass es bei dem Festival auch darum geht, über mögliche Schwierigkeiten zu diskutieren, die mit dem technologischen Fortschritt einhergehen.

Auszeichnung für Tarantino-Star
Bei dem Frankfurter Medienevent kommen die kreativsten Köpfe der internationalen Film- und Medienszene zusammen. Themen wie Film- und Postproduktion, digitale Bild- und Tonbearbeitung und Computeranimation werden dabei nicht für Spezialisten aufbereitet, sondern auch für Kreative und Werbefilmproduzenten. Schon der Auftakt zur Drei-Tagesveranstaltung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Hessischen Landesanstalt für Privaten Rundfunk und Neue Medien und der Stadt Frankfurt am Main ist ein Highlight. Allerdings musste der Preisträger des in diesem Jahr zum zweiten Mal in der Festivalgeschichte verliehenen „Special Achievement Award“, der österreichische Schauspieler Christoph Waltz, wegen Dreharbeiten seine Teilnahme absagen. Die ihm zugedachte eDIT-Auszeichnung hat er daher schon im Vorfeld des Festivals erhalten. Der Preis würdigt Waltz‘ bemerkenswerte mehrsprachige Leistung als brillant böser SS-Oberst Hans Landa in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“.

Anspruchsvolles Frankfurter Publikum
Neben weiteren Preisverleihungen – unter anderem erhält der international renommierte Filmcutter Chris Lebenzon den Ehrenpreis des Festivals – gibt es in diesem Jahr mit dem neuen Format „Best of Film Festival“ auch eine Premiere rund um den Kinosaal. Während sich die Workshops, Präsentationen und Vorträge in den Bereichen Animation, Design und Cinematography vorrangig an die filmbegeisterten Profis der Medienindustrie richten, haben Cineasten hier die Möglichkeit, herausragende Werke zu sehen, die zwar auf den renommierten internationalen Filmfestivals gezeigt wurden, in Deutschland aber gar nicht oder nur kurz. Darunter sind „Up“, der Eröffnungsfilm von Cannes 2009, „The Wackness“, der den Pu blikumspreis beim amerikanischen Sundance Film Festival gewonnen hat, und „Secret of Kells“, der Siegerfilm beim Animationsfilmfestival von Annecy. „Das Best of Film Festival passt zu Frankfurt, weil es dem bekannt anspruchsvollen und oft an Zeit knappen Publikum eine Auswahl an ausgezeichneten Filmen bietet, die so dicht nicht wieder im Kino zu sehen sein wird“, erklärt Popp. Die „Best of“-Filme laufen während des eDIT in den E-Kinos, Orfeo’s Erben und im Cinestar Metropolis.

Auf der Suche nach jungen Talenten
Dass die „eDIT“ durchaus mehr Festival als Fachkongress ist, zeigt auch ein Blick auf die „eDIT:eDucation“ – sie ist eine kostenlose Plattform für Schüler und Studenten, Auszubildende und Quereinsteiger, die an Berufsbildern und Qualifikationsmöglichkeiten in der Medienbranche interessiert sind. Die Prinzipien der Animation, die Konzeption eines Computerspiels oder Talent-Networking sind nur einige der Themen. Für junge Talente bis 30 Jahre, die schon hinter der Kamera stehen, wird auf der eDIT außerdem der Young Filmmaker’s Award verliehen. Bis Ende August hatten sie die Möglichkeit, einen maximal 30 Sekunden langen Film einzureichen – das gängige Zeitformat eines Werbefilms, in dem sich be weist, wer eine Vision präzise in Bilder umsetzen kann. Das Motto des Wettbewerbs „Träume“ wird dabei für einige in Erfüllung gehen: Zu gewinnen gibt es insgesamt 4000 Euro und den eDward-Pokal.

Auf dem Weg zum digitalen Schauspieler?
Bewährte Schwerpunktthemen des Festivals bleiben „Visual Effects“ und die Computeranimation. Oscar-Preisträger Craig Barron berichtet beispielsweise von seiner Arbeit an dem Publikumserfolg „Der seltsame Fall des Benjamin Button“. Benjamin Button, im Film dargestellt von Brad Pitt, wird als Greis geboren und wird immer jünger. „Vor zehn Jahren musste Negativbild für Negativbild bearbeitet werden, um nur einen fahrenden Zug zu simulieren“, sagt Popp, „heute hingegen sind Bilderwelten darstellbar, die man sich früher nicht einmal vorstellen konnte.“ Und selbstverständlich werden auch in der weiteren Zukunft wieder Dinge möglich sein, an die man heute noch nicht denkt. Der digitale Schauspiele r zum Beispiel. Theoretisch wird man dann wieder Filme mit Marilyn Monroe drehen können.
Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Pressestelle

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