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Frankfurt am Main: Die Sicht eines Gartenhistorikers auf den Zoo

Pressemeldung vom 14. Juni 2011, 14:21 Uhr

(pia) Die Frankfurter Kunsthistorikerin Ellen Spickernagel lenkt den Blick auf die Darstellung der Tiere in der Kunst. Am Mittwoch, 15. Juni, hält sie um 18 Uhr im Institut für Stadtgeschichte einen Vortrag über die Geschichte des Zoos aus Sicht des Gartenhistorikers.

Der 1874 gegründete Frankfurter Zoo wurde als abwechslungsreicher Landschaftspark mit reicher Bepflanzung, gewundenen Wegen, See und zahlreichen aufwändig gestalteten Tierhäusern angelegt. Sie waren ebenso repräsentativ wie bizarr. So erhielten die Antilopen ein „Schweizerhaus“, die Elefanten ein Gebäude im maurischen Stil. Der Garten sollte nicht nur zoologische Bildung vermitteln, sondern den Stadtbewohnern in Zeiten der Hochindustrialisierung auch Erholung und Unterhaltung bieten.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Zeit um 1900, als durch den wachsenden Import aus den Kolonien die Zahl exotischer Tiere stieg und zusammen mit den heimischen Tieren insgesamt 600 Arten gezeigt wurden. Besonders Raubtiere im Käfig sollten die Herrschaft über das „Wilde“ vor Augen führen. Andererseits versprach die Werbung eine unmittelbare Anschauung der „Tiere aller fremden Zonen in der Intimität ihres Lebens von der Geburt bis zum Tod“.

Max Slevogt, neben Max Liebermann und Lovis Corinth der führende deutsche Impressionist, kam 1901 eigens nach Frankfurt, um im Zoo zu malen. Er richtete seinen unbestechlichen Blick auf die ihn befremdende Präsentation der Tiere und schuf zahlreiche beeindruckende Bilder, die ein neues, modernes Verständnis des Zoologischen Gartens vermitteln.

Der Vortrag findet im Rahmen der im vergangenen Jahr begonnenen gemeinsamen Vortragsreihe „Frankfurter Parkgeschichten“ des Instituts für Stadtgeschichte und der KulturRegion FrankfurtRheinMain statt. Noch bis zum 27. Juli bieten Institut für Stadtgeschichte und KulturRegion FrankfurtRheinMain in vierzehntägigen Rhythmus bei freiem Eintritt immer mittwochs um 18 Uhr im Dormitorium des Institutes für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster, Münzgasse 9, spannende Einblicke in die Geschichte der Frankfurter Gärten.

Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Presse- und Informationsamt

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