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Frankfurt am Main: Gute Stimmung für die Orgelpfeifen

Pressemeldung vom 27. August 2009, 16:52 Uhr

Die Paulskirchen-Orgel wird für den Festakt zum 150. Geburtstag des Freien Deutschen Hochstifts gestimmt

Frankfurt am Main. Stickig, staubig und vor allem eng ist es am Arbeitsplatz von Christoph Rimmele. Gut ist es da, dass der Orgelbauer und sein Auszubildender Stephan Grau schlank genug sind, um sich behände in der Enge zwischen über 3000 Pfeifen der Orgel in der Frankfurter Paulskirche zu bewegen.

Gekommen sind sie von der Orgel-Firma Klais aus Bonn, die 1988 auch für den Bau der Orgel zuständig war, welche nun für den Festakt des 150. Geburtstags des Freien Deutschen Hochstifts am morgigen Freitag gestimmt werden soll. Auch Oberbürgermeisterin Petra Roth begibt sich auf die wackelige Leiter, um einen Blick in die über die Jahre doch recht verstaubte Orgel zu werfen. Rimmele demonstriert, wie er den Klang jeder einzelnen Pfeife separat testet. Er lässt eine Pfeife in schrillem Ton, der in leichten Schwebungen verläuft, erklingen. Diese Schwebungen versucht er mit seinen Metallgeräten „auszuradieren“, bis wieder ein feines Klangbild entsteht.

Zwei bis drei Tage dauert es, sich dafür durch die 45 Register der Orgel zu arbeiten. Das eigentliche Problem der Orgel, die auf den Festakt eingestimmt wird, ist aber, dass ihr der Plenarsaal der Paulskirche die „gute Stimmung“ verdirbt. Sie wäre zwar bereit, ihren Zuhörer bestes Hörvergnügen zu bereiten. Schließlich ist sie mit hervorragender handwerklicher Qualität erbaut worden. Die Orgel kann dieses Repertoire aber nur eingeschränkt zum Besten geben, die Akustik des Plenarsaals arbeitet gegen sie. Bei der Saalsanierung, die 1988 im selben Jahr wie ihr Bau stattfand, achtete man streng darauf, dass der Hall so gering wie möglich ausfiel, schließlich sollte ein Festredner bei feierlichen Anlässen in jeder Ecke zu verstehen sein. Die Orgel hingegen braucht einen gewissen Hall im Raum, um sich in ihrem ganzen klanglichen Ausmaß präsentieren zu können.

Das Ergebnis dieses Zustands ist, dass sie selten eingesetzt wird. Ihr letzter Einsatz liegt schon Jahre zurück Am Freitag aber, da ertönen ihre frisch gestimmten Pfeifen wieder: Zum Festakt wird sie Organist Andreas Köhs mit Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy bespielen.

Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Pressestelle

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