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Frankfurt am Main: Vorbildliche Suchtprävention

Pressemeldung vom 9. Juni 2011, 13:30 Uhr

Gesundheitsminister Bahr zeichnet Frankfurter Drogenreferat für Cannabis-Projekt aus(pia) Das Projekt CaBS – „Casemanagement und Beratung für cannabiskonsumierende Schüler/innen“ ist in einem bundesweiten Wettbewerb um „Vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention“ ausgezeichnet worden. Die Leiterin des Drogenreferates, Regina Ernst, nahm den Preis gestern Abend in Berlin von Gesundheitsminister Daniel Bahr, der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, und der Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott, entgegen. An dem von der BZgA zum fünften Mal ausgerichteten Wettbewerb hatten sich mehr als 60 Kommunen mit Projekten beteiligt. Für ihr Engagement erhält die Stadt Frankfurt ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

Das Projekt richtet sich an Schüler, die in der Schule wegen Cannabiskonsums auffällig werden, weil sie zu spät, nur unregelmäßig oder gar nicht zum Unterricht kommen. Ihnen bietet CaBS Beratung und Unterstützung an, die auch die Eltern und Lehrer einbezieht. Entwickelt wurde das innovative Projekt vom Drogenreferat der Stadt Frankfurt und der Jugendberatung und Suchthilfe am Merianplatz. Pro Jahr werden circa 100 Jugendliche und junge Erwachsene mit CaBS erreicht. Die Beratenen sind überwiegend männlich und im Durchschnitt 19 Jahre alt. Beinahe die Hälfte der CaBS-Teilnehmer hat einen Migrationshintergrund und gehört zur dritten Migrantengeneration, ist also in Deutschland geboren und aufgewachsen.

Mit dem Ansatz des Casemanagements wird nicht nur das Drogenproblem angegangen. Auch alle damit zusammenhängenden Lebensumstände finden Berücksichtigung. Insbesondere die wegen des Drogenkonsums vernachlässigten Entwicklungsaufgaben wie Schul- oder Ausbildungsabschluss oder die Loslösung vom Elternhaus können bewältigt werden. Dieser ganzheitliche Ansatz trägt maßgeblich zum Erfolg des Projektes bei. Durch Einbeziehung des gesamten sozialen Umfeldes gelingt es, dass nur etwa jeder Zehnte die Maßnahme vorzeitig abbricht. Neben der hohen Haltequote verhindert die frühe Intervention eine Suchtentwicklung und das Herausfallen aus wichtigen sozialen Bezügen wie Schule, Ausbildung, Familie und Freundeskreis.

Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Presse- und Informationsamt

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