Energiewechsel

Frankfurt am Main: „Wenn du es in Frankfurt schaffst, schaffst du es überall“

Pressemeldung vom 20. August 2009, 16:13 Uhr

Die Band Rapsoul ist eine der erfolgreichsten in der „Black-Music-Welt“

Frankfurt am Main. Der Name ist Programm – und bei Rapsoul ist das kein abgedroschener Spruch. Mit ihrem Mix aus Rap und Soul ist die Band von Jan Färger, Steve Neumann und CJ Taylor eine der erfolgreichsten in der deutschsprachigen Black-Music-Welt. Im Juli erschien ihr drittes Album „Irgendwann“, mit dem sie es – irgendwann – an die Spitze schaffen wollen.

(pia) Als Rapsoul die erste Single ihres neuen Albums in den Händen halten, ärgern sie sich über Michael Jackson. Ein bisschen zumindest. Denn am Tag acht nach dessen Tod ist klar, dass es ihr „Tag eins nach dir“ schwer haben wird in den deutschen Charts: 14 Plätze gehören dem plötzlich gestorbenen King of Pop. „Dass unsere Single ausgerechnet zu dieser Zeit erscheint, war einfach nur Pech“, sagt Jan Färger, einer der Rapper der Frankfurter Band.

Klingende Kombination aus Rap und Soul
„Tag eins nach dir“ ist Teil der dritten Rapsoul-CD „Irgendwann“, die seit 17. Juli in den Läden steht. Anderthalb Jahre sind seit dem letzten Album von Färger, CJ Taylor und Steve Neumann vergangen. Anderthalb Jahre, die nicht immer einfach waren für die jungen Musiker, deren Bandname wie wohl kein anderer deutlich macht, was den Zuhörer erwartet. Nachdem die drei im Jahr 2004 vor allem mit den Stücken „Verzweifelt“ oder „Gott schenk ihr Flügel“ fast von heute auf morgen groß geworden sind, mussten sie beim zweiten Album „Achterbahn“ be-eisen, dass ihre klingende Kombination aus Rap und Soul keine Eintagsfliege war. Es gelingt: Die Scheibe steigt auf Platz elf der deutsc hen LP-Charts, die Single „Erste Liebe“ auf Rang 14.

Erfolgreiche Alben und ausverkaufte Hallen
Bevor im Juni dann „Irgendwann“ auf den Markt kam, war Taylor für mehrere Monate wegen Stimmbandproblemen außer Gefecht gesetzt, Rapsouls Plattenlabel „Gun Records“ schloss im Zuge der großen Neuordnung des Musikgeschäfts seine Pforten, und auch der Mutterkonzern Sony verabschiedete sich von den Frankfurtern. Heute, nach über 120.000 verkauften Alben und über 250.000 unter die Fans gebrachten Singles, nach zwei erfolgreichen Tourneen mit eigener Live-Band in 40 ausverkauften Hallen, nach ECHO-, Einslive-Krone- und COMET-Nominierungen und dem Auftritt beim Bundesvision Songcontest für das Land Hessen, sitzen Rapsoul entspannt in der Küche ihrer neuen Plattenfirma „Musik für Ma ssen“ an der Offenbacher Stadtgrenze und erzählen von ihrem „ganz normalen Job“. Bei dem sie ihren jungen Fans Vorbilder sein oder Trost spenden wollen. In „Bester Freund“ zum Beispiel rappen und singen Färger, Neuman und Taylor über die trügerische Geborgenheit des Alkoholkonsums – in einer Zeit, in der das Wort Komasaufen eine traurige Prominenz erlangt hat: „Weil ich nicht fliegen kann, flieg ich mit dir – auf die Schnauze“. „Wenn Bushido kokst, machen das seine Fans nach“, glaubt Färger. „Aber man hat als Band auch eine Verantwortung, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Man hat eine Vorbildfunktion.“

Die Jungs aus Rödelheim werden zu Popstars
Nicht mit warnendem Zeigefinger, mit Erfahrung punkten Rapsoul. In den 90er Jahren gründen Färger und Neumann im Herzen der Frankfurter Hip-Hop-Szene in Rödelheim ihre Crew „Dreckskind und Pechvogel“ im Dunstkreis des „Rödelheim Hartreim Projekts“ von Moses Pelham und Schwester S alias Sabrina Setlur. Einige Jahre später entdeckt der Aschaffenburger Taylor in einem Frankfurter Plattenladen die Musik der beiden und verändert mit einem Telefonanruf sein Leben. Mit ihrer Zusammenarbeit legen die drei Männer Ende 2003 den Grundstein für eines der erfolgreichsten Projekte der deutschen Rap- und Soulgeschichte. Nach dem zweiten Konzert in München warten vor der Halle Fans, plötzlic h sind die Jungs aus Rödelheim Popstars. Sie lernen, wie sich Erfolg anfühlt und dass Ruhm nicht nur Spaß bedeutet, sie durchwandern die „Scheinwelt der Unterhaltungsindustrie“ und singen dennoch bis heute vom richtigen Leben, von echter Trauer und echtem Schmerz. Mehr noch: Mit Auftritten auf Benefizkonzerten für ein Kinderhospiz oder für Aidskranke verleihen Rapsoul ihren Texten zusätzliches Gewicht, zeigen Präsenz, wo es weh tut. „Unter den Betroffenen sind auch Fans von uns. Ihnen und anderen wollen wir mit unserer Musik helfen und Trost spenden. Da geht es nicht um Kohle“, sagt Neumann. „Fans schreiben uns in E-Mails, dass wir ihnen geholfen haben mit unserer Musik, unseren Texten. Das bestätigt uns auf unserem Weg“, fügt Taylor hinzu.

Multikulturelle Vielfalt
So mischen sich zwischen die schnellen enthusiastischen Momente des Erfolgs immer öfter auch Momente der Melancholie, in denen die drei knapp 30 Jahre alten Musiker sich und ihre Künstlerpersönlichkeit unter die Lupe nehmen. „Bei all dem lernt man, nicht arrogant zu werden“, sagt Färger. Vielleicht auch gerade wegen der Stadt, deren Hip-Hop-Szene Rapsoul hervorgebracht und deren multikulturelle Vielfalt es ihnen ihrer Meinung nach leicht gemacht hat: „Wenn du in einer anderen Stadt A-Promi bist, reicht es hier höchstens zum C-Promi. Wenn du es in Frankfurt schaffst, schaffst du es überall.“

Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Pressestelle

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