Energiewechsel

Frankfurt am Main: Win-win-Situation – Drogenabhängigen wieder ins Leben helfen

Pressemeldung vom 13. August 2009, 15:42 Uhr

Projekt „BuddyCare – Gemeinsam was erleben“ stellt sich auf Frankfurter Zeil vor

Frankfurt am Main. Obwohl sie als Präsidentin des Organisationskomitees der Frauenfußball-WM 2011 wenig Zeit hat, unterstützt Steffi Jones, ehemalige Fußballspielerin der Bundesliga und Nationalmannschaft, ein Projekt als Patin, das ihr am Herzen liegt: „BuddyCare – Gemeinsam was erleben“. Ihr eigener Bruder sei seit zwanzig Jahren drogenabhängig, erzählt sie. Sie kennt also die Höhen und Tiefen, die das Leben mit sich bringen kann.

Auf der Frankfurter Zeil hat die Integrative Drogenhilfe gestern das bundesweit erste Projekt vorgestellt, das Drogenabhängige mit Menschen zusammenbringt, die ihnen helfen, zurück in einen ganz normalen Alltag zu finden. Das Logo von BuddyCare sind zwei Puzzleteile, verbunden durch ein kleines Pluszeichen in der Mitte. Ein Puzzleteil steht dabei für den Buddy, einen Freund, und das andere für einen Drogenabhängigen, die beide miteinander verbunden werden.

Viele Drogenabhängige haben Kontakt zu Freunden und Familie mit der Sucht verloren, „da stößt die Stadt mit ihrer Hilfe an Grenzen“, erklärt Manuela Rottmann, Stadträtin und Schirmherrin des Projekts. Barbara Hattmannsdorfer von dem niederländischen Vorbild BuddyZorg ist extra aus Amsterdam angereist, um von ihren Erfahrungen zu berichten: „Viele leben auf den Tag hin, an dem sie etwas mit ihrem Buddy unternehmen können“, erzählt sie aus ihrem Projekt. Projektkoordinatorin in Frankfurt Sandra Köhler erläutert die Vorraussetzungen, die man mitbringen muss, um Buddy zu werden: Man braucht weder eine besondere Ausbildung, noch einen Beruf, der mit dem Thema zu tun hat; lediglich eine Portion Lebenserfahrung und ein Mindestalter von 18 Jahren sind erforderlich. Außerdem sollte ein Buddy Interesse an anderen Menschen mitbringen und einmal in der Woche Zeit von etwa drei Stunden erübrigen können.

Erste Interessenten haben sich schon für das Projekt gefunden. So stellt sich Stephanie Menz als eine der ersten Buddies vor. Fast dreißig Jahre ist sie alt und arbeitet als Bankkauffrau in Frankfurt. Aufmerksam auf das Projekt ist sie durch einen Flyer in ihrer Firma geworden. Sie möchte gerne etwas Gutes tun und ihre ganz normalen Freizeitunternehmungen, die sie sonst mit Freunden gestaltet, mit einem von Drogensucht Betroffenen teilen. Sie, die noch auf die Zuteilung eines Buddys wartet, ist gespannt auf Menschen, mit denen sie in ihrem Leben bisher keine Berührungspunkte hatte.

Buddies sollen keinesfalls ins kalte Wasser springen: Im Vorfeld gibt es für sie ein zweitägiges Training, sie erhalten außerdem Hintergrundinformationen über die Drogensucht und das Leben eines Süchtigen. In monatlichen Gesprächsrunden tauschen sie sich über die Erlebnisse aus. Mit Martin E. präsentiert sich auch ein Drogensüchtiger, der auf der Suche nach einem Buddy ist. Er befinde sich derzeit in einer Drogensubstitution, also einer Behandlung mit Drogenersatzstoffen. Er hat viel Zeit, aber kaum Kontakte, mit denen er diese teilen kann. Seine Interessen sind vielfältig: malen und kochen, Billard spielen. Auch das Archäologische Museum besuchen oder mal wieder am Main spazieren würde er gerne. Ein Buddy wäre nun jemand, mit dem er diese Erlebnisse gerne in die Tat umsetzen würde.

Die Niederländerin Barbara Hartmannsdorfer unterstreicht die Vorteile, die das Projekt nicht nur den Drogenabhängigen, sondern auch den Buddies mitbringt. Wer hilft fühlt sich auch selbst gut. Drei Stunden in der Woche seien vielleicht von außen betrachtet ein kleiner Zeitrahmen, aber wichtig sei es schon allein, dass Teilnehmer jemanden haben, der an sie denke, dieses würde ihnen sehr viel bedeuten. Helfen ist praktisch eine „Win-win-Situation“.
Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Pressestelle

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