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Fulda: Aushändigung der Einbürgerungsurkunden durch OB Gerhard Möller

Pressemeldung vom 28. Juni 2011, 13:16 Uhr

„Fulda ist zu meiner Heimat geworden“

Fulda (cp). „Ich freue mich sehr und bin stolz, dass ich jetzt Deutsche bin“, erklärt Diyana Karpow begeistert. Die ursprünglich aus Bulgarien stammende Frau ist mittlerweile seit acht Jahren in Fulda. Zusammen mit 64 weiteren Personen aus 24 Ländern – wobei die Türkei am stärksten vertreten war – erhielt sie im Marmorsaal des Fuldaer Stadtschlosses ihre Einbürgerungsurkunde von Oberbürger-meister Gerhard Möller. „Wir vergewissern uns mit dem Integrationsmonitor immer, wo wir beim Thema Integration stehen, wo es bereits Erfolge und wo es noch Defizite gibt“, erklärte der Fuldaer Verwaltungschef. Besondere Initiativen werden in Zukunft durch den Integrationspreis gewürdigt, der alle zwei Jahre verliehen werden soll. Anwesend waren unter anderem Stadtverordneten-vorsteherin Margarete Hartmann; Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Familie und Jugend; CDU-Fraktionsvorsitzender Gerhard Stollberg; Martina Möller-Öncü von der Fachstelle Integration, Abdulkerim Demir vom Ausländerbeirat sowie Vertreter des Bürgerbüros und des Rechts- und Ordnungsamtes der Stadt Fulda.

Der Gesellschaft etwas zurückgeben

„Fulda und Deutschland sind zu meiner Heimat geworden“, betonte Ana Lucia Mazur, als sie in einem persönlichen Erfahrungsbericht ihren Weg von Brasilien bis nach Fulda schildert. „Die Liebe führte uns vor zehn Jahren in Rio de Janeiro zusammen“, berichtete die Dozentin für Public Health an der Hochschule Fulda und blickte zu ihrem deutschen Mann, der mit der gemeinsamen zweijährigen Tochter Sophia in der ersten Reihe im Publikum saß. Nachdem sie 2006 nach Deutschland gekommen war und zuerst bis zum Ende des Studiums ihres Mannes Szymon in Tübingen lebte, hatte sie mit der schwierigen neuen Sprache zu kämpfen. In fließendem Deutsch mit lateinamerikanischem Akzent gab sie nun zu, dass sie zu Beginn wenig von der neuen Kultur wusste, aber schon nach kurzer Zeit „viele Vorurteile in einem anderen Licht erschienen sind“: Die Pünktlichkeit der Deutschen bedeute nicht eine fehlende Flexibilität, sondern zeuge von Respekt

gegenüber den Mitmenschen. Genauigkeit wiederum sei nicht als Schikane gedacht, sondern als Erleichterung des Alltags und das Pochen auf Recht und Ordnung betrachte sie jetzt als Schutz vor Willkür und nicht als bloße Bürokratie. Seit 2007 lebt sie mit ihrer Familie in Fulda und möchte die Gesellschaft aktiv mitgestalten: „Wir haben viel von der Gesellschaft erhalten, wir können ihr aber auch viel zurückgeben.“

„Fulda wird von Jahr zu Jahr interkultureller“

Die Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann beglück-wünschte die Anwesenden im Namen der städtischen Gremien zur Eünbürgerung und betonte auch im Hinblick auf die Landratswahlen im Herbst, dass Nichtwählen eine Gefahr für die Demokratie sei: „Das Wahlrecht ist eines der wichtigsten demokratischen Grundrechte und als deutsche Staatsbürger sollten Sie von diesem Bürgerrecht rege Gebrauch machen.“ Hartmann warb auch für kulturelles und soziales Engagement der Neubürger wie zum Beispiel in Fuldaer Vereinen oder dem Elternbeirat. Dies unterstützte auch Abdulkerim Demir, der als Mitglied des Ausländerbeirates für eine aktive Beteiligung am gesellschaftlichen und politischen Prozess eintrat und herausstellte, dass der Kontakt und der Austausch mit der einheimischen Bevölkerung für Menschen mit Migrationshintergrund sehr wichtig sei, um das gegenseitige Verständnis zu verbessern und Missverständnisse zu vermeiden. „Fulda wird von Jahr zu Jahr interkultureller ausgerichtet und das ist mittlerweile auch in der politischen Parteienlandschaft sichtbar geworden“, freute sich Demir.

Quelle: Stadt Fulda / Magistratspressestelle

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