Energiewechsel

Fulda: Musik im Museum – Ein starkes Stück Musikschule

Pressemeldung vom 24. April 2015, 12:00 Uhr

Fulda. Dass die Veranstaltungsreihe „Musik im Museum“ – das jährliche Konzert der Lehrkräfte an der Musikschule der Stadt – alles andere als verstaubt ist, war eindrücklich im Vonderau Museum zu erleben.

Die mächtige Bassoktaven von Sergej Rachmaninovs cis-moll-Prélude op.3, Nr. 2 eröffneten den Abend, kraftvoll geformt von der Pianistin Marina Gajda, die aber auch die starken Kontraste zu den schwebenden Akkordlinien im pianissimo zu gestalten wusste. Nach einem kompromisslos drängenden Mittelteil fand sie – nun belebter und im vom Komponisten geforderten Dreifach-Forte, zurück zum Ausgangsthema, als ob in ihrer überzeugenden Darstellung aus der Ahnung des Anfangs nunmehr Gewissheit geworden sei.

Eine eigentümliche Mischung aus Gitarre und Violoncello ist der schon beinahe vergessene Arpeggione, für den Franz Schubert eine ganze Sonate komponiert hat. Üblicherweise wird das Werk heute auf dem Cello oder der Bratsche gespielt. Letztere brachte Natalya Oldenburg mit glasklarem Klang, wohlkalkuliertem Strich und ungemein sicherer Intonation so lebendig und farbenreich zum Schwingen, dass trotz der Länge des Werks keine Langeweile aufkam. Dazu trug allerdings auch die gründlich und transparent ausgestaltete Klavierbegleitung von Marina Gajda bei. Die Musikerinnen verstanden sich offensichtlich blind.

Christina Mackenrodt zauberte nun drei Stücke für Flöte solo von Pierre-Octave Ferroud in die ansprechende Akustik der Kapelle. Vorbild für den Komponisten waren chinesische Klänge und Themen wie die Geschichte von der gefangenen Hirtin, die mystische Verklärung des Jade-Steins und das „Fest der doppelten Fünf“. Ihr gelang dabei eine durchweg fesselnde Interpretation und gerade in den für die Querflöte so ungemein schwer zu formenden tiefen Lagen füllte ihr Ton stets den ganzen Raum.

Seine ganz persönliche Sicht von Hans Werner Henzes hochverdichteten Serenade für Violoncello solo legte Jochen Fuchs in seinen einführenden Worten dar. Er schlug den Bogen zu der dramatischen Vorlage „Maß für Maß“ von William Shakespeare und setzte sich auch mit der Deutung des berühmten Cellisten Siegfried Palm auseinander, so dass das Publikum die verbal beschriebenen Charaktere im grandios prägnanten Spiel von Fuchs durch alle neun Sätze hindurch plastisch erleben konnte.

Im Ton gefälliger, aber keineswegs weniger anspruchsvoll kam die „Grand Fantasy“ über Themen aus der amerikanischsten aller Opern, Porgy & Bess“ daher. Natalya Oldenburg und Marina Gajda zeigten sich hier noch mehr als eingespieltes Duo. Die heiklen Tempoübergänge gelangen ebenso perfekt wie das schnelle Umschalten in Gestus und Rhythmik, so dass bis zum vollständigen Opernabend gar nicht mehr viel fehlte. Das Publikum sah es offensichtlich genauso.

Vom auskomponierten Gershwin zum echten Jazz fand das Trio von Vibrafonist Klaus Schenk, Gitarrist George Wagner und Bassist Manfred Sauer, die Joe Samples straighte Jazzballade „It happens Everyday“ mit ihren wunderbar entspannten Synkoperiungen stilgerecht spielten und ihr mit geschmackvollen Soli eine eigene Note verliehen. Besonders erwähnenswert ist, dass sich das Trio zum Abschluss des Konzerts ein Stück des aus Gelnhausen stammenden Werner Neumann spielten, der inzwischen Professor für Jazzgitarre in Leipzig ist. Er hatte einst bei George Wagner Unterricht, und so passte der Titel „Coming Home“ perfekt an den Schluss eines wirklich starken Abends.

Quelle: Stadt Fulda

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