Energiewechsel

Gießen: Den Stromfressern auf der Spur

Pressemeldung vom 26. Februar 2015, 14:41 Uhr

Förderprogramm zur Steigerung der Energieeffizienz von Kläranlagen erzielt erste Erfolge

Die Zeiten, in denen für Städte und Gemeinden einzig die Reinigungsleistung von Klärwerken wichtig war, sind vorbei. Zu diesem Ergebnis kommt das Regierungspräsidium (RP) Gießen, das die Koordinierung und Überwachung eines vom Hessischen Umweltministerium eigens zur Steigerung der Energieeffizienz von Abwasseranlagen aufgelegten Förderprogramms verantwortet. Danach werden Energieeffizienzanalysen für Kläranlagen mit einer 75-Prozent-Förderung bedacht, wenn sich vorgeschlagene Sofortmaßnahmen innerhalb kürzester Zeit bezahlt machen und innerhalb von zwei Jahren umgesetzt werden.

Eine erste Bilanz des RP Gießen zu diesen Maßnahmen fällt positiv aus. Insgesamt wurden im Rahmen des Förderprogramms 63 Kläranlagen untersucht. Dass sich die Erstellung einer solchen Energieeffizienzanalyse nicht nur für große Kläranlagen rechnet, hat sich am Beispiel von Hachborn der Gemeinde Ebsdorfergrund im Landkreis Marburg-Biedenkopf gezeigt. Diese Anlage reinigt das Abwasser von etwa 8000 Einwohnern. Durch die Umsetzung der vorgeschlagenen Sofortmaßnahmen wurden dort die Energiekosten um 20 Prozent reduziert. Mit zusätzlich vorgeschlagenen Maßnahmen wie dem Tausch älterer „energiefressender“ Pumpen, Gebläse und sonstigen Einbauten, aber auch verfahrenstechnischen Änderungen, ist es möglich, die Energiekosten um insgesamt 64 Prozent zu senken, was einer jährlichen Einsparung von 35.700 Euro entspricht. Der Eigenanteil für die Analysenerstellung sowie die Investitionskosten für die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen amortisieren sich hierbei innerhalb weniger Jahre.

Für die im gesamten Regierungsbezirk Gießen untersuchten Kläranlagen bietet sich ein ähnliches Bild. Bei fast allen vorliegenden Energieanalysen, so die Experten des RP, sind hohe Einsparungen möglich. Bei größeren Anlagen mit Faulturm, wie beispielsweise in Hungen/Utphe, ergaben sich darüber hinaus Möglichkeiten zur Steigerung des selbst produzierten Stroms. In Einzelfällen sei es sogar machbar, dass sich ursprüngliche Energiefresser zu Energieproduzenten wandeln. Energetische Analysen für Kläranlagen tragen daher dazu bei, sowohl die Geldbeutel der Kommunen als auch die Umwelt nachhaltig zu entlasten.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen

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