Energiewechsel

Gießen: Geldwäsche-Informationsveranstaltung beim RP

Pressemeldung vom 12. Februar 2015, 15:57 Uhr

Neue EU-Regel bringt Änderungen im Geldwäschegesetz

Rund 50 Vertreter unterschiedlicher Behörden, der Industrie- und Handelskammern, Verbänden, gewerblicher Güterhändler und Immobilienmakler sind der Einladung des Regierungspräsidiums (RP) Gießen zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Geldwäsche gefolgt und haben sich über die aktuelle Gesetzeslage, die Gesetzesentwicklung und über Erkenntnisse aus der Aufsichtstätigkeit der Behörde informiert.

In seiner Begrüßung betonte Regierungspräsident Dr. Lars Witteck, dass Geldwäsche in Deutschland weit verbreitet sei und durch einen extrem hohen Bargeldumlauf, liquide Finanzmärkte, ein rechtstaatlich gesichertes System und wenig Korruption Kriminelle anziehe. Die Bundesrepublik sei damit ein Paradies für Geldwäscher schlechthin. Diesen kriminellen Energien gelte es entgegenzuwirken, wozu das RP Gießen seit 2012 Kontrollen bei gewerblichen Güterhändlern und seit 2013 bei Immobilienmaklern durchführt. Dabei wurden hauptsächlich Fehler bei der Identifizierung und der Aktenaufbewahrung festgestellt, wie Karoline Reeh und Robert Gruschwitz vom RP aus ihrer bisherigen Aufsichtstätigkeit erläuterten.

Das RP sehe sich aber nicht nur als kontrollierendes Organ, sondern als beratender Ansprechpartner, betonte Gudrun Baum, Abteilungsleiterin für Arbeitsschutz und Inneres beim RP. „Wir wollen in erster Linie die betroffenen Unternehmen für dieses heikle Thema sensibilisieren und niemanden unter Generalverdacht stellen“, so Baum.

Informationsbereithaltung und die Schaffung von Sicherungssystemen sind einige wesentliche Neuerungen, die den europäischen Staaten mit der 4. EU-Geldwäsche-Richtlinie aufgegeben werden, so Martina Wiegand, Dezernatsleiterin beim RP, die die Richtlinie vorstellte. Nach der voraussichtlich im März erfolgenden amtlichen Veröffentlichung der Richtlinie in deutscher Sprache tritt diese in Kraft. Die Bundesrepublik hat dann zwei Jahre Zeit, die Vorgaben im nationalen Recht zu verwirklichen. Dabei wird sich auch die Grenze zur Identifikation von Geschäftspartnern bei Bargeldzahlung ändern. Nach der neuen Richtlinie muss eine solche Bestimmung schon ab einem Betrag von 10.000 Euro erfolgen. Vorher lag die Schwelle bei 15.000 Euro. Des Weiteren müssen Analysen für Betrieb und Kunden erstellt werden, in denen Risiken ermittelt, analysiert und gemindert werden.

Bei der abschließenden Diskussion hatten alle Anwesenden die Gelegenheit, Fragen zu stellen, um sich für ihre Aufgaben im Betrieb fit zu machen. Denn künftig, so die RP-Vertreter, müsse bei fortgesetzten Zuwiderhandlungen auch mit Bußgeldverfahren gerechnet werden. Der Vortrag sowie Informationen und Vordrucke zur Identifizierung sind auf der Homepage des RP Gießen mit dem Suchbegriff „Geldwäsche“ leicht zu finden.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis