Energiewechsel

Gießen: Kirschessigfliege auf dem Vormarsch

Pressemeldung vom 11. Juni 2015, 10:12 Uhr

RP befürchtet größere Schäden an Kirschen, Himbeeren und Pflaumen

Im Jahr 2014 erlangte die Kirschessigfliege bei professionellen Obstanbauern und Hobbygärtnern traurige Berühmtheit, da die Maden dieser nur wenige Millimeter großen Fliege Süßkirschen, Him- und Brombeeren innerhalb kurzer Zeit in großem Ausmaß zerstörten. Auch rote Weintrauben, Holunder, Pflaumen und viele andere Früchte wurden befallen. Nach der dramatischen Vermehrung des Schädlings im Vorjahr, stellt sich kurz vor Beginn der Süßkirschensaison die Frage, mit welchen Schäden in diesem Jahr zu rechnen ist.

Die Mitarbeiter des hessenweit agierenden Pflanzenschutzdienstes beim Regierungspräsidium (RP) Gießen überwachen regelmäßig das Auftreten des Schädlings mit sogenannten „Becherfallen“. Demnach bewegen sich die Flugaktivitäten der Kirschessigfliege in Mittelhessen noch auf einem niedrigen Niveau. In Südhessen steigen die Fangzahlen mit zunehmenden Temperaturen aber bereits deutlich an. „Es muss davon ausgegangen werden, dass es, bedingt durch das frühe Auftreten und die für den Schädling optimalen Witterungsbedingungen, auch in diesem Jahr zu einer Massenvermehrung kommen wird“, sagt Christoph Hoyer vom RP. Eine Prognose des Schadausmaßes für die laufende Saison sei aber dennoch schwierig. Hierzu werde man erst Aussagen treffen können, wenn bei den betroffenen Obstarten schon der erste Befall eintrete.

Ob und wie viele Kirschen und Himbeeren, die demnächst zur Ernte anstehen, befallen werden, bleibt abzuwarten. Erdbeeren, die auch zu den Wirtspflanzen gehören, blieben bislang von einem Befall verschont. Da die Fliege zu einer sehr schnellen Genrationsfolge fähig ist – vom Ei zur eiablegenden Fliege sind bei guten Bedingungen nur 12 Tage nötig -, kann sich der Befall innerhalb weniger Tage massiv verstärken. Meist ist er daran zu erkennen, dass sich auf der Fruchtoberfläche mehrere kleine Einbohrlöcher befinden. Sehr schnell zeigen die Früchte dann eingedrückte, weiche Stellen und sind nach kurzer Zeit regelrecht zerfallen.

Da es laut Experten immer noch keine empfehlenswerten Bekämpfungsmöglichkeiten für den Hobbygarten gibt, könne man nur hoffen, dass die Kirschessigfliege einen großen Bogen um das eigene Grundstück mache, so Hoyer. Für Obstbauern hält das RP regelmäßig Warnhinweise und Informationen über zugelassene Bekämpfungsmittel nebst Anwendungshinweisen bereit.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen

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