Energiewechsel

Gießen: Regierungspräsidium Gießen bemängelt fehlendes Fachpersonal in Solarien

Pressemeldung vom 18. Juni 2015, 09:42 Uhr

33 Sonnenstudios aus dem Regierungsbezirk mussten sich in den vergangenen Monaten einer Inspektion durch das Regierungspräsidium (RP) Gießen unterziehen. „Das Ergebnis der Kontrollen zeigt, dass die Mehrheit der überprüften Sonnenstudios die Anforderungen der neuen UV-Schutzverordnung im Hinblick auf die Bestrahlungsstärke bereits erfüllen“, resümiert Rainer Thielmann, Verbraucherschutzexperte beim RP. Demnach dürften keine Solarien mehr betrieben werden, die eine höhere Bestrahlungsstärke als 0,3 Watt pro Quadratmeter haben. Damit wolle der Gesetzgeber jene schützen, die trotz einschlägiger Warnungen auf das künstliche Sonnenbad nicht verzichten wollen. Darüber hinaus werde auch eine fachliche Qualifikation des Personals gefordert. Davon würden auch Betreiber von sogenannten Münzsolarien nicht ausgeschlossen.

„Wir haben sieben Studios besucht, die bereits ganz neue Geräte mit Röhren der zugelassenen Bestrahlungsstärke angeschafft hatten. In 14 Studios waren die Sonnenbänke bereits entsprechend der Bestrahlungsstärke umgerüstet“, so Thielmann. Neun Anbieter hätten die Bestrahlungsgeräte zumindest teilweise mit den vorgeschriebenen neuen Röhren umgerüstet, so dass seitens der Behörde die Komplettumrüstung der anderen Geräte per Revisionsschreiben gefordert wurde. Drei Sonnenstudios könnten die Anforderungen nur mit hohem finanziellem Aufwand erfüllen und erklärten sich bereit, ihren Betrieb zu schließen.

Bei fast allen überprüften Studiobetreibern mussten die Inspekteure des Regierungspräsidiums jedoch feststellen, dass das Personal nicht über die gesetzlich geforderte Fachkunde verfügte. Demnach muss mindestens eine qualifizierte Fachkraft für die Beratung der Kunden anwesend sein, um über Ausschlusskriterien, maximale Bestrahlungsdauer, Hauttypeinschätzung etc. informieren zu können. Dies ist jedoch bei der hohen Fluktuation der zumeist auf 400-Eurobasis beschäftigten Mitarbeiter nicht ganz leicht. Eine solche Fachkraft muss zudem eine Schulung eines akkreditierten Trägers absolviert haben. All dies ist der mittelhessischen Behörde in den nächsten Wochen nachzuweisen, damit Verbraucher die künstliche Sonne des Solariums ohne Reue genießen können und sicher bräunen.

Auslöser für die Untersuchungen waren Verbrennungen zweiten Grades, die sich eine Kundin in einem Sonnenstudio in der Region zugezogen hatte.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen

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