Energiewechsel

Gießen: Wie ein Großprojekt von Natura 2000 und Wasserrahmenrichtlinie Synergien schafft

Pressemeldung vom 16. Februar 2015, 09:45 Uhr

Gießen/Fronhausen/Weimar. Mit einer großangelegten Renaturierungsmaßnahme soll die Lahn in den Bereichen der Gemarkungen Fronhausen und Weimar im Landkreis Marburg-Biedenkopf in ihren alten Verlauf zurückverlegt werden. Dazu haben die Bürgermeister Peter Eidam und Reinhold Weber bereits im Dezember 2014 mit Regierungspräsident Dr. Lars Witteck einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Heute (13.02.) haben sich die Beteiligten zu einem Ortstermin getroffen, um sich einen Eindruck von der geplanten Maßnahme zu machen.

Für Regierungspräsident Dr. Lars Witteck, dessen Mitarbeiter aus den Bereichen Naturschutz und oberirdische Gewässer und Fischerei abteilungsübergreifend eine hundertprozentige Finanzierung möglich gemacht haben, stellt das Vorhaben einen bedeutenden Meilenstein für die Lahn dar und führt zusammen mit vielen anderen bereits erfolgten Renaturierungsmaßnahmen zu einer Aufwertung des gesamten Fließgewässers. Darüber hinaus dürfen sich die Menschen künftig über den Erhalt des als ästhetisch schön empfundenen Zustands der Lahnaue und einer nachhaltigen Sicherung dieser naturnahen Landschaft freuen.

Die Synergieeffekte des geplanten Rückbaus sind signifikant. „Für den Naturschutz und die bereits seit Jahrzehnten erfolgenden Bemühungen um bedrohte Arten und bedeutet die Renaturierung der Lahn in diesem Bereich einen enormen Fortschritt“, so Witteck. Den historischen Verlauf der Lahn zu reaktivieren, schaffe beste Voraussetzungen für einen nachhaltigen Hochwasserschutz, denn es würden Retentionsräume geschaffen und das Flussbett würde weg vom schnell abfließenden geraden Fluss, hin zu einem natürlichen Rückhalteregime entwickelt. Gleichzeitig würden damit die Laich- und Lebensräume der Fische gesichert. Dies bringe zudem auch einen Nutzen für die ansässigen Angler. Darüber hinaus würde der Naherholungswert des Gebietes erheblich verbessert, was auch dem Kanutourismus zugutekomme.

Bevor mit den ersten Baumaßnahmen begonnen werden kann, stehen für das mit 3,27 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben in den kommenden Jahren umfangreiche Planungen, ein Flurbereinigungsverfahren und das Planfeststellungsverfahren auf dem Programm.

Quelle: Regierungspräsidium Gießen

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