Energiewechsel

Groß-Gerau : Mehr als 300 Anlagen erzeugen „sauberen“ Strom

Pressemeldung vom 1. Oktober 2012, 15:13 Uhr

Der Ausstieg aus der Atomenergie, der Ausbau von regenerativen Energiequellen, ist in aller Munde. Über die positiven Entwicklungen in der Kreisstadt konnte Groß-Geraus Verwaltungschef am Mittwoch beim Hessenforum „Für eine erfolgreiche Energiewende – Die Bedeutung kommunaler Beteiligung“ in Kassel berichten. Stefan Sauer war als einziger hessischer Bürgermeister in das Podium geladen, um mit dem fachkundigen Publikum über das Thema Energiewende zu diskutieren. Das Hessenforum ist mit mehr als 800 Teilnehmern der hessenweit größte Kongress zum Thema Energiewende.

Die Stadt Groß-Gerau, die Gesellschafter (Anteil: 74,9 Prozent) des lokalen Stromversorgers „Stadtwerke Groß-Gerau Versorgungs GmbH“ (GGV) ist, hat die Zeichen der Zeit erkannt. Ausgelöst durch die Ereignisse im japanischen Fukushima steuert die Kommunalpolitik gemeinsam mit der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat der GGV ein hehres Ziel an: Ab 2014 wollen sie komplett auf den Einsatz von Atomstrom verzichten. Erreicht werden soll dies durch den verstärkten Ausbau kommunaler regenerativer Energiequellen sowie den Einkauf von Strom aus dem Gaskraftwerk in Mainz.

Aktuell verbrauchen die in Groß-Gerau angesiedelten privaten, gewerblichen und industriellen Einrichtungen jährlich rund 142 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom, der von verschiedenen Anbietern bezogen wird. Davon vertreibt die GGV mit 68 Millionen kWh knapp die Hälfte (50 kWh/private Haushalte, 18 kWh/Industrie). Schon heute erzeugen mehr als 300 Anlagen – Fotovoltaik-Anlagen sowie die Biogas-Anlage – rund 15 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom. Das entspricht dem Bedarf von etwa 4300 Haushalten, von denen in der Kreisstadt gut 14000 registriert sind. Anders gesagt: Mit Blick auf die Gesamtbevölkerung des Landkreises stellt Groß-Gerau neun Prozent. Zur regenerativen Stromerzeugung im Kreis steuert die Stadt jedoch bereits jetzt einen Anteil von 34 Prozent bei (Datenerhebung Ende 2011).

Auch den Vergleich mit anderen regionalen Stromanbietern muss die GGV nicht scheuen. In der Gegenüberstellung punktet der Groß-Gerauer Stromversorgen mit Preisen, die um zehn bis 24 Prozent unter jenen von regionalen Konkurrenten liegen (Musterhaushalt/Jahresverbrauch 4000 kWh). Angesichts des lebhaften Bürgerinteresses an regenerativen Energien ist es jedoch erstaunlich, dass sich bisher lediglich 320 Groß-Gerauer Haushalte für den GGV-Tarif „BioWatt“ und damit für „sauberen“ Strom entschieden haben. Und dies, obwohl dafür nur ein geringer Mehrbetrag von 16 Euro jährlichaufzubringen ist.

Kein Problem stelle das Einspeisen des aus regenerativen Quellen gewonnenen Stroms in das lokale Verteilnetz dar, betonen GGV-Geschäftsführer Paul Weber und Bürgermeister Stefan Sauer, der dem Aufsichtsrat der GGV vorsteht.

Als herausragendes Projekt in Bezug auf das effiziente Nutzen von Energie heben die beiden Verantwortlichen der GGV die vollständige Umrüstung der öffentlichen Straßenbeleuchtung hervor, durch die der Stromverbrauch in diesem Bereich um rund 30 Prozent reduziert werden konnte. Und der nächste Energiespartest läuft bereits: Mit den LED-Leuchten, die denSandböhlplatz erhellen.

Quelle: Kreisstadt Groß-Gerau

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