Energiewechsel

Groß-Gerau: Exkursion des Förderkreises an die Weinstraße

Pressemeldung vom 29. Juni 2015, 12:23 Uhr

Eine denkwürdige Fahrt unternahm der Förderkreis „Ausbildung zum Restaurator und Talentförderung für Junghandwerker“ innerhalb der Kreishandwerkerschaft an die pfälzische Weinstraße. Wie in jedem Jahr standen Geschichte, Architektur und traditionelle Bautechniken auf dem Programm. Die erste Station sollte die Weinbaugemeinde Dörrenbach südlich von Bad Bergzabern sein. Dörrenbach repräsentiert die beiden traditionellen Wirtschaftsbereiche von Pfalz und Weinstraße, d.h. Waldwirtschaft und Weinbau und besitzt mit dem Rathaus von 1591 und der gotischen Wehrkirche zwei baugeschichtliche Attraktionen. Ebenso interessant für die Fachteilnehmer die Beispiele aus der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg, denn Dörrenbach wurde durch seine Lage am Westwall teilweise zerstört. Nun, obwohl ein havarierter Lkw am Frankenthaler Kreuz diesen Programmpunkt verhinderte, wusste die Reisegesellschaft ihren unfreiwilligen zweieinhalbstündigen Aufenthalt auf der Autobahn positiv zu nutzen: es wurde das mitgebrachte Frühstück verzehrt und die Teilnehmer konnten durch interessante Gespräche zusammenfinden.

Am nun glücklich erreichten zweiten Ziel, dem Deutschen Weintor, wurde der rote Faden dieser Exkursion, die deutsch-französische Geschichte und die beiden Weltkriege, wieder aufgegriffen. Die Teilnehmer konnten sich an der monumentalen Architektur des Weintors vor Augen führen, wie die Nationalsozialisten ihre Propaganda gegen Frankreich richteten. Die anschließende Stadtrundfahrt durch das französische Wissembourg offenbarte die architektonischen Schätze von der gotischen Abteikirche St. Peter und Paul bis zum klassizistischen Rathaus von 1752 – beeindruckend auch die pittoreske Dachkonstruktion des Salzhauses aus dem 15. Jh. Die eigens für die Busgesellschaft bestellten Gugelhupf, die der Vorstand des Förderkreises durch kurzen Halt aus einer Patisserie an die Teilnehmern verteilte, trugen natürlich zur weiterhin guten Stimmung bei.

Der zweite Weltkrieg in seiner bedrückenden Realität war anschließend das Thema im Westwall-Museum bei Bad Bergzabern. Dort konnten die Teilnehmer zwei realitätsnah eingerichtete Bunker dieser Verteidigungslinie besichtigen, die seinerzeit über 630 Kilometer von der niederländischen bis zur Schweizer Grenze von den Nationalsozialisten mit immensem Aufwand an Material und Arbeitskraft aufgebaut wurde. Die Teilnehmer bekamen einen unmittelbaren Eindruck vom Irrsinn dieser schrecklichen, inzwischen aber in Mitteleuropa glücklich überwundenen Zeit.

Das Programm bot viele Anknüpfungspunkte zu Gesprächen und Gedanken zur deutschen Geschichte, so dass die Gesellschaft bei ihrer Schlusseinkehr in der schönen Weinbaugemeinde Kallstadt nochmal schnell ins Gespräch kam. Und auch in Kallstadt hatten die Organisatoren noch Wissenswertes zu vermitteln. Der Gastwirt der Winzerstuben, Thomas Weick, konnte in einem Kurzvortrag davon berichten, dass die Familie des berühmten amerikanischen Ketchup-Herstellers Heinz ihren Ursprung in Kallstadt hat. Johann Heinrich Heinz war Mitte des 19. Jhs nach Amerika ausgewandert und gründete 1869 eine Kompanie für die Herstellung von Meerrettich, dem dann der heute berühmte Tomatenketchup folgte. Nachkommen haben immer wieder ihre Heimatgemeinde besucht. Ja, und auch die Vorfahren des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump stammen väterlicherseits aus Kallstadt.
Bei der Heimfahrt nach Groß-Gerau zeigte sich dann auch noch das Wetter von seiner besten Seite. Nachdem der Tag sehr regnerisch war, konnten die Teilnehmer in der Abendsonne nochmal einen wundervollen Blick in die Rheinebene genießen. Der Vorstand des Förderkreises unter seinem Vorsitzenden Hans-Peter Born sowie Dirk Schäfer, Herbert Haschke und Jürgen Volkmann hatten der Gesellschaft wieder einige interessante Aspekte aus Geschichte und Baukultur bieten können, so dass man gut gestimmt und in positiver Erwartung der nächstjährigen Fahrt nach Groß-Gerau zurückkehrte.

Quelle: Kreisstadt Groß-Gerau

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