Energiewechsel

Groß-Umstadt: Hat Groß-Umstadt das Potenzial für eine „Stadt im Wandel“?

Pressemeldung vom 11. Februar 2015, 09:56 Uhr

(sgu) „Transition Towns“ (Städte im Wandel) – so nennen sich Städte und Gemeinden, in denen Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen der globalen Transition-Bewegung aktiv sind.Diese Bewegung, 2006 in England gegründet, will den Übergang in eine nachhaltige Wirtschaft und Kultur angehen.

Dass, und wie das gelingen kann, zeigt ein bemerkenswerter Film, den die Transition-Initiative Groß-Umstadt, der Kulturverein KuBa e. V. und die Lokale Agenda 21am Sonntag, 08. März um 14 Uhr in den Seminarräumen von Gabi Blank am Marktplatz 3 vorführen werden. Der Film „In Transition 2.0″stellt Beispiele bürgerschaftlichen Engagements rund um den Globus vor und erzählt „eine Geschichte von Widerstandskraft und Hoffnung in außergewöhnlichen Zeiten“. Im Anschluss ist Gelegenheit für gedanklichen Austausch bei Kaffee und Kuchen. Der Eintritt ist frei.

Das Besondere der Transition-Bewegung ist die Ermächtigung zu kreativem Mitgestalten und zu Bürgerbeteiligung, um gemeinschaftliche Antworten zu finden auf die Herausforderungen von Klimawandel, Überschreiten des Ölfördermaximums (Peak Oil), Wirtschaftskrise sowie auf gesellschaftliche und kulturelle Fragen unserer Zeit. Konkret heißt dies auch, vom Nebeneinander der unterschiedlichsten Ansätze hin zu einem Miteinander zu gelangen.

Es geht darum, einen möglichst großen Teil der Einwohner einer Kommune dafür zu begeistern, die eigene Zukunft gemeinschaftlich in die Hand zu nehmen. Dabei ist das Thema Energie nur ein Teil des ganzheitlichen Konzeptes, das die Aspekte Ernährung, Transport, Gesundheit, Leib & Seele sowie Wirtschaft mit einschließt.

Konkrete Schritte sind z. B. die Stärkung der regionalen und lokalen Wirtschaft und Nahrungsmittelversorgung, von Regionalwährungen und reflektiertem Konsum. Dabei steht die Entwicklung von Widerstandsfähigkeit (Resilienz) im Vordergrund, die als Leitgedanke in der Transition-Arbeit zur Entwicklung von Projekten und zukunftsfähigen Lebensweisen führt. Nicht nur die eigene Lebensqualität zu erhöhen ist Ziel, sondern auch die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen im Hinblick darauf, was wir den kommenden Generationen hinterlassen wollen.

Hinzu kommt, dass die Transition-Bewegung nicht nur auf der lokalen und regionalen Ebene arbeitet, sondern auch weltweit vernetzt ist. Sie ist damit Teil der global sich entwickelnden Zivilgesellschaft, der dritten gestaltenden Kraft neben Wirtschaft und Staat. Sie strebt dazu den Dialog mit relevanten Institutionen und Organisationen im Bereich von Wirtschaft und Politik an.

Bürgerschaftliches Engagement im Sinne von „Transition“ ist nichts Neues in Groß-Umstadt. Es seien hier nur einige Beispiele genannt: Kulturinitiativen wie der KuBa e. V. oder die KIKU (Klein-Umstadt), Arbeitsgruppen im Rahmen der lokalen Agenda wie die Gruppe, die sich mit der Qualität des Trinkwassers beschäftigt, ein Permakulturprojekt, das Flüchtlingscafé, die Ehrenamtsagentur, das geplante Reparaturcafé und vieles mehr. Die Vielzahl der Aktivitäten lässt darauf schließen, dass Groß-Umstadt durchaus das Potenzial für eine „Stadt im Wandel“ hat. Das Konzept von „Transition“ bietet die Chance, all diese Initiativen zu einer größeren bürgerschaftlichen Bewegung zusammenzufassen und weitere Groß-Umstädter für die Mitarbeit am Wandel zu gewinnen.

Quelle: Groß-Umstadt

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