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Groß-Umstadt: Informationen aus der und für die Landwirtschaft

Pressemeldung vom 21. August 2009, 14:34 Uhr

Rapsanbau für den Wasserschutz gut und schlecht zugleich

Groß-Umstadt. Winterraps stellt in Betrieben mit hohem Getreideanteil wegen seines günstigen Vorfruchtwertes eine wichtige Blattfrucht dar. Trotz der Wirtschaftskrise ist die Nachfrage nach Pflanzenölen weltweit weiter steigend und die Rapsflächen nehmen auch hier zu.

Für den Wasserschutz hat der Rapsanbau zwei Gesichter. So ist der Raps im Ansaatjahr in den Wasserschutzgebieten gern gesehen. Denn die jungen Rapspflanzen benötigen bis zum Herbst viele Nährstoffe, so dass keine Auswaschung stattfinden kann. Anders sieht es hingegen im Erntejahr aus. Die Erntereste des Rapses enthalten im Vergleich zu Getreidestroh sehr viele Nährstoffe, die in der Regel von den Folgefrüchten nicht aufgenommen werden können. Hier kommt es aus Sicht des Wasserschutzes darauf an, so lange wie möglich den Ausfallraps stehen zu lassen und so wenig wie möglich den Boden zu bearbeiten, um die Umsetzung des Rapsstrohs nicht noch weiter anzuregen. Um die Übertragung von Krankheiten auf benachbarte Flächen zu vermeiden, sollte Ausfallraps erst kurz vor der anstehenden Aussaatzeit eingearbeitet werden. Die Forderung des Wasserschutzes, den Boden nach der Rapsernte möglichst wenig zu bearbeiten, hat aber auch einen pflanzenbaulichen Vorteil für den Rapsbauern. Bei der Rapsernte kommt es unweigerlich zu Ausfallverlusten, die ein Vielfaches der üblichen Aussaatmenge betragen. Damit es in einer Rapsfruchtfolge nicht zu einem unkontrollierbaren Auflaufen von „Altraps“ kommt, der eine exakte „Bestandesführung“ unmöglich macht, sind alle Maßnahmen zu ergreifen, die zu einem raschen und sicheren Keimen des Ausfallrapses führen. In Lagen mit ausreichenden Niederschlägen nach dem Drusch ist ein Liegenlassen des Rapsfeldes oftmals die beste Maßnahme zum Ankeimen der Ausfallkörner. In Trockenlagen kann durch Walzen ein Auflaufen gefördert werden. In keinem Fall darf Ausfallraps durch Pflügen oder Tiefgrubbern unmittelbar nach der Ernte „vergraben“ werden, da Rapssamen in größeren Bodentiefen 5 Jahre und länger ihre Keimfähigkeit behalten.

Jetzt steht in Kürze die Rapsaussaat an, und es gilt dem Raps optimale Startmöglichkeiten zu verschaffen, denn im Herbst werden bereits 70 % des Ertragspotenzials festgelegt. Der optimale Saattermin reicht vom 20. August bis Ende August. Aufgrund der besseren Wüchsigkeit werden bei Hybridsorten geringere Saatstärken empfohlen als bei Liniensorten. Bei guten Saatbedingungen und exakter Sätechnik reichen bei Hybridsorten 40-50 Körner pro qm und bei Liniensorten 50-60 Körner pro qm. Hybridsorten sind deutlich robuster und bilden ein besseres Wurzelsystem aus, weshalb sie auch für Spätsaaten (September)und ungünstigere Lagen geeignet sind.

Aus den Landessortenversuchen lassen sich die folgenden Sorten empfehlen. Für normale Saattermine und günstige Bestellbedingungen: Elektra (kurz, standfest, gutes Kompensationsvermögen), Ladoga (standfest, ausgeglichene Gesundheit), bei spätem Saattermin, auf schweren und kalten Böden: Elektra und Visby (hohe Erträge, robust, frohwüchsig) sowie PR46W31 (mittel standfest, hohe Kornerträge, geeignet für reduzierte Bodenbearbeitung). Für Güllebetriebe bieten sich die Sorten NK Nemax und Vision an. Auf leichten und trockenen Standorten sind wiederum Elektra, Excalibur und Vision von Vorteil. Für weitere Fragen zur Sorteneignung stehen die Berater der AGGL zur Verfügung.
Quelle: Stadt Groß-Umstadt – Pressestelle

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