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Heppenheim: „Suchtgefahr (k)ein Thema?“

Pressemeldung vom 8. Juni 2015, 12:48 Uhr

Präventionswoche des Haus der Gesundheit an der Odenwaldschule

Kreis Bergstraße (kb.) Ein Schwerpunktthema am ersten Tag der Präventionswoche im schulischen Alltag der Odenwaldschule Heppenheim, setzt sich mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol und Nikotin auseinander. Mit Rauschbrille, der Ausstellung „Kenn Dein Limit“ und Lungenfunktionstest haben die Mitarbeiter des Haus der Gesundheit den Schülerinnen und Schüler der 6. bis 8 Klasse ein Bündel von Informationen mitgebracht.
Sucht hat nämlich viele Facetten und beschränkt sich nicht nur auf einen Konsum von illegalen Drogen. Der krankhafte Drang, Drogen zu konsumieren, entsteht nicht von heute auf morgen. Deshalb sollte man nicht die Augen verschließen, sondern handeln und für eine altersentsprechende Aufklärung über die Gefahren und Folgen sorgen.

Alkoholkonsum bedeutet für viele Jugendliche Erwachsensein, Freiheit, Selbstständigkeit und Stärke genießen oder er wird als Protest gegen Zwänge oder Überforderung eingesetzt. Die Realität wird zu spät wahrgenommen und der Konsum ist dann längst zur Gewohnheit geworden. Eine Steigerung des Wohlgefühls wird nur noch durch eine Erhöhung der Dosis erreicht. Immer häufiger tastet man sich an eine Grenze heran, die in einer Bewusstlosigkeit enden kann. Der Weg in die Abhängigkeit ist also gebahnt. „Unsere Gesellschaft hat den Alkoholkonsum salonfähig gemacht. Meistens wird ein verantwortungsvoller Umgang vorgelebt und so wird auch erwartet, dass Jugendliche ihre Grenzen kennen und einhalten“, mahnt Dezernent für Gesundheit, Verbraucherschutz und Veterinärwesen Matthias Schimpf.

Das Haus der Gesundheit sieht seine Aufgabe darin, auf diese Gefahren rechtzeitig hinzuweisen und möglichst Kontakt zu den Beratungsstellen im Landkreis herzustellen.

23267 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren wurden im Jahr 2013 aufgrund eines übermäßigen Alkoholkonsums stationär in Krankenhäusern behandelt. Das sind laut statistischem Bundesamt 12,8 % weniger als im Vorjahr. Ein kleiner Erfolg zeichnet sich durch zahlreiche Präventionsmaßnahmen also schon ab. Trotzdem muss es unser Ziel sein, Möglichkeiten zu finden, Kindern und Jugendlichen, die noch keinen Kontakt mit Alkohol hatten, die negative Wirkung auf ihre Wahrnehmung zu vermitteln.

Bei einem Parcours wurden mit Hilfe von Rauschbrillen verschiedene Blutalkoholspiegel simuliert. Die Schülerinnen und Schüler konnten dabei nachempfinden, wie schnell die erworbenen Kompetenzen im Alltag verschwinden und selbstverständliche Bewegungsabläufe zum Problem werden. Gleichgewicht und Koordination von Bewegungen sind durch das Tragen dieser Brillen nämlich schlagartig weg. Reinhild Zolg, Fachbereichsleiterin des schulärztlichen Dienstes vom Haus der Gesundheit Heppenheim, wies die Jugendlichen darauf hin, dass der Umgang mit Alkohol ein hohes Verantwortungsbewusstsein für sich selbst und für die Gesundheit seiner Freunde voraussetzt.
Schimpf hob abschließend hervor, wie wichtig es ist, die Kritikfähigkeit der Schülerinnen und Schüler so zu stärken, dass sie dem Gruppendruck in ihrem sozialen Umfeld durch eine vernünftige Lebensweise standhalten können. „Das Haus der Gesundheit und alle Kooperationspartner tragen gemeinsam mit dieser Projektarbeit zur Stärkung der Persönlichkeit unserer Jugendlichen bei,“ hob Schmipf abschließend hervor.

Quelle: Kreis Bergstraße – Heppenheim

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