Energiewechsel

Hersfeld-Rotenburg: Deutschland ist gut aufgestellt für den liberalisierten Welt-Agrarmarkt

Pressemeldung vom 22. Februar 2013, 10:02 Uhr

Jahres-Tagung der Ortslandwirte des Kreises in Friedlos

Wer von der Landwirtschaft leben will, muss wachsen. Das kann über eine kostengünstigere Produktionssteigerung, neue Vertriebswege oder durch Betriebskooperationen geschehen. Biogas und Photovoltaik eröffnet weitere Einkommensquellen. Diese Aussagen traf Dr. Günther Lißmann vom Regierungspräsidium Kassel anlässlich der Ortslandwirtetagung Hersfeld-Rotenburg in Friedlos. „Deutschland“, so der Referent vor den zahlreichen Landwirten, Kreislandwirt Horst Taube, Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt und dem Kreisbauernverbandsvorsitzenden Friedhelm Diegel, „ist gut aufgestellt, aufgrund seiner Standortvoraussetzungen, des Wissensvorsprungs und der technischen Ausstattung, um in einem liberalisierten Weltagrarmarkt bestehen zu können“.

In den vergangenen 40 Jahren sind die Preise für Fleisch, Getreide, Milch und Eier nominal fast konstant geblieben, stellte der Gast aus Kassel fest. Andererseits seien die Aufwendungen für die Produktion und die Lebenshaltungskosten parallel zur Inflationsrate angestiegen. Ein Landwirt heute müsse das Sechsfache produzieren, um auf dem Stand von 1970 zu sein, so Dr. Lißmann. Der technische Fortschritt mache es möglich, verändere aber als logische Folge die Agrarstruktur und das Preisgefüge. „Seit der Neuausrichtung der Agrarpolitik im Jahre 1993 ist jedem Landwirt klar geworden, dass seine Existenzfähigkeit von den Weltmarktpreisen für Agrarprodukte im Wesentlichen mitbestimmt wird“, resümierte der Experte.

Eine kostengünstige Agrarproduktion bilde daher die elementare Voraussetzung für eine nachhaltige Existenzfähigkeit der Höfe. Die konsequente Nutzung des technischen, biologischen sowie organisatorischen Fortschritts ermögliche Unternehmerwachstum und Produktivitätssteigerung. „In 1950 hat ein Landwirt 10 Menschen ernährt, im Jahr 2015 werden es 150 Menschen sein“, so Dr. Lißmann abschließend, bevor die Ortslandwirte aktuelle Themen aus den Bereichen Veterinärwesen und Verbraucherschutz und dem Ländlichen Raum erörterten.

Quelle: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

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