Energiewechsel

Hersfeld-Rotenburg: Die Zeit der Container ist vorüber

Pressemeldung vom 19. September 2011, 15:09 Uhr

Wieder-Einweihung der „neuen“ Grundschule Neuenstein / 1,5 Millionen Euro Investition / Landrat: „Schule mit neuer Verantwortung“

Die Zeit des Unterrichts in Containern oder in der Mehrzweckhalle der Gemeinde oder im Feuerwehrhaus ist für die 123 Kinder und die neun Lehrerinnen und Lehrer der Grundschule Neuenstein zu Ende: Mit einem feierlichen Akt und einem Fest wurde jetzt „Wieder-Einweihung“ des sanierten und renovierten Schulgebäudes in Obergeis gefeiert. Zahlreiche Gäste hatten sich eingefunden, um gemeinsam mit Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, Erster Kreisbeigeordneter Elke Künholz, Schulleiterin Ursula Berndt und der ganzen Schulgemeinde diesen Tag zu feiern.

„Es ist ein besonders schönes und erfreuliches Ereignis für die Schulgemeinde und den Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, sagte der Landrat. Wieder-Einweihung bedeute: Die aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammende Schule wurde grundlegend saniert und neu aufgebaut. Sie war bis auf das Stahlbeton-Skelett „entkleidet“ und wurde Stück für Stück wieder errichtet.

Der Landrat erinnerte an den Beginn der Arbeiten im Winter 2010: Erst kamen die Container für das Lehrerzimmer und drei Klassen, dann zogen weitere vier Klassen zusammen mit der Schulverwaltung in die Mehrzweckhalle der Gemeinde um. Im April 2010 begannen die Rohbauarbeiten, die etwa ein Jahr dauerten und bis vor wenige Wochen wurden dann noch die Restarbeiten vorgenommen. 1,5 Millionen Euro kostete die Maßnahme, finanziert aus dem Konjunkturprogramm des Bundes. Dafür sagte er herzlich Dank.

Nachdenkliche Worte fand Landrat Dr. Schmidt zur gegenwärtigen Situation: „Schule heute ist weit mehr als die reine Bildungs-Anstalt vergangener Zeiten. Schule heute muss nicht nur Bildung und Wissen vermitteln. Sie hat die schwierige Aufgabe, Teile der Erziehung mit abzudecken. Die Gesellschaft wandelt sich. Einerseits haben wir weniger junge Menschen. Und diese haben weniger Kinder. Die Geburtenrate hat einen historisch niedrigen Stand erreicht. Auch bei uns ist sie bedrückend niedrig. Aber diese abnehmende Zahl von Kindern soll immer besser, immer intensiver und auch schneller mit Bildung gefüttert werden. Wäre es das alleine, könnte die Schule, könnten die Lehrerinnen sagen: „Das schaffen wir schon“. Doch das alleine ist es ja nicht mehr. Viele Kinder kommen aus alleinerziehenden Haushalten. Es fehlt die Mutter oder es fehlt der Vater. Sehr oft fehlen Großeltern. Die Erziehungsberechtigten müssen für das Einkommen sorgen, sie sind also tagsüber an ihren Arbeitsplätzen. Die Kinder werden betreut, sind im Kindergarten und hier in der Grundschule. Diese Einrichtungen sind auch mit der Erziehung betraut. Essen ist ein solcher Teil der Erziehung. Viele Kinder kennen nicht das gemeinsame Mittagessen oder das gemeinsame Abendessen. Sie bedienen selbständig Mikrowelle oder Backofen und essen dann vor dem Fernseher. Oder an der Spielekonsole.

In der Grundschule Neuenstein werden die Kinder an die Zubereitung von gesunder Nahrung herangeführt und lernen, wie man etwas kocht und zubereitet. Beispielsweise die Ernte aus dem Schulgarten. Ob es in Zukunft auch Schulessen geben wird, liegt in der Entscheidung der Eltern und der Schule, sagte Dr. Schmidt und betonte, dass der Kreis alle notwendigen räumlichen Vorbereitungen bereits getroffen habe.

Der Landrat wies auch darauf hin, dass viele Kinder Nachholbedarf beim Umgang untereinander, bei Sozialverhalten und in der Kommunikation haben. Alle diese Aufgaben sind nun der Schule zugefallen. Stück für Stück sind in den zurückliegenden Jahrzehnten immer mehr Aufgaben auf die Lehrerinnen und Lehrer übertragen worden. „Das ist ein hohes Maß an Verantwortung – und ich bin den Lehrerinnen und Lehrern sehr dankbar, dass sie sich so intensiv und einfühlsam um ihre 123 Kinder hier in der Grundschule kümmern“, führte der Landrat aus.

Mit der „neuen“ Grundschule Neuenstein in Obergeis steht ein modernes, helles, schönes Gebäude bereit als ein Ort, an dem sich die Kinder wohlfühlen können, an dem sie alle technischen und räumlichen Voraussetzungen haben, um bestens lernen zu können, betonte Landrat Dr. Schmidt. Mit der Wieder-Einweihung werde das Gebäude an diejenigen übergeben, die damit und darin arbeiten wollen und sollen: Kinder und ihre Lehrerinnen. Er gab abschließend der Hoffnung Ausdruck, dass „in diesem schönen weitgehenden Neubau die kommenden Generationen Bürgerinnen und Bürger heranwachsen, die das Rüstzeug haben, um mit Wissen und Können, mit Klugheit und Weitsicht und mit Freude und Mut die Zukunft zu meistern“.

Quelle: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

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