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Hersfeld-Rotenburg: „Inklusion ist ein Lebensumfeld für eine gemeinsame Gestaltung“

Pressemeldung vom 2. Oktober 2012, 08:41 Uhr

Sozialdezernentin Künholz diskutierte mit Experten „Inklusion im Kreis“

Die Netzwerke im Inklusionsprozess sollen weiter gespannt werden. Denn „Inklusion ist eine Haltung, die nur im langfristigen Prozess erlangt werden kann“, so Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz bei einer öffentlichen Fachveranstaltung unter der Überschrift „All inklusive? – Inklusion im Landkreis Hersfeld-Rotenburg“. Rund 80 Experten und Betroffene aus Kindereinrichtungen, der regionalen Bildungslandschaft, den Sozialverbänden und Kirchen waren der Einladung der Sozialdezernentin des Kreises gefolgt und diskutierten im „wortreich“ in Bad Hersfeld über neue Wege zur erfolgreichen Umsetzung der Inklusion.

„Inklusion bedeutet für mich als Sozialdezernentin ein Lebensumfeld, das alle Menschen gemeinsam gestalten und nutzen können: Ob mit oder ohne Behinderungen, ob Alte und Junge, ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Die Experten nennen dies ein inklusives Gemeinwesen. Genau darum geht es heute!“, sagte Künholz in ihrer Begrüßung.

Für den Sprecher der Nationalen Armutskonferenz, Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, zugleich Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau, ging es in erster Linie um die sozialen Grundrechte und um die Frage des sozialen Ausgleichs. „Es geht um Beteiligung der Betroffenen, um Sozialität und Solidarität und es geht auch um den Anspruch auf sozialstaatliches Handeln. Wo Ungleichheiten entstehen, werden auch Teilhabe und Beteiligung gefährdet“, sagte Gern.

Für Anita Hofmann, Leiterin des Staatlichen Schulamtes, wurde in den Schulen des Landkreises schon viel erreicht: Es gebe Netzwerke mit außerschulischen Partnern und insgesamt 45 inklusive Beschulungen in allen Schulformen, von der Grundschule bis zu den berufliche Schulen.

Pfarrerin Jutta Preiß-Völker als Vertreterin des hiesigen Zweckverbandes der Diakonie in den Kirchenkreisen Hersfeld und Rotenburg führte aus, dass Inklusion bunt sei und Phantasie und Fachlichkeit erfordere. Der Zweckverband sei Partner des Landkreises in der Inklusionspraxis, beispielsweise in der Erziehungsberatung.

Sozialdezernentin Künholz zog zum Abschluss der Tagung das Resümee, dass der Bedarf erkannt sei und versicherte: „Inklusion ist in allen kommunalen Planungen ein Thema, denn es geht für alle Menschen um Verwirklichungs- und Teilhabe-Chancen“. Dabei sind es nach ihrer Aussage vier Punkte, die die Teilhabe behindern oder erleichtern: die Zugänglichkeit öffentlicher Infrastruktur, die Struktur und die Ausrichtung von Hilfesystemen, Transparenz und Beteiligung in den Prozessen und letztlich die Einstellung der Mitmenschen.

Für Künholz muss die kommunale Politik die öffentliche Infrastruktur zukünftig barrierefrei planen, bei der Planung von Hilfesystem Inklusion als Ziel definieren, ferner die Öffentlichkeit sensibilisieren, so dass das Hilfesystem zum Unterstützungssystem werden kann sowie transparent machen, was in der Verwaltung passiert.

Quelle: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

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