Energiewechsel

Hersfeld-Rotenburg: Niemals Wasser auf brennendes Fett

Pressemeldung vom 26. August 2009, 16:49 Uhr

Praxisnaher Chemieunterricht in der Geistalschule in Bad Hersfeld durch Feuerwehrleute aus dem Kreis / Zusammenarbeit soll fortgesetzt werden

Hersfeld-Rotenburg. Eine ganz besondere Chemiestunde erlebten zum Schuljahresbeginn 2009/2010 die 19 Schülerinnen und Schüler der Klasse G 9b der Geistalschule in Bad Hersfeld: Nicht ihre Chemielehrerin, Referendarin Sabine Quell, sondern zwei Männer der Feuerwehr Hersfeld-Rotenburg standen am Pult, experimentierten, erklärten und zeigten chemische Reaktionen mit Ursachen und Wirkungen von ganz alltäglichen Gefahrenmomenten: Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten und Feuerwehr-Ausbilder Patrick Kniest. Sehr zur Freude der 14- bis 15-jährigen jungen Leute schossen Stichflammen zur Decke, brannten verschiedene Materialien oder weigerten sich ein paar Versuche, so abzulaufen, wie es gedacht war. Zwei der jungen Leute fanden denn auch am Ende die Lektionen nur „ein bisschen spannend“, für die übrigen 17 waren sie „total spannend“, wie eine Umfrage hervorbrachte.

Chemie im Alltag und aus besonderer Sicht von Feuerwehrleuten – das brachten Kniest und Weingarten den jungen Leuten näher. Gemeinsam erarbeiteten sie, welche Faktoren und Umstände erforderlich sind, damit etwas brennt. Ganz nebenbei wurde in dieser Diskussion die Zusammensetzung von Luft wiederholt und bei manch einem machte es „klick“, als es anschließend um Fragen von explosiven Luftgemischen und Gefahren für Menschen bei ausströmendem Gas ging.

Richtig lehrreich wurde der Unterricht beim Beispiel von brennendem Fett. In einer Friteuse zu Hause werden Pommes gebacken und das Fett beginnt zu brennen. Was nun? Ausbilder Kniest zeigte sehr anschaulich, was passiert, wenn man versucht, brennendes Fett mit Wasser zu löschen. Dabei wurde den jungen Leuten sehr plastisch klar, wofür die am Klassenausgang befindliche Löschdecke verwendet werden muss im Falle eines Falles. Staub und seine Gefährlichkeit zeigten Weingarten und Kniest bei einem weiteren Experiment, bei dem es ebenfalls eine massive Stichflamme gab und bei den jungen Leuten ein weiteres Aha-Erlebnis.

Feuerwehr in der Schule – dieses Experiment geht zurück auf eine Initiative von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt. Er hatte angesichts der demographischen Entwicklung und vor dem Hintergrund zunehmender Schulangebote an den Nachmittagen beim Kreisfeuerwehrtag angestoßen, das Fachwissen der Feuerwehren in den Schulalltag einzubringen.

„Dort können die jungen Leute erreicht und für die Feuerwehr gewonnen werden“, hatte der Landrat angeregt. Die Schulstunde in der Geistalschule war ein erstes Ergebnis dieser neuen Art der Zusammenarbeit, die fortgesetzt werden soll. Demnächst wollen die jungen Leute die Leitstelle im Landratsamt besichtigen. Auch für den technischen Unterricht kann die Feuerwehr Praktisches beisteuern, etwa beim Thema Funk, und auch Hebelgesetze des Physikunterrichts lassen sich ganz praktisch in der täglichen Feuerwehrarbeit demonstrieren. „Wir freuen uns auf diese tolle Zusammenarbeit“, sagte Kreisbrandinspektor Weingarten abschließend.

Quelle: Stadt Hersfeld-Rotenburg – Pressestelle

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