Energiewechsel

Hofgeismar: „Die Dämmung des Dachbodens“

Pressemeldung vom 22. Februar 2013, 10:27 Uhr

Kann oder soll das Dach nicht ausgebaut werden, bietet sich die Dämmung der Obergeschossdecke an. Obergeschossdecken bestehen z. B. aus Holzbalken, Ziegel- oder Bimshohlsteinen mit Lehm-, Sand- oder Schlackeschüttungen.
Ab 1945 kamen Stahlbetondecken hinzu, manchmal völlig ungedämmt. Auch beim horizontalen Kehlbalken (Spitzboden) fehlt oft der Wärmeschutz. „Die nachträgliche
Dämmung kostet wenig Geld, weil sie einfach auszuführen ist. Für ein typisches Einfamilienhaus sinkt dadurch der Energieverbrauch um 10 bis 20 %. In vielen Fällen verschwindet mit der Dämmung auch die sommerliche Überhitzung
vom Dachraum her“, so Werner Eicke-Hennig, Leiter der Hessischen Energiespar-Aktion, ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirt-schaft und Verbraucherschutz.

„Wir empfehlen 20 cm Dämmstärke. Denn die Dämmung ist bei normaler Nutzung unzerstörbar und hält mindestens 50 Jahre. Nie zu kurz springen, heißt die Devise. Die EnEV fordert bei ohnehin anstehenden großflächigen Instandsetzungs-maßnahmen einen U-Wert von 0,24 W/ (m²K), wofür bereits 12 bis 14 cm Dämmstoff reichen. Für Dachböden gibt es eine unverzügliche Nachrüstpflicht mit derselben U-Wert-Anforderung, denn diese Frist ist bereits abgelaufen. Die Anforderung gilt jedoch nicht für selbstnutzende Eigentümer mit bis zu einer weiteren Wohnung im Haus. Zeit zum Handeln, denn Dachbodendämmung ist einfach und kostengünstig. Näheres siehe § 10 EnEV von 2009“, so der Energieexperte weiter.

Als Dämmstoffe stehen Glas- und Steinwollematten, Polystyrol- oder Polyurethanplatten, Zelluloseflocken und Naturfaserplatten zur Verfügung. Wählen Sie nach Ihrem Geldbeutel aus. Weiteres Entscheidungskriterium: Der
Dämmstoff sollte auf unebenen Böden gut anliegen können und nicht von kalter Außenluft unterströmt werden. Sind Verschläge im Dachraum (Mietwohnungen), müssen diese meist unten abgeschnitten werden. Wenn keine 20 cm Dämmstoff eingebaut werden können, sollte man einen Dämmstoff mit besserer Dämmfähig-keit wählen (WLG 0,03-0,020 W/(mK)), der jedoch auch teurer ist. Unter dem Dämmstoff ist keine Folie erforderlich (Diffusionshemmende Schicht). Sie kann nur dann zur Sicherheit zusätzlich eingebaut werden, wenn die OG – Decke als Holz-balkendecke luftundicht sein könnte, damit keine feuchtwarme Luft aus dem beheizten Bereich von unten einströmen kann. Dämmstoffplatten oder Rollen werden auf der OG – Decke ausgelegt. Eine zweischichtige, kreuzweise Verlegung von 2·10 cm verhindert aufklaffende Stoßfugen bis zur alten, nun warmen Deckenoberfläche. Die Dämmung dicht an die Eindeckung heranführen. Ist der Sparrenfußpunkt ausgemauert, wird diese stark Wärme leitende Stelle durch Dämmstoffstreifen überdeckt. Wenn Sie den Dachboden begehbar halten müssen, kommen zum Dämmstoff noch Hartfaserplatten o. Ä. hinzu. Sie ist oftmals teurer als die Dämmung selbst. Die Dicke des Belags beträgt bei mäßiger Belastung nur 9 mm, das spart Kosten. Auch eine begrenzte Laufstraße aus Hartfaserplatten spart Geld. Trittfeste Dämmstoffe ermöglichen den Verzicht auf eine Abdeckung, wenn die OG – Decke nur selten begangen wird. Sie gibt es sowohl als Steinwolle- als auch als Hartschaumplatten. Für Dachräume, die nicht ausgebaut werden können, kann auch eine Einblasdämmung gewählt werden. Hierbei wird über ein Rohr der flockige Dämmstoff vom Lieferwagen direkt auf den Dachboden geblasen. Zellulose-, Steinwolleflocken oder Perlitegranulat sind in wenigen Stunden eingeblasen. Diese Dämmung ist nicht begehbar, aber man kann durch sie »hindurchwaten«, wenn der alte Fußboden tragfähig ist. Begehbare Holzwerkstoffplatten auf Holzböcken, die den Hohlraum für den Einblasdämmstoff sichern, sind ebenfalls möglich.

Die Kosten für eine Dachbodendämmung von 20 cm Stärke betragen ca. 25 bis 35 Euro pro m². Die Amortisationszeit liegt zwischen 10 und 15 Jahren, je nach erreichter Energieeinsparung, Energiepreisentwicklung und Investitionshöhe.

Im Vergleich dazu die Kosten und Wirtschaftlichkeitsrechnung bei einer Steildachdämmung: Die Kosten der Dacherneuerung werden maßgeblich durch die neue Dacheindeckung bestimmt. Für den Dämmstoff und seinen Einbau können 25 bis 60 Euro pro m² kalkuliert werden. Je nach erzielter Heizkostenentlastung amortisieren sich diese Dämmkosten nach 14 bis 20 Jahren. Das Dach hält aber mindestens 40 Jahre – die Dämmung macht sich also zweimal bezahlt. Die Kosten der gesamten Dacherneuerung liegen natürlich höher und richten sich nach dem gewählten Material und dem Schwierigkeitsgrad.

Aktuelle Informationen des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erhalten Sie unter www.energieland.hessen.de Hier finden Sie auch den „Förderkompass“:
EU, Bund, Länder, Kommunen und Energieversorger bieten eine Reihe von Fördermöglichkeiten in den Bereichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz an. Mit diesem Förderkompass stellt die Hessische Landesregierung den hessischen Bürgerinnen und Bürgern ein Instrument zu Verfügung, das die Suche nach einem geeigneten Förderprogramm für eine in Hessen geplante Bau- oder Sanierungsmaßnahme erleichtern soll. Darüber hinaus können Sie nach Förderprogrammen zur Mobilität suchen (Erdgas- und Elektro-Fahrzeuge).

Weitere Informationen: Unter www.energiesparaktion.de gibt es 14 Energiesparinformationen mit detaillierten Hinweisen zu den wichtigsten Energiespartechniken, zum „Energiepass Hessen“ sowie eine Energieberaterliste.
Die „Hessische Energiespar-Aktion“ ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Quelle: Stadt Hofgeismar

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